HOME

Tobey Maguire: "Spiderman" zahlt Pokergewinne zurück

Tobey Maguires Royal Flush entpuppte sich als echter Bluff. Jetzt muss der Hollywood-Star einen Teil seiner am Pokertisch gewonnenen 311.000 Dollar an betrogene Investoren zurückzahlen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Wenn Tobey Maguire nicht auf Hollywoodstar oder freundlicher Familienvater macht, dann setzt er sich gerne einmal an den Pokertisch und zockt zusammen mit anderen Berühmtheiten die warmen kalifornischen Nächte durch. Das Spiel seiner Wahl heißt "No Limit Texas Hold'em". Und der "Spiderman" ist scheinbar richtig gut. Bei einer Reihe von Zockerabenden im Four Season Hotel in Beverly Hills gewann der 36-jährige Star über einen Zeitraum von rund zwei Jahren 311.000 Dollar.

Geld, so stellte sich wenig später heraus, das aus Fonds von betrogenen Investoren bezahlt worden war. Der Drahtzieher hinter diesen Betrügereien hieß Bradley Ruderman. Er hatte die Pokerabende organisiert. Jeder Spieler musste sich mit 100.000 Dollar in die Runde einkaufen.

Maguire war nicht der einzige Nutznießer

Der 48-jährige Ruderman ist mittlerweile von einem Gericht verurteilt worden und sitzt derzeit eine zehnjährige Haftstrafe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung ab. Er hatte die Gelder seiner Investoren dafür genutzt, die Pokergewinne an Teilnehmer wie Maguire auszuschütten.

Maguire war aber längst nicht der einzige Nutznießer dieser Untergrund-Pokerrunden. Auch seine Kollegen Ben Affleck, Leonardo DiCaprio und Matt Damon sollen an diesen Zockerabenden teilgenommen haben. Doch nur Maguires Name tauchte in einer eingereichten Sammelklage der betrogenen Investoren auf. Zunächst wehrte er sich über seinen Anwalt gegen die geforderte Rückzahlung seiner Gewinne. Sicherlich auch, weil er der Meinung war, das Geld ehrlich und verdient gewonnen zu haben.

Nun allerdings ruderte "Spidey" zurück und ließ sich auf eine außergerichtliche Einigung ein. Der vorgeschlagene Deal: Er zahlt 80.000 Dollar seiner Gewinne zurück und wird dafür von allen möglichen ungesetzlichen Machenschaften freigesprochen. Juristisch könnte er dann in dieser Angelegenheit nicht mehr belangt werden. Am 21.Dezember soll in Los Angeles ein Richter entscheiden, ob diese vorgeschlagene Einigung anerkannt wird.

Damon und Affleck haben sich noch nicht geäußert

Ruderman soll rund 25 Millionen Dollar von diversen Investoren eingesammelt und verpulvert haben. Das Pokerspiel mit den Hollywood-Prominenten war nicht genehmigt und auch nicht, wie vom Gesetzgeber verlangt, lizensiert. Deshalb sind die Anwälte der Ruderman-Opfer der Meinung, daß die Gewinne von Maguire und Co. an die Opfer zurückgeführt werden müssen.

Die anderen involvierten Promis - Damon, Affleck und auch "The Notebook" Regisseur Nick Cassavetes haben sich bisher nicht öffentlich zu "Pokergate" geäußert. Nur von Gabe Kaplan, Darsteller der Serie "Welcome Back, Kotter", ist bekannt, dass er sich im Sommer schon außergerichtlich mit den Anwälten der Ruderman-Opfer geeinigt und mehr als 25.000 Dollar seiner Pokergewinne zurückgezahlt hatte.