Thomas Gottschalk ist 75 Jahre alt und sagt, es gehe ihm altersgemäß gut. Doch seine Bühnenauftritte in der letzten Zeit geben Rätsel auf. Geht es dem einst so großen Entertainer wirklich gut?
Bei der Verleihung der "Romy" in Kitzbühel sorgt der 75-Jährige erneut für Ratlosigkeit. Es hätte ein würdevoller Moment werden sollen. Nachdem Gottschalk beim Bambi zuletzt lediglich einen Preis überreichen durfte – und dort erst Cher mit einem Double verwechselte und später für einen Spruch Buhrufe erntete, stand er dieses Mal selbst im Mittelpunkt. Österreichs wichtigster Film- und Fernsehpreis ehrte ihn mit einer eigens geschaffene "Diamant-Romy" für sein Lebenswerk. Doch schon die ersten Sätze ließen erahnen, dass der große Entertainer erneut einen schwierigen Abend erwischt hatte.
"Ich werde mich morgen wieder entschuldigen müssen", eröffnete Gottschalk seine Rede. Der Grund seiner Meinung nach: "In Deutschland, weil ich gesagt habe, mir liegt der österreichische Humor ein bisschen mehr als der deutsche. Aber das ist einfach so." Dann folgte der Satz, der sich wie ein resigniertes Fazit seiner jüngeren Fernsehauftritte liest: "Eigentlich muss ich mich immer für das entschuldigen, was ich gesagt habe, aber ich weiß auch nicht, wie ich das schaffe."
Sehen Sie hier den Auftritt des Moderators:
Thomas Gottschalk faselt: "Eine Romy für Tommy"
Während die Gäste im Saal noch überlegten, ob sie lachen sollen, kommentierte Gottschalk das zu niedrig stehende Mikrofon: "Wir haben in Deutschland die Mikrofone, die so weit aus dem Boden kommen, wie groß der Laudator gerade ist." Anschließend wendete er sich seinem Laudator Otto Retzer zu und verlor sich in einem Wortspiel, das sich mehrfach im Kreis drehte: "Otto, für dich wäre das sogar ein Tipp für einen Film, eine Romy für Tommy, aber ich glaube, in dem Fall wäre es eine Serie besser, die vielen Romys für Tommy."
Mehrmals wiederholte er "Tommy" und "Romy", bis er selbst total verwirrt wirkte, dann erklärte er, das reime sich schlecht, er sei es aber gewohnt, dass sich Dinge reimen. Kurz darauf entdeckte er den Timer im Bühnenboden und zählte plötzlich laut rückwärts: "29, 28, 27, 26, 25. Hier läuft die Zeit runter, aber wo bleibt die Romy?"
Der Moment kippte – und wurde von Hans Sigl gerettet. Der "Bergdoktor" kam auf die Bühne, griff zum Mikrofon und sagte schlicht: "Entspann dich, Tommy." Anschließend bat er Richard Grasl vom "Kurier" zur Übergabe. Gottschalk grapschte mehrmals nach dem Preis, ließ den Überbringer kaum seine Lobeshymne auf den einstigen Showstar sprechen. Dann hielt er die Diamant-Romy schließlich in den Händen und lieferte einen weiteren Satz, der im Saal für gespannte Blicke sorgte: "Ich musste mir schon mal mit Michael Jackson eine Romy teilen, aber die hier gehört mir ganz alleine. Michael ist weggebrochen, sozusagen als Konkurrenz."
Während die Gala live im österreichischen Fernsehen lief, äußerten sich im Netz bereits zahlreiche Zuschauer besorgt über Gottschalks Auftritt. Er selbst wies die Spekulationen später zurück. "Mir geht es so gut, wie es einem 75-Jährigen gehen kann und ich bin so fit, wie man mit 75 fit sein kann", sagt er laut der "Bild"-Zeitung nach der Show.