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Was macht eigentlich...: ...Monika Hohlmeier?

Die Tochter von Franz Josef Strauß galt als großes politisches Talent der CSU. 2005 wurde sie nach mehreren Skandalen aus dem Amt der bayerischen Kultusministerin entlassen.

Denk ich an die CSU in der Nacht ...

... dann schlaf ich trotzdem ruhig. Wir hatten Probleme, aber die CSU war immer stark genug, diese zu bewältigen.

Sie selbst hatten aber auch Probleme: die Entlassung aus dem Amt als Kultusministerin, einen Untersuchungsausschuss wegen einer angeblichen Spitzelaffäre und manipulierte Wahlen in der Münchner CSU, die von Ihnen als Vorsitzender aus den negativen Schlagzeilen gebracht werden sollte. Es gab öffentlich diskutierte Probleme in Ihrer Ehe, und magersüchtig sollen Sie auch gewesen sein.

Mir geht es jetzt gesundheitlich und persönlich gut. Der Untersuchungsausschuss des Landtags hat vor Kurzem falsch gegen mich erhobene Vorwürfe klargestellt. Kurz vor meinem Rücktritt wollten mir "Parteifreunde" netterweise einen Geliebten andichten. Den Geliebten hat es nicht gegeben, und mit Magersucht konnte ich auch nicht dienen. Die Journalisten, denen die "Story" gesteckt worden war, habe ich entsprechend informiert, sodass sofort wieder Ruhe einkehrte. Anscheinend bilden sich manche ein, dass man vom Verbreiten persönlicher Gemeinheiten politisch profitiert.

Da wird Ihnen Ihr Parteifreund Horst Seehofer sicher zustimmen. Können Sie ihm einen Rat geben?

Horst Seehofer ist lange genug im Geschäft. Er braucht sicher keine Ratschläge von mir. Ich kann nur sagen: Persönliche Diffamierungen auf tiefstem Niveau, von wem und aus welchem Grund auch immer sie verbreitet werden, führen zur Destabilisierung der Partei und einem Ansehensverlust der Politik in der Öffentlichkeit.

Zu Ihren Parteifreunden gehört auch Ministerpräsident Edmund Stoiber, der als Pate Ihres Sohnes mit der Familie Hohlmeier auch privat sehr verbunden ist. Hat das Verhältnis zu ihm gelitten, nachdem er Sie aus Ihrem Ministeramt entließ?

Da sind wir beide erwachsen genug, um das eine vom anderen zu trennen. Edmund Stoiber ist und bleibt ein Freund und aufmerksamer Pate meines Sohnes. Zu Geburtstagen oder an Weihnachten schenkt er ihm immer Bücher über Computer oder Informatik, die Markus sehr interessieren.

Innerhalb der CSU sind Sie eine der bekanntesten Politikerinnen Bayerns. Womöglich noch berühmter wurde vor Kurzem die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die wegen ihrer Rolle beim Rücktritt Stoibers beim politischen Aschermittwoch der CSU mit Hasstiraden überzogen wurde. Hat Sie das erschreckt?

Frau Pauli, die als Landrätin gute Arbeit leistet, hat sich zu Recht gegen eventuelle persönliche Nachstellungen gewehrt. Ich kenne sie nur aus der politischen Arbeit, aber ich glaube, dass sie danach von den Medien hochgeschrieben wurde und ihr letztendlich der Rummel über den Kopf gewachsen ist. Was in Passau geschah, war eine emotionale Reaktion der Basis, die ihrem Ministerpräsidenten einen schönen Abgang bereiten wollte.

Wie haben denn Sie das verarbeitet, plötzlich wieder ganz normale Abgeordnete zu sein?

Es geht mir so gut wie lange nicht mehr. Ich habe mehr Zeit und studiere im vierten Semester Volkswirtschaft. Meine Tochter, die in München BWL studiert, ist sozusagen meine Kommilitonin.

Keine höheren politischen Ambitionen mehr?

Die Freude am politischen Gestalten hat ebenso wenig abgenommen wie mein Wunsch, unabhängig zu sein. Die Leidenschaft für Politik ist geblieben. Ich nehme mein Mandat als Abgeordnete ernst und werde mich vom Parlament aus einbringen. Ich will in der Politik bleiben - und was die Zukunft bringt, werde ich sehen.

Interview: Rupp Doinet / print