Medienbericht
Ex-GNTM-Kandidat Jonathan C. beschreibt Rolle bei Entführung der Block-Kinder

Christina Block steht vor Gericht. Hat sie ihre eigenen Kinder entführen lassen? Und was hat das Model Jonathan C. damit zu tun?
Christina Block steht vor Gericht. Hat sie ihre eigenen Kinder entführen lassen? Und was hat das Model Jonathan C. damit zu tun?
© stern-Montage: Picture Alliance
Jonathan C. zählt zu den mutmaßlichen Entführern der Kinder von Christina Block und wird per Haftbefehl gesucht. Nun soll er sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet haben.

Jonathan C., 35, war Kandidat bei „Germany’s next Topmodel“ – und mutmaßlich an der Entführung der Kinder von Christina Block und Stephan Hensel aus Dänemark nach Deutschland beteiligt. Der per Haftbefehl Gesuchte hat zwar nicht – wie andere aus dem Team des mutmaßlichen Chef-Entführers David Barkay – bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ausgesagt, sich aber schriftlich zu Wort gemeldet, wie die „Bild“ berichtet.

C. sei über einen Freund in das israelische Team geraten, zitiert das Blatt aus der „achtseitigen Einlassung“. „Ein Freund, der als Offizier in der israelischen Armee dient, rief mich an und sagte, er habe ein Angebot von einer Person namens Thach K. bekommen. Mein Freund musste dieses Angebot aus familiären Gründen ablehnen. K. stellte sich als jemand vor, der David Barkay, einem Mossad-Agenten, dabei hilft, ein Team für eine spezielle Operation zusammenzustellen.“

C. schreibt demnach, für ihn habe sich das alles wie ein staatlich genehmigter Einsatz angefühlt. „Alles wirkte zunächst wie eine legitime Operation, sodass ich auch keine weiteren Nachweise verlangte“, zitiert die "Bild" aus C.s Schreiben an die Staatsanwaltschaft Hamburg. In der Hansestadt sei ihm dann erklärt worden, es handele sich „um einen misshandelnden Vater, der Christinas Kinder entführt hatte. Außerdem hieß es, der Vater stehe in Verbindung mit Pädophilie und die Kinder seien in großer Gefahr.“ C. sei erklärt worden, die Operation sei legitim und „durch eine Art deutschen Gerichtsbeschluss abgesegnet“.

Jonathan C. schildert sich als sanft und zugänglich zu den Block-Kindern

Er habe ins Deutsche übersetzen und „den Übergang der Kinder zu ihrer Mutter ausschließlich kommunikativ begleiten und beruhigen“ sollen, schildert C. laut dem von der Zeitung zitierten Schreiben seine Rolle. Dafür seien ihm 10.000 Euro versprochen worden. Er habe den Einsatz für eine „noble“ Mission zur Rettung der Kinder gehalten.

Auch ein Treffen mit Christina Block beschreibt C. demnach: „Als sie den Raum betrat, stellte sie sich vor, schilderte ihre Situation und begann zu weinen. Sie wirkte völlig gebrochen und verzweifelt, bat uns um Hilfe und zeigte große Dankbarkeit und tiefen Respekt dafür, dass wir ihr helfen sollten, ihre Kinder zurückzubekommen.“ Der Schmerz der Mutter habe ihn zusätzlich motiviert.

Ob Christina Block und die mutmaßlichen Entführer sich getroffen haben, ist eine der umstrittenen Fragen im Block-Prozess: Mehrere Verdächtige haben von einem Treffen mit Christina Block berichtet, ihr Verteidiger Ingo Bott bestreitet, dass es ein solches Treffen gegeben hat.

C. soll laut Aussagen des geständigen Entführers Tal S. derjenige gewesen sein, der auf Blocks Ex-Mann Stephan Hensel eingeschlagen hat. Doch im Schreiben an die Staatsanwaltschaft beteuert C.: „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt körperlichen Kontakt zu den Kindern. Von meiner Seite war ich so sanft und zugänglich wie möglich. Ich sprach mit den Kindern und sagte ihnen, dass wir sie zu ihrer Mutter bringen sollen.“ Erst als an der dänisch-deutschen Grenze die Polizei im Einsatz war, soll ihm gedämmert haben, dass die Aktion wohl illegal war. „Ich dachte mir: Wenn das eine legitime Operation ist, warum ist dann eine Polizeieinheit mit Hunden vor Ort?“, zitiert die „Bild“ aus C.s Schreiben. Er will sich dann vor die Kinder gestellt haben, um sie vor den Polizeihunden zu schützen – und sei selbst gebissen worden.

Anschließend habe er auf deutscher Seite ein Hotel gefunden, in dem er sich ein paar Stunden habe erholen können. „Zu diesem Zeitpunkt verstand ich, dass ich selbst ein Opfer war und meine ganze Welt zusammengebrochen ist. Ich fühlte mich benutzt und getäuscht“, zitiert die „Bild“. Heute habe er keine Jobs mehr als Model, könne Israel nicht verlassen und zu seinem 80-jährigen Vater nach Schweden reisen, zudem leide er an Paranoia.

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