Was macht eigentlich... Marion Maerz


Mit dem Schmusesong „Er ist wieder da“ wurde die als Marion Litterscheid geborene Schlagersängerin aus Glücksburg Mitte der sechziger Jahre urplötzlich berühmt

Zur Person:

Die Schlagersängerin und Schauspielerin wohnt seit rund 15 Jahren in Hamburg. Tochter Masha lebt in Luxemburg und stammt aus einer Beziehung mit "Wetten, dass ...?"-Erfinder Frank Elstner. Masha hat im vergangenen Jahr mit dem Rockalbum "24 Hours A Night" ihre erste Platte veröffentlicht

Frau Maerz, früher war Elvis Presley Ihr Vorbild, heute lieben Sie "Deutschland sucht den Superstar". Wieso das?

Ich bin ein Fan von Daniel Küblböck. Ich mag Menschen, die eigen sind. Dieser Daniel hat mir einfach Freude gemacht, denn er war wirklich erfrischend anders. Die Sendung habe ich nur seinetwegen angesehen.

Als Sie mit "Er ist wieder da" selbst zum Star wurden, waren Sie erst 19. Können Sie sich in die Lage von Daniel Küblböck hineinversetzen?

Für mich kam der Erfolg über Nacht, das war schwer zu verkraften. Ich kam frisch von der Schule und war auf den Medienrummel nicht vorbereitet. Aber man muss lernen, nein zu sagen und darf sich selbst nicht so ernst nehmen - dann kann nichts schief gehen.

Sie wirken sehr entspannt.

Ich genieße mein Leben und bin jeden Tag dankbar, an einem so schönen Ort wie Blankenese leben zu können. Das merke ich vor allem, wenn ich mit meinem Hund Paul rausgehe. Mal ist es düster, mal Sonnenschein; die Elbe direkt vor dem Haus, dazu nette Nachbarn. Meine Tochter macht mich glücklich. Und natürlich mein Beruf.

Sie sind immer noch Sängerin?

Ja, und das ist für mich ein großes Glück. Ich arbeite gerade an einer neuen CD, und solange mich die Leute hören wollen, singe ich auch weiter. Außerdem versuche ich mir ein zweites Standbein aufzubauen und Theater zu spielen. Mit dem Stück "Sekretärinnen" von Franz Wittenbrink war ich kürzlich auf Tournee.

Haben Sie nach so vielen Jahren mit Herz-Schmerz-Schlagern nicht mal Lust auf etwas ganz anderes?

Ich singe gerne über Liebe, aber immer nur so, dass es nicht albern wird. Ich würde auch sehr gerne Chansons singen, aber da machen die Plattenfirmen nicht mit.

Privat hatten Sie nicht so viel Glück. Leben Sie noch allein?

Im Moment ja. Bis vor kurzem hatte ich einen Freund, aber das hat wieder mal nicht geklappt. Ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf.

Fehlt Ihnen ein Partner?

Auf Dauer möchte ich nicht alleine leben. Es ist grausig, wenn man nach irgendwelchen Auftritten aus dem Hotel nach Hause kommt, und niemand ist da. Zum Glück habe ich ja Paul.

Was für ein Hund ist das?

Ein einjähriger Basset. Ein wunderbar gemütliches Tier mit großen Ohren und einem schönen runden Popo. Meine Tochter hat mir vorhin zwar erzählt, dass sich das arme Tier übergeben hat. Aber das ist bei Hunden ja nicht so schlimm.

Ihre Tochter stammt aus einer Beziehung mit Frank Elstner und ist auch Sängerin. Haben Sie manchmal Angst um sie, weil sie in dieser harten Branche arbeitet?

Ich bin da vielleicht etwas gefühlsduseliger als sie. Masha ist sehr vernünftig. Sie weiß, dass dieser Beruf kein Zuckerschlecken ist. Aber wenn es sie dort hindrängt, gibt es eben keinen anderen Weg. Bei mir war das nicht anders.

Aber Ihre Liebe für den Schlager teilt Ihre Tochter offenbar nicht.

Nein, sie macht Rockmusik. Sie schrieb die Songs für ihr Debütalbum teilweise selbst, und hat auch schon für mich Texte geschrieben. Jedenfalls hat sie eine tolle Stimme, und ich bin sehr stolz auf sie.

Warum ist Ihr eigener Erfolg eigentlich relativ schnell abgeebbt?

Als ich meine Tochter bekam, habe ich mich bewusst zurückgezogen. Ich war regelrecht eifersüchtig, wenn ein Fremder auf Masha aufpasste. Aber durch diese Entscheidung habe ich einen sehr guten Draht zu Masha. Und das ist unbezahlbar.

Interview: Kathrin Brunnhofer


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