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WETTEN DASS...?: Gottschalk muss in den Puff

Thomas Gottschalk wird demnächst einem Freudenhaus einen Besuch abstatten und den Damen etwas Warmes zum Anziehen mitbringen. Damit löst er seine Wettschuld aus der »Wetten dass...?«-Sendung ein.

Als Sänger Herbert Grönemeyer seine Finger von den weiß-schwarzen Tasten seines Flügels gleiten ließ und der Beifall von 3000 »Wetten, dass..?«-Zuschauern in der Düsseldorfer Rheinhalle anhob, war selbst Thomas Gottschalk für einen Moment sprachlos. Am liebsten wolle er nun erstmal seinen Gedanken nachgehen, sagte der sonst um schnelle Worte nie verlegene Moderator in den tosenden Beifall - der Höhepunkt der 138. Ausgabe der Fernsehshow mehr als fast 22 Jahre nach ihrer ebenfalls in Düsseldorf abgehaltenen Premiere im Februar 1981 unter Frank Elstner.

Schlüpfrige Zoten

Etwas mehr als 14 Millionen Fernsehzuschauer (46,7 Prozent Marktanteil) sahen ein ZDF-Flaggschiff mit streckenweise überraschendem Tiefgang. Das lag mehr an Gottschalks Gästen als am Moderator selbst. Modezar Karl Lagerfeld offenbarte in weißem Vorkriegshemd von seinem Vater, blauen Jeans und schwarzer Jacke Halbphilosophisches über das Gewesene und die Hoffnung der Menschen auf Kredit im Leben; der bayrische Kabarettist Michael Mittermeier (»Stoiber oder Schröder, das ist die Wahl zwischen Diktatur oder weiter arbeitslos«) kritisierte das Gezänk ums Zuwanderungsgesetz; und US-Rocker Bon Jovi äußerte Verständnis für die Irak-Politik des Bundeskanzlers. Gottschalk hingegen wartete wie gewohnt mit schlüpfrigen Zoten auf - und gestand seinen Zuschauern beispielsweise, in Düsseldorf einen Sohn gezeugt zu haben (»Das vergisst man einer Stadt nie«).

Mit der Kanzlergattin per »Du«

Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf fand sich per Du palavernd mit Gottschalk auf der Wettcoach wieder - und schenkte 30 Minuten später in der Altstadt Glühwein an 60 000 Düsseldorfer aus.

Die hatten innerhalb kürzester Zeit auf der extra gesperrten Königsallee aus mitgebrachten Wohn- und Esszimmertischen die mit 640 Metern längste Theke der Welt gebaut und so die von Schlagersänger Heino präsentierte Stadtwette gewonnen. Die Kanzler-Gattin hatte als Wettpatin für ein Augsburger Maurer-Team eine Niederlage einstecken müssen. Die Maurer wollten in nur fünf Minuten einen vier Meter hohen Turm bauen - und hatten dies nicht ganz geschafft.

Warmes zum Anziehen für die Damen

Auch Gottschalk hat wegen der verlorenen Stadtwette eine Spielschuld zu begleichen. Den Lesern der »Bild«-Zeitung hatte er am Vortag der Sendung versprochen, in diesem Falle als Nikolaus ins Freudenhaus zu gehen, und den Damen etwas Warmes »für um die Hüften« mitzubringen. Michael Mittermeier bot sich spontan als Knecht Ruprecht an, doch Gottschalk favorisierte Schauspieler Ben Becker, der sich zwischen Schauspielkollege und Stiefvater Otto Sander sowie Moderatorin Michelle Hunziker Gummibärchen-kauend auf der cremefarbenen Promi-Coach rekelte.

Puzzle-Experin wurde Wettkönigin

Wettkönigin des Abends wurde Barbara Geller aus Kirchseeon bei München. Die gelernte Sekretärin erkannte 4 von 55 Puzzle-Bildern mit je 1000 Teilen anhand 3 einzeln ausgewählter Splitter. Besonders starken Applaus erntete die zwölfjährige Marina Dahmen aus Düsseldorfs Nachbarort Rheydt, die 5 aus 75 Vogelfedern durch Tasten erkannte.