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VICTORIA BECKHAM: Angebliche Entführung wird immer mysteriöser

Im Fall der angeblich geplanten Entführung von Ex-Spice Girl Victoria Beckham konnte der Tatvorwurf gegen mehrere Festgenommene nicht erhärtet werden. Ist die Entführung eine Zeitungs-Ente?

Im Fall der angeblich geplanten Entführung von Popsängerin Victoria Beckham hat die britische Polizei die Vorwürfe bisher nicht erhärten können. Fünf von neun Festgenommenen wurden am Montag zwar angeklagt, aber diese Anklagen haben nichts mit der angeblichen Entführung zu tun. Sie werden unter anderem beschuldigt, einen fast 100 000 Euro teuren Juwelen-Turban des Auktionshauses Sotheby?s gestohlen zu haben.

Bericht über angeblichen Entführungs-Versuch

Die Zeitung »News of the World« hatte am Wochenende berichtet, eine neunköpfige osteuropäische Verbrecherbande habe geplant, »Posh Spice« Victoria Beckham und ihre beiden Söhne Brooklyn (3) und Romeo (2 Monate) in der Nähe ihrer Luxusvilla nördlich von London zu entführen. Für die Freilassung hätten sie ein Lösegeld von umgerechnet bis zu 7,85 Millionen Euro erpressen wollen.

Beckhams unter Polizeischutz

Die Beckhams stehen nun rund um die Uhr unter Polizeibewachung. Starfußballer David Beckham fuhr am Montag zum Training nach Manchester. Am Sonntag hatte die Familie ihr Erscheinen bei der Weltpremiere des neuen Harry-Potter-Films abgesagt. Sicherheitsexperten sollen den Schutz ihrer beiden Villen nun noch verstärken. Nach Zeitungsberichten werden weitere Leibwächter eingestellt.

»Wenn er nicht zahlt, dann stirbt Victoria«

»News of the World« bestritt, dass es sich bei den »Entführungsplänen« um reine »Angeberei unter Gangstern« gehandelt haben könnte. Dazu seien die Planungen viel zu detailliert gewesen. Nach eigenen Angaben hat die Boulevardzeitung aus dem Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch die Männer mit versteckter Kamera mehrere Stunden dabei gefilmt, wie sie den Plan diskutierten. Dabei seien Sätze gefallen wie: »Wir bringen sie (Victoria Beckham) in ein sicheres Haus in Brixton (Südlondon) und warten, bis das Geld auf unsere Konten in Übersee überwiesen worden ist.« Oder: »Wenn die Kinder bei ihr sind, umso besser. Wir verlangen fünf Millionen Pfund von David Beckham. Der zahlt hundertprozentig. Aber wenn was passiert und er nicht zahlt, dann stirbt Victoria.«

Der Reporter von »News of the World«, der sich in die »Bande« hatte einschleusen lassen, ist Mazher Mahmood, der in der britischen Boulevardpresse einen legendären Ruf genießt. Er hat zahlreiche Kontakte in der Unterwelt und lässt sich von einem Leibwächter bewachen. Im vergangenen Jahr hatte er sich als arabischer Scheich ausgegeben und Sophie Wessex, die Schwiegertochter von Königin Elizabeth II., dazu gebracht, allerhand Interna und persönliche Ansichten über andere Royals und Spitzenpolitiker auszuplaudern. Damit er immer wieder eingesetzt werden kann, veröffentlicht die Zeitung nie ein Bild ihres Undercover-Journalisten. Wenn es zu einem Prozess in der angeblichen Entführungssache kommen sollte, wird er wahrscheinlich vor Gericht erscheinen müssen - und dann wäre sein Gesicht wohl auf einen Schlag bekannt.

Kritik an Vorgehen der Zeitung

Die Vorgehensweise der Zeitung stieß am Montag auch auf Kritik. Mark Stephens von einer Anwaltskanzlei, die sich für unschuldig Verfolgte einsetzt, sagte: »Wir müssen uns als Gesellschaft entscheiden, ob wir das Strafrecht den Gerichten oder den Medien überlassen.« Manche Zeitungen spekulierten auch, die Festnahme der Verdächtigen kurz vor Andruck der »News of the World« sei einfach »zu gut, um wahr zu sein«.