Taufe Die Prinzessin brüllte


Prinzessin Ingrid Alexandra, die erste Tochter von Norwegens Kronprinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit, hat bei ihrer feierlichen Taufe mit kräftigem Geschrei den Ton angegeben.

Prinzessin Ingrid Alexandra, die erste Tochter von Norwegens Kronprinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit, hat bei ihrer feierlichen Taufe mit kräftigem Geschrei den Ton angegeben. Vor 267 offiziellen Gästen präsentierte sich die Nummer zwei der norwegischen Thronfolge am Samstag als willensstarke und vor allem stimmkräftige Anwärterin auf den Thron ihres Landes.

Mette-Marit sorgte mit futuristischer Hutkontruktion für Aufsehen

Die am 21. Januar geborene Prinzessin brüllte während der Predigt des Osloer Bischofs Gunnar Stålsett, und sie schrie erst recht, als er sie über dem Taufbecken mit Wasser betupfte. Ihre Mutter Mette-Marit (30) sorgte in der Osloer Schlosskapelle unterdessen mit einer bizarr-futuristischen Hutkonstruktion in Silbergrau für Aufsehen.

"Mich hat das an ein Explosionsunglück im Aluminiumwerk erinnert", konstatierte am Sonntag der Kommentator der Osloer Zeitung "Aftenposten". Mette-Marit wirkte angespannter als ihr in Galauniform mit Säbel gekleideter Ehemann Haakon (30). Der Kronprinz hatte auch mit seinen Versuchen, das Töchterchen durch Hin- und Herwiegen zu beruhigen, wenigstens für kurze Augenblicke mehr Erfolg als die Mutter. Die Uniform schützte er dabei durch ein Handtuch auf der rechten Schulter vor fremder Feuchtigkeit.

Unverbläumte Worte von Mette-Marits Vater

König Harald V. (67), der nach seiner Genesung von einer Krebserkrankung zusammen mit Schwedens Kronprinzessin Victoria (26) als Taufpate fungierte, sagte in seiner Festrede beim Galaessen: "Viele glauben, dass der Lebenslauf eines Thronerben von der Geburt an feststeht. Das halte ich für falsch." Vielmehr sei Ingrid Alexandra wie alle anderen Kinder ein einzigartiger und spezieller Mensch mit unendlich vielen Möglichkeiten in sich. Mette-Marit musste während der Rede heftig mit Tränen kämpfen.

Weniger gerührt sind nach Meinung von Hofbeobachtern in Oslo die Worte des zweiten Großvaters der am 21. Januar geborenen Prinzessin aufgenommen worden. Sven O. Høiby (67), von der Mutter Mette Tjessem seit langem geschiedener Vater Mette-Marits, erklärte im TV-Sender NRK offen und ohne Umschweife, er habe sein Enkelkind während der Taufe überhaupt zum ersten Mal gesehen. Høiby fiel auch auf, als sein Handy unmittelbar vor Beginn der Feier klingelte.

Taufkleid ist 101 Jahre alt

Die Prinzessin hat seit längerem jeden persönlichen Kontakt zu Høiby abgelehnt, der seine Tochter unter anderem als bezahlten "Lockvogel" für Boulevard-Fotografen zu einem persönlichen Treffen gebeten hatte. Der Zeitung "VG" sagte er, nach der Taufe habe es eine kurze persönliche Begegnung und auch eine Umarmung mit Mette-Marit gegeben.

Zur Taufe hatten die Eltern Ingrid Alexandra das 101 Jahre alte Taufkleid von König Olav V. (1903-1991) angelegt. Olav gilt als populärster norwegischer Monarch überhaupt. Von ausländischen Königshäusern war in Oslo lediglich das schwedische durch Kronprinzessin Victoria als Patentante des Täuflings vertreten. Als Grund gilt die im Frühjahr bevorstehende Massierung royaler Hochzeiten in den Niederlanden, Dänemark und Spanien.

Thomas Borchert, DPA


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