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US-Haushaltsnotstand: Wie Hollywood auf den "Shutdown" reagiert

Seit Dienstag spüren Millionen von Amerikanern den "Shutdown"-Effekt in ihrem Land. Jeder hat eine Meinung zu dem Thema - natürlich auch die Promis.

Von Frank Siering, Los Angeles

Eigentlich war alles wie immer am Dienstag in Hollywood. Die Sonne schien, die Promis shoppten inmitten der Touristen am Rodeo Drive, das Edelrestaurant Nobu in Malibu war wie immer restlos ausgebucht. Regierungskrise? Haushaltsstreit? Keine Spur.

Prominente Unterstützer von Präsident Barack Obama wie etwa Ben Affleck, Tom Hanks, Rita Wilson und Gwyneth Paltrow schienen den "Shutdown" zu ignorieren. Erst als der Präsident via Twitter nach Sympathisanten in Hollywood suchte, mischte sich zumindest die B-Prominenz ein. Obamas Tweet - "Eine Gruppe von Republikanern hat jetzt tatsächlich einen Shutdown der Regierung erzwungen" - und sein anschließendes Werben für "Obamacare" rief einige seiner bekannten Anhänger auf den Plan.

Unverständnis auch bei den Stars

Schauspieler Josh Gad twitterte: "Das Traurigste an diesem Shutdown der Regierung ist, dass es wirklich passiert. Warum wählen wir bloß weiterhin Leute, die so etwas zulassen." Und CNN-Moderator Piers Morgan postete den Kommentar: "In zehn Minuten schließt die Regierung der größten Weltmacht überhaupt. Das ist absolut unfassbar #governmentshutdown."

Tom Hanks hielt sich zwar zunächst zurück, aber bei einem Pressetermin für seinen neuen Film "Captain Phillips" hielt er mit seiner Kritik an den Republikanern nicht hinterm Berg: "Es ist unfassbar, dass die Republikaner versuchen, auf diese Art und Weise die Gesundheitsreform zu boykottieren".

Die Sängerin Estelle twitterte: "Frage mich, ob die Leute, die Republikaner jetzt noch ernstnehmen…". Jon Lovett, der ehemalige Redenschreiber für Obama und Autor in Hollywood, fügte hinzu: "Lasst uns das nicht wie einen Regierungs-Shutdown, sondern wie das große Fernsehfinale von 'The Newsroom' behandeln". "The Newsroom" ist eine in den USA sehr beliebte TV-Show mit Jeff Daniels in der Hauptrolle.

Klar und eindeutig politisch zeigte sich Musikproduzent Russell Simmons. Er schimpfte via Twitter auf die Republikaner und verwies auf einen von ihm verfassten Artikel. Der wurde auf der von Simmons bertriebenen Internetseite "GlobalGrind.com" veröffentlicht. Denn in Hollywood laufen die Geschäfte trotz des "Shutdowns" weiter.