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Instagram-Video "Habe mich geschämt": Veronica Ferres spricht über sexuelle Belästigung

Veronica Ferres
Veronica Ferres klärt auf Instagram über sexuelle Belästigung auf
© Britta Pedersen/ / Picture Alliance
Tabuthema sexuelle Belästigung: Veronica Ferres hat in einem Instagram-Video über ihre eigene Erfahrung damit gesprochen. Und mit Hilfe von zwei Aktivistinnen ein Zeichen dagegen gesetzt.

Veronica Ferres steht am Viktualienmarkt in München. Es ist eigentlich ein harmloser Ort: Der Platz in der Innenstadt ist bekannt für seine vielfältigen Lebensmittelstände. Vor allem am Wochenende tummeln sich die Münchner hier gern, trinken nach dem Einkauf ein Bier oder ein Glas Sekt. Doch für Ferres weckt der Markt auch negative Gefühle. Denn die Schauspielerin wurde hier sexuell belästigt.

Das erzählt sie nun in einem Instagram-Video, für das sie sich mit den Aktivistinnen Julia Tokic und Sofija Pavlenko von "Catcalls of Munich" traf. Die beiden Frauen sammeln auf Instagram die Geschichten von Frauen ein, denen sogenanntes "Catcalling" widerfahren ist. 

"Heute Nacht spielt du ne tolle Rolle für mich"

"Das bedeutet sexuelle Belästigung von Frauen durch Wörter auf der Straße", erklärt Ferres. Sie und die Aktivistinnen gehen gemeinsam an den Ort zurück, an dem Ferres sexuell belästigt wurde, um dort ein Zeichen zu setzen. Ferres war am Viktualienmarkt einkaufen, als ein Mann sie ansprach. Erst dachte sie, er sei ein Fan. "Aber dann kam der Spruch", erinnert sich die 55-Jährige. "Endlich lerne ich dich mal persönlich kennen. Ich nehm' dich mit nach Hause. Heute Nacht spielt du 'ne tolle Rolle für mich", habe der Unbekannte zu ihr gesagt.

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Ferres sei mit der Situation überfordert gewesen, habe sich schlecht gefühlt und sich nur schwer auf ihre Einkäufe konzentrieren können. "Ich habe mich geschämt. Aber ich hatte keinen Grund, mich zu schämen. Dieses A****loch hätte sich schämen sollen", wird Ferres deutlich.

Die weiße Staute eines nackten Mannes steht in Florenz auf einer Piazza

Mit Kreide malen die drei den Satz auf die Straße, ungefähr, dort er auch gefallen ist. Mit einem Foto davon wird auch Veronica Ferres Teil der Gemeinschaft von Frauen, die so ihre Geschichten anonym auf Instagram öffentlich machen. "Das zeigt einfach, dass es vielen Frauen passiert und ein allgemeines Problem ist und nicht das von einer Einzelperson", erklärt Julia Tokic.

Ziel des Projekt sei es auch, andere Menschen für solche Vorfälle zu sensibilisieren. "Damit mehr Leute eingreifen und sagen: Das ist nicht okay", so Sofija Pavlenko. Veronica Ferres ist froh, teilgenommen zu haben. "Die ganze Last ist weg", sagt sie. "Ich fühle mich gestärkt. Das nennt man glaube ich Empowerment.". Auch bei ihren Followern auf Instagram kommt das Video sehr gut an. "Danke für diesen tollen dun wichtigen Beitrag", heißt es unter anderem.

sst

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