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Was macht eigentlich ... ... Heather Thomas?

Heather Thomas
Heather Thomas, 51, in ihrem Haus in Santa Monica
© Micah Smith
Fünf Jahre lang spielte Heather Thomas Mitte der 80er Jahre in der Kultserie "Ein Colt für alle Fälle" die Stuntfrau Jody - und verdrehte einer Generation großer und kleiner Jungs den Kopf.

Heather Thomas, ich gestehe: Ich hatte mal ein Poster von Ihnen im Zimmer hängen.

Da sind Sie nicht der einzige Mann, der mir das in den vergangenen 20 Jahren gebeichtet hat. Ich finde das ganz niedlich.

Sie haben damals sogar Raquel Welch als beliebtestes Pin-up-Girl Amerikas abgelöst.

Ja, meine Bikiniposter hingen einst in Millionen von Schlafzimmern und Spinden der Soldaten rund um den Globus. Das war schon schmeichelhaft. Allerdings möchte ich mir nicht bildlich vorstellen, was die Männer so alles angestellt haben, während sie im Bett lagen und mein Poster betrachteten.

Das kann ich Ihnen sagen …

… danke, nein. Keine Details, bitte.

Sind Sie in Wirklichkeit auch so cool wie Ihre Serienfigur Jody Banks?

Die Rolle der Jody Banks war sicherlich nicht auf Shakespeare-Niveau, keine besonders große schauspielerische Herausforderung. Ich wusste, dass ich hauptsächlich als optische Bereicherung neben Lee Majors und Douglas Barr fungieren sollte. Aber ich hatte trotzdem großen Spaß. Und da die Serie in mehr als 70 Ländern sehr erfolgreich war, verdiente ich gutes Geld damit und hatte fünf Jahre lang einen festen Job.

Heather Thomas
Und mit ihren Stunt-Partnern Lee Majors (l.) und Douglas Barr in "Ein Colt für alle Fälle"
© Picture-Alliance

Aber es lief doch nicht alles so glatt …

Klar gab es auch Schattenseiten. Ich experimentierte mit Drogen, hatte ständig Stalker am Hals und leistete mir eine sechsmonatige Schnell-Ehe. Aber ich möchte das alles nicht missen. Die Jahre bei "Ein Colt für alle Fälle" waren sehr amüsant.

Lee Majors soll aber ein echter Stinkstiefel sein.

Lee ist manchmal vielleicht etwas eigen, aber kein Stinkstiefel. Wir kamen prima miteinander aus. Am Set haben wir drei uns manchmal aufgeführt wie die kleinen Kinder, haben in den Drehpausen ständig nur Dummheiten getrieben. Oft sind wir mit den Jeeps oder Motorrädern durchgebrannt, die als Requisiten herumstanden. Das war nicht immer ungefährlich, ein Wunder, dass nie etwas passiert ist.

Haben Sie noch Kontakt zu Lee Majors und dem Rest der Truppe?

Lee sehe ich noch gelegentlich. Er ist wieder verheiratet und hat eine wunderbare Frau, mit der ich mich gut verstehe.

Nach Abschluss der Serie 1986 hat man Sie noch ab und zu in kleineren TV-Rollen gesehen, ab Ende der 90er Jahre sind Sie ganz vom Bildschirm verschwunden. Warum?

Ich heiratete 1992 zum zweiten Mal, Harry brachte zwei kleine Töchter mit in die Ehe, die mich brauchten. Als ich dann 1999 mit unserer Tochter India Rose schwanger wurde, wollte ich endgültig abtreten, damit die Kleine in einem stabilen Umfeld ohne Showgeschäft aufwachsen kann. Übrigens - India hat nicht eine Folge von "Ein Colt für alle Fälle" gesehen.

Haben Sie die Schauspielerei nicht vermisst?

Doch. Und jetzt, wo unsere Tochter aus dem Gröbsten raus ist, würde ich auch gerne wieder vor und hinter der Kamera arbeiten. Gelangweilt hab ich mich aber nie.

Was machen Sie denn so den ganzen Tag?

Ich bin leidenschaftliche Gärtnerin, liebe Fliegenfischen und habe eine Novelle geschrieben mit dem Titel "Trophies", eine sarkastische Beschreibung des Gesellschaftslebens in Hollywood. Ich engagiere mich für wohltätige Organisationen und kämpfe dafür, dass die Gesetze zum Schutz vergewaltigter Frauen geändert werden. Im manchen US-Staaten können Frauen, die in betrunkenem Zustand vergewaltigt wurden, noch immer keine Strafanzeige gegen den Peiniger stellen. Das ist purer Schwachsinn. Ich gebe nicht eher Ruhe, bis solche Gesetze Vergangenheit sind.

Interview: Andreas Renner print

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