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Antisemitische Äußerungen Winona Ryder erhebt schwere Vorwürfe gegen Mel Gibson – Schauspieler reagiert

Winona Ryder erhebt Vorwürfe gegen Mel Gibson
Winona Ryder erhebt schwere Vorwürfe gegen Mel Gibson
© Picture Alliance
In einem Interview sagt Winona Ryder, dass Mel Gibson sich ihr gegenüber antisemitisch geäußert habe. Der Schauspieler bestreitet das - einen Job ist er trotzdem los. 

Winona Ryder gehört zu den Ikonen Hollywoods. Mit ihrer mysteriösen und unangepassten Art eroberte sie in den Neunzigerjahren die Filmbranche. Jetzt hat die Schauspielerin in einem Interview mit der Londoner "Sunday Times" zurückgeblickt - und sich auch an einen besonders traumatischen Moment erinnert.

Winona Ryder erhebt Vorwürfe gegen Mel Gibson

Angesprochen auf ihre Religion erzählte die in den USA geborene Jüdin, sie sei "nicht religiös", identifiziere sich aber mit dem Judentum. "Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen, weil ich Familienmitglieder hatte, die in den Lagern gestorben sind, deshalb war ich von dieser Zeit immer schon fasziniert", verriet sie. Immer wieder habe sie Antisemitismus am eigenen Leib zu spüren bekommen. Menschen seien überrascht gewesen, dass sie Jüdin ist. "Aber du bist so hübsch", habe sie daraufhin zu hören bekommen. 

Den übelsten Antisemitismus habe sie allerdings von Schauspielkollege Mel Gibson erlebt. Sie sei Mitte der Neunziger mit ihrem guten Freund, dem homosexuellen Make-up-Artisten Kevyn Aucoin, auf einer Party gewesen. "Mel Gibson rauchte eine Zigarre, und wir unterhielten uns alle und er sagte zu meinem Freund, der schwul ist: 'Oh warte, werde ich Aids bekommen? Und dann kam etwas über Juden zur Sprache, und er sagte: 'Du bist doch kein Oven Dodger, oder?'" "Oven Dodger" ist eine antisemitische Beschimpfung. Mit dem Ofen ("oven"), sind die Gaskammern in den Konzentrationslagern gemeint, "to dodge" bedeutet in etwa, sich vor etwas zu drücken, etwas zu entgehen. 

Gibson bestreitet Vorwürfe

Ein Sprecher Gibsons dementiert in der "New York Post", dass sein Klient die Aussage getätigt habe. "Dies ist zu 100 Prozent unwahr. Sie hat vor über einem Jahrzehnt, als sie mit der Presse sprach, darüber gelogen, und sie lügt jetzt. (...) Er hat sich vor vielen Jahren an sie gewandt, um sie mit ihren Lügen zu konfrontieren, und sie weigerte sich, mit ihm darüber zu sprechen", sagt er.

Ryder antwortete umgehend auf das Statement, sagte der "Post": "Ich glaube an Erlösung und Vergebung und hoffe, dass Mr. Gibson einen gesunden Weg gefunden hat, mit seinen Dämonen umzugehen, aber ich bin keiner von ihnen." Ihre Botschaft an den Schauspieler ist klar: "Es ist eine schmerzliche und lebendige Erinnerung für mich. Nur wenn wir Verantwortung für unser Verhalten in diesem Leben übernehmen, können wir Wiedergutmachung leisten und einander wirklich respektieren, und ich wünsche ihm alles Gute auf diesem lebenslangen Weg", sagt Ryder. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Gibson Antisemitismus vorgeworfen wird. 2006 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen, pöbelte damals einen Polizisten mit den Worten an: "Die Juden sind schuld an allen Kriegen auf der Welt." 

Winona Ryders Erzählung hat nun berufliche Konsequenzen für den 64-Jährigen: Wie das Branchenmagazin "The Wrap" berichtet, wird Gibson dem "Chicken Run"-Sequel, das im kommenden Jahr auf Netflix laufen soll, nicht wie geplant seine Stimme leihen. 

Quellen: "Sunday Times" / "NY Post" / "The Wrap"

ls

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