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Bastian Yotta im exklusiven stern-Interview: "Wir sind keine Proleten, wir wollen Gutmenschen sein"

Bastian und Maria Yotta stellen im Internet ihren luxuriösen Lebensstil zur Schau, Gerüchte über krumme Geschäfte machen die Runde. Im stern-Interview erzählt Bastian Yotta von seinem Reichtum und seiner eigentlichen Mission.

Von Andreas Renner, Los Angeles

Die Yottas

Fast ein bisschen wie in der Playboy-Mansion von Hugh Hefner: Bastian Yotta gefällt sich als Hahn im Korb. In ihrer Villa in Whittier, 45 Minuten südlich von Los Angeles, feiert er gerne Partys mit jeder Menge Frauen. Die Fotos davon gibt es massenweise bei Instagram. Mehr als 300.000 Follower hat das Paar dort schon.

Es ist zu lesen, Sie würden 100.000 Dollar pro Monat verpulvern mit Ihrem extravaganten Lebensstil in Los Angeles . . .

Bastian Yotta: . . . das ist Unsinn. Das ist so nicht richtig. Wir leben ein tolles Leben, wir leben letztlich einfach unseren Traum. Es geht uns sehr gut und wir genießen was wir haben. Aber sicher nicht in diesen Dimensionen.

Aber Sie stellen etwa auf Instagram regelmäßig Fotos von sich in Protzposen vor teuren Autos ins Netz und dokumentieren einen offensichtlich luxuriösen Lebensstil in Ihrer noblen Villa in Beverly Hills?

Ja, das zeigt einfach unser tägliches Leben. Was ist denn seltsam daran, wenn man einfach Fotos aus seinem Alltag mit anderen teilt? Wir verstellen uns nicht, alles was wir zeigen ist real. Das machen doch Millionen anderer Leute auch auf Facebook. Jeder zeigt sich doch gerne von seiner besten Seite, warum sollten wir das Recht nicht haben, nur weil wir in einem schönen Haus leben oder schicke Autos fahren? Früher gab es Fotoalben, heute zeigt man seine Sonnenmomente eben im Internet.

Wir wollen auch nicht protzen, sondern einfach Einblicke in unser Leben geben und andere dadurch motivieren, dass sie es auch schaffen können. Wer unsere Instagram-Einträge richtig verfolgt, der wird schnell erkennen, dass wir mit unseren Beiträgen mehr erreichen wollen als einfach nur zu Posen. Wir verfolgen damit schon auch eine tiefere Botschaft, ein positives Lebensgefühl.

Kommt das auch wirklich an? Sie werden vielfach eher als Proleten-Pärchen denn als Botschafter eines positiven Lebensgefühls wahrgenommen?

Wenn es danach ginge, wären 99 Prozent aller Bürger Proleten, denn jeder posiert auf Instagram oder Facebook im Urlaub, beim Essen oder mit dem neuen Auto. Wie gesagt: es steckt bei uns sehr viel mehr dahinter, gut möglich, dass das noch nicht überall entsprechend angekommen ist. Aber wir wollen durchaus eine gewisse Tiefe vermitteln, was mittels der diversen Internet-Kanäle vielleicht noch nicht immer funktioniert. Das Proleten-Image haben uns die Medien angehängt, viele unserer Follower sehen uns in ganz anderem Licht.

Bevor wir über die Tiefe Ihrer Botschaften sprechen: Erklären Sie doch bitte erstmal wie Sie zu dem Reichtum gekommen sind, den Sie so gerne öffentlich zelebrieren?

Ich verrate es Ihnen: ich hatte eine tolle Idee, habe ein Konzept für eine künstliche Intelligenz entwickelt und ein großes Technikunternehmen aus den USA hat angebissen. Denen habe ich das für sehr viel Geld verkauft. Und ich habe auch noch Anteile an dem Unternehmen. Allein von den Zinsen kann ich heute prima leben. Ich darf aber noch nicht sehr viel mehr verraten, man fürchtet sonst, die Konkurrenz könnte es kopieren wollen.

Für uns ist das Ganze ein echter Glücksfall. Ich hatte unser ganzes Erspartes in die Idee investiert. Rund 100 Firmen haben abgesagt, ein Topunternehmen hat schließlich zugegriffen. Ansonsten wäre unser Traum vom Luxusleben in LA schnell wieder geplatzt. Wir bekamen ein Investoren-Visum und nun genießen wir einfach unbeschwert das Dasein und wollen anderen helfen, ebenfalls ihr Leben zu ändern.

Was genau meinen Sie mit "künstlicher Intelligenz"?

Ein Beispiel: wenn man etwa bei Amazon ein Buch kauft, bekommt man automatisch weitere Buchvorschläge, die einen auch interessieren könnten, basierend auf der getroffenen Auswahl. Das ist eine Art von künstlicher Intelligenz. Ich habe ein Model entwickelt in einem Bereich, der bislang eher vergessen wurde: die Senioren. Meine Idee war es, künstliche Intelligenz in deren Alltag so zu integrieren, dass es ihr Leben erheblich vereinfacht und ihnen vor allem hilft, mehr mit anderen Menschen zu kommunizieren. Mein Opa ist 90, ich würde gerne öfter mit ihm in Kontakt sein, aber in diesem Alter haben die nichts mehr am Hut mit komplizierter Technik. Meine Idee wird das ermöglichen.

Wann ist Ihre Idee marktfähig?

Im kommenden Jahr, das Produkt wird auch in Deutschland erhältlich sein. Ich bin sehr stolz darauf, denn es wird das Leben der Senioren erheblich verändern.

Sie kamen im Dezember 2014 nach Los Angeles. Angeblich waren Sie in Deutschland ein Pleitier?

Das ist lange her. Aber es stimmt, als junger Mann war ich mal pleite. Dazu stehe ich, da verstecke ich auch nichts. Dass ich noch sehr vielen Menschen Geld schulde, stimmt nicht. Bislang ist bei meinem Anwalt nur eine Rechnung eingegangen. Ich zahle jede offene Rechnung, so lange sie begründet ist. Das ist kein Problem.

Wie kam es zu der wirtschaftlichen Bruchlandung?

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich pleite, dick und unglücklich. Ich hatte ein sehr schwieriges Verhältnis zu meinem Vater, er wollte aus mir eine exakte Kopie seiner selbst machen. Mit Anfang 20 bin ich dann ausgebrochen. Oder besser: Ich bin von Zuhause rausgeflogen, weil ich mein eigener Herr sein wollte und mein Vater damit ein Problem hatte. Ich habe Abitur gemacht, BWL studiert und mich schließlich als Versicherungsmakler selbständig gemacht.

Das Problem war: Ich war ständig nur getrieben von Wut und Aggression, wollte es meinem Vater zeigen. Dieser Antrieb hat mich zwar viel Geld verdienen lassen, aber ich war am Ende nicht ich selbst. Ich war ein echtes Arschloch, um es deutlich zu sagen. Mein Unternehmen ging schließlich Pleite. Das war mein Glück im Unglück. Ich habe erkannt, dass Geld allein nicht glücklich macht. Und ich wollte kein Arschloch mehr sein, mich nicht mehr als Versager fühlen.

Also habe ich mich selbst neu erfunden. Ich hatte keine Lust mehr auf das Versicherungswesen, stieg stattdessen bei einer Firma ein, die mit Hilfe von Ultraschall-Technologie Menschen schöner macht. Da habe ich mich besser aufgehoben gefühlt - und ich bin menschlich gewachsen, weil ich endlich ausleben konnte, was ich schon immer sein wollte.

Was für ein Mann wollten Sie denn schon immer sein?

Genau der Mann, der ich heute bin. Ich mochte schon als Kind "Baywatch", vor allem die Badenixen mit den großen Busen. Und ich verehrte Colt Seavers aus "Ein Colt für alle Fälle" mit seinen schnellen Autos und den schönen Frauen. Und das alles spielte in Los Angeles, wo ständig die Sonne scheint. Davon habe ich geträumt. Und heute lebe ich diesen Traum mit Maria. Als ich erstmals nach LA kam, merkte ich allerdings, dass es hier gar nicht so viele Frauen mit großen Brüsten gibt. Also hat sich Maria die Brüste vergrößern lassen - das gefällt uns beiden.

Maria und Bastian Yotta: Eine schrecklich prollige Familie
Die Yottas

Er als Superman, sie als Catwoman: Die Heldenkostüme sind die Lieblingsverkleidungen von Maria (l.) und Bastian Yotta - nicht nur zu Halloween, Die beiden deutschen Auswanderer stammen ursprünglich aus Traunstein in Bayern und sind vor einem Jahr nach Los Angeles gezogen. Ihr Ziel: reich und berühmt werden. Ersteres haben sie offenbar schon geschafft, am zweiten arbeiten sie gerade.

Was ist denn nun Ihr Ziel in Los Angeles - angeblich wollen Sie eine Reality-Show an Land ziehen?

Wir haben schon einen Deal für eine Reality-Show in den USA unter Dach und Fach und verhandeln auch mit einem deutschen Sender über ein Format. Das war aber nicht die ursprüngliche Intention. Finanziell habe ich ausgesorgt, es geht mir nicht darum, einen möglichst fetten Deal an Land zu ziehen, um mich im Fernsehen präsentieren zu können. Ein Format nach dem Vorbild der Geissens oder der Kardashians wird es mit uns auch nicht geben. Es geht mir vielmehr darum, meine positiven Botschaften unter das Volk zu bringen. Klar, schöne Frauen, große Brüste und schicke Autos sind natürlich Hingucker und ich verstehe auch, wenn dies Teil des Konzeptes sein muss. Kein Problem, das ist ja auch ohnehin unser Alltag. Aber mir geht es um mehr. Ich möchte Inhalte transportieren und nicht nur dumpfe Worthülsen.

Ich habe mein Leben sehr erfolgreich umgekrempelt - vom übergewichtigen, unglücklichen Arsch hin zum körperlich wie seelisch im Einklang lebenden Mann, der an sich selbst und an seine Ideale geglaubt hat und am Ende seinen Traum leben kann. Ich bin überzeugt davon, dass jeder andere das auch schaffen kann, wenn er das wirklich möchte. Und dabei will ich helfen. Mir geht es nicht um die Kohle, ein weiteres Auto in der Garage macht mich nicht glücklich. Aber einem Mensch gegenüber zu stehen, der mit meiner Hilfe sein Leben verändern konnte, das macht mich glücklich.

Sie rufen übers Internet Frauen auf, mit Ihnen zwei Wochen unter einem Dach zu leben und die Yotta-Philosophie zu erlernen. Manche Medien unterstellen Ihnen, Sie würden eigentlich ein Orgien-Haus betreiben?

Unsinn. Das ist nicht so. Ich möchte einfach nur helfen. Wir hatten schon über 100 Frauen bei uns im Haus - und mehr als 90 Prozent haben anschließend ihr Leben verändert und sind heute sehr viel glücklicher. Der Yotta-Lifestyle funktioniert für viele Menschen.

Wie genau muss man sich den Yotta-Lifestyle vorstellen?

Das Yotta-Life basiert auf fünf Säulen: Arbeit, Liebe, Wohlstand, Gesundheit und Glücklichsein. Alles Geld der Welt nutzt einem nichts, wenn man nicht gesund ist oder keine Liebe erfährt. Ich erkläre den Mädchen einfach wie ich mein Leben geändert habe und gebe ihnen Tipps, was sie in ihrem Leben ändern können, um auch glücklicher zu werden. Natürlich feiern wir auch mal, das gehört zum Leben. Aber wir sind absolut kein Orgien-Haus.

Warum laden Sie nur Frauen ein?

Wir hatten auch schon mal Männer, aber Maria fühlte sich etwas unwohl, weil die ihr ständig auf die Brüste gestarrt haben. Also haben wir entschieden, dass wir nur Frauen bei uns wohnen lassen – was mir natürlich auch gefällt. Aber ich bin ein Gentleman.

Zahlen die Frauen Geld für Ihre Lebensweisheiten?

Nein, wie gesagt: um Geld geht es mir nicht. Vielleicht klingt es etwas seltsam, aber ich möchte einfach nur ein Gutmensch sein. Ich habe eine Gabe Menschen zu motivieren, ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie ihr Leben besser machen können. Darin bin ich gut und das gibt mir Erfüllung. Das möchte ich machen, nachdem ich nicht mehr arbeiten muss. Das ist eine Herausforderung, die glücklicher macht als alles andere.

Es ist ein bisschen schade, dass manche Leute das falsch verstehen und mich in die Proleten-Ecke drücken wollen. Ich habe einfach nur gute Absichten und will anderen Menschen helfen: im Beruf, der Partnerschaft, im Leben allgemein. Ich würde mir wünschen, dass ich dafür Anerkennung statt Spott bekäme.

Sie sind also im Grunde ein Life-Coach?

Ich habe noch keinen Namen für das gefunden, was ich tue, der mir gefällt. Ist aber auch egal. Ich möchte einfach Menschen helfen, zu leben statt immer nur zu überleben.

Und was macht Ihre Frau Maria beruflich? Sie war ja mal Kandidatin bei DSDS, hat Sie nun Ambitionen im Showgeschäft von Hollywood Fuß zu fassen?

Nein, die Erlebnisse bei DSDS haben sie abgeschreckt. RTL suchte nach Tragödien in ihrem Lebenslauf, nachdem es keine gab, war sie zu uninteressant für die Vermarktung. Sie will wegen ihres Talentes wahrgenommen werden, nicht für Tragödien im Familienstammbaum. Maria und ich sind ein gutes Team, wir kümmern uns gemeinsam um unsere Aufgaben, die wir uns selbst stellen. Ich sage immer: ich bin der laute, Maria ist die wichtige. Ich bewerbe den Yotta-Lifestyle mit breiter Brust und Maria ist das Herz des Ganzen.