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Kölner Karnevalsband Wegen Äußerungen zu Corona: Die Höhner feuern ihren Gitarristen

De Höhner mit Sänger Henning Krautmacher (Mitte) und Gitarrist Joost Vergoossen im November 2019 im Müngersdorfer Stadion.
De Höhner mit Sänger Henning Krautmacher (Mitte) und Gitarrist Joost Vergoossen im November 2019 im Müngersdorfer Stadion.
© nordphoto / Meuter/ / Picture Alliance
Nach der Filmbranche hat die Debatte um die Corona-Politik auch die Musik erreicht: Wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Pandemie haben sich die Höhner von ihrem Gitarristen Joost Vergoossen getrennt. Der Schritt sorgte für Kritik bei den Fans.

Die Debatten um Corona und den angemessenen Umgang mit der Pandemie hinterlassen ihre Spuren nicht nur in Politik und Gesellschaft. Auch die Kulturszene streitet mittlerweile offen über das Thema. Erst Ende vergangener Woche hatte eine Video-Aktion von 53 Schauspielern für heftige Verwerfungen gesorgt. Im Windschatten der Aufregung um die satirisch gemeinten Filmchen von Jan Josef Liefers und Co. hat sich die Kölner Karnevalsband Höhner von ihrem Gitarristen Joost Vergoossen getrennt. 

Das bestätigte die Band am Sonntag auf Facebook. "Joost Vergoossens Haltung zur weltweiten, Covid-19 bedingten Pandemie, die er in mehreren Postings auf seinen Social-Media-Plattformen veröffentlicht hat, entsprechen nicht der Überzeugung der Band", begründeten die Musiker diesen Schritt. "Zahlreiche Diskussionen zu den erfolgten und bestehenden Covid-19-Maßnahmen zwischen Joost und den anderen Bandmitgliedern verliefen ergebnislos." Zur Trennung sei es dann gekommen, "als Joost sich schließlich öffentlich zu einem niederländischen Rechtspopulisten und dessen Partei bekannt hat", heißt es in dem Statement weiter.

Seit 2018 war er bei den Höhnern

Zuvor hatte der 53-Jährige auf Facebook in einer langen Mitteilung bekannt gegeben, aus der Band geflogen zu sein. Von seiner Kündigung habe er am Telefon erfahren, so Vergoossen. Der Niederländer war seit 2018 Gitarrist der erfolgreichen Kölner Band. Auf Facebook bestätigte er, dass gegensätzliche Auffassungen zu Corona zu Verwerfungen mit den übrigen Musikern der Gruppe geführt hätten. 

Gleichzeitig wehrte der Musiker sich aber gegen den Vorwurf, ein "Virenverweigerer" und ein Rechtspopulist zu sein. "Ich hatte Fragen, informierte mich, habe mir wirklich Sorgen um unsere Zukunft gemacht, und ich habe diese Sorgen geteilt. Ich wollte die Höhner nie in ein schlechtes Licht rücken!" 

Ein langhaariger Mann mit E-Gitarre und ein Bassist mit schwarzen Zöpfen stehen nebeneinander auf einer Bühne

Trotz aller Enttäuschung, die dem Musiker über seinen Rauswurf anzumerken ist, findet er versöhnliche Worte: "Wir haben so viele schöne Sachen gemacht, ich bin der Band dankbar dafür, ich fühle mich wie ein privilegierter Mensch!"

Kritik an den Höhnern - aber auch Verständnis

Auf Facebook mussten die Höhner für ihren Schritt viel Kritik einstecken. Viele User kritisierten mangelnde Meinungsfreiheit innerhalb der Band. Auch die Tatsache, dass die Kündigung am Telefon ausgesprochen wurde, stieß auf Unverständnis. Es gab aber auch Zuspruch für ihre Entscheidung: "Klare Kante von den Höhnern!", schrieb etwa ein Fan.

So ist es unter den Fans nicht anders als in der Gesellschaft: Der Umgang mit der Pandemie treibt einen tiefen Riss durch die Bevölkerung.

Verwendete Quellen: Höhner auf Facebook, Joost Vergoossen auf Facebook

che

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