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WINONA RYDER: Jetzt entscheiden die Geschworenen

Den Fall Winona Ryder hat das Gericht in die Hände der Geschworenen übergeben. Die Jury soll nun entscheiden, ob die Schauspielerin wegen Diebstahls hinter Gitter muss.

Im Diebstahlprozess gegen Hollywoodstar Winona Ryder (»Hexenjagd«) liegt das Schicksal der Schauspielerin nun in den Händen der zwölf Geschworenen. Wie US-Medien berichteten, wollte die Jury am Dienstag mit den Beratungen beginnen. Nach einwöchigen Zeugenaussagen war am Tag zuvor der Prozess in Beverly Hills zu Ende gegangen. Die Anklägerin Ann Rundle rief die Geschworenen dazu auf, den Hollywoodstar des Diebstahls schuldig zu sprechen. »Sie kam, sie klaute, sie ging...«, so beschrieb Rundle den Einkaufsbummel von Ryder in dem Nobelkaufhaus Saks Fifth Avenue. Der 31-jährigen Schauspielerin wird vorgeworfen, im vergangenen Dezember Waren im Wert von über 5000 Dollar (etwa 5000 Euro) gestohlen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu drei Jahre Haft.

Anwalt stellte Fall als »Missverständnis« dar

Ryders Anwalt Mark Geragos stellte den Fall als Missverständnis und seine Mandantin als Opfer von übereifrigen Sicherheitsleuten dar, die Anschuldigungen erfunden hätten. In seinem Schlussplädoyer beschuldigte er die Kaufhausangestellten, Beweismittel fabriziert zu haben. Den Ermittlern lastete er an, sie hätten abgeschnittene Sicherheitsetiketten nicht auf Fingerabdrücke überprüft.

Eine Kaufhausdetektivin hatte in der vergangenen Woche ausgesagt, sie habe die Schauspielerin beim Entfernen von Sicherheitsetiketten in einer Umkleidekabine beobachtet. Der Jury wurde auch ein Überwachungsvideo vorgeführt, das die prominente Kundin auf ihrem Weg durch Designer-Abteilungen und bei ihrer Festnahme zeigt. Als Beweismittel wurde unbezahlte und beschädigte Ware vorgeführt, die in den Einkaufstüten der Schauspielerin gefunden wurde.

Ryder wohnte dem Prozess bei, wurde selbst aber nicht in den Zeugenstand zitiert. Die Schauspielerin hatte in den drei Anklagepunkten - Diebstahl, Einbruchdiebstahl und Vandalismus - zuvor auf unschuldig plädiert. Rundle äußerte die Vermutung, dass der Hollywoodstar den »Nervenkitzel« suchte. Die Verteidigungsstrategie von Ryders Team tat sie als »Story« ab, die nur in Hollywood erfunden werden konnte.

Einstimmiges Urteil für Schuldspruch erforderlich

Anwalt Geragos gab an, Ryder habe nach dem Kauf von einem Paar Schuhen ihr Konto in dem vornehmen Kaufhaus »offen« gelassen, in der Annahme, später für die Ware zu zahlen. Rundle wiederum zitierte Ryder, die nach ihrer Festnahme erklärt haben soll, im Auftrag eines Regisseurs für eine Rolle geübt zu haben. Doch selbst ein Hollywoodstar stehe nicht über den Gesetzen. »Und es gibt keine Beweise dafür, dass ein Regisseur sie aufforderte, dies zu tun«, sagte die Anwältin. Die Geschworenen müssen zu einem einstimmigen Urteil kommen, um die Schauspielerin schuldig zu sprechen.

Die Affäre und der Aufsehen erregende Prozess scheinen Ryders Karriere indes nicht zu schaden. Nach einem Bericht des Online-Dienstes »imdb.com« hat sie in den vergangenen Monaten eine Reihe von Rollenangeboten bekommen.