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Yves-Saint-Laurent: Auktion bringt Rekordergebnis

Noch nie zuvor hat eine Privat-Versteigerung soviel Geld eingebracht: Die Auktion von Kunstgegenständen des verstorbenen Modeschöpfers brachte mehr als 373 Millionen Euro in die Kassen. Allein für zwei Bronzeskulpturen zahlten Kunstbegeisterte über 30 Millionen Euro.

Mit einem Rekorderlös von mehr als 373 Millionen Euro ist am Mittwoch die Versteigerung der Kunstsammlung von Modedesigner Yves Saint Laurent zu Ende gegangen. Höhepunkt am letzten Tag der dreitägigen "Auktion des Jahrhunderts" in Paris war der Verkauf von zwei von China als Beutekunst beanspruchten Bronzeskulpturen für je 15,7 Millionen Euro.

Die Versteigerung der Sammlung des im Juni 2008 verstorbenen Yves Saint Laurent (YSL) übertraf alle Erwartungen. Saint Laurents Lebensgefährte Pierre Bergé sagte auf einer abschließenden Pressekonferenz, er sei "sehr, sehr glücklich" über ds Ergebnis. Er will mit dem Erlös den Nachlass von YSL verwalten und die Aids-Forschung unterstützen. Ursprünglich war von der Versteigerung der 733 Teile umfassenden Sammlung ein Erlös zwischen 200 Millionen und 300 Millionen Euro erwartet worden.

Die beiden Bronze-Tierköpfe aus der Qing-Dynastie waren die Prunkstücke im letzten Abschnitt der Jahrhundertauktion. Peking hatte vergeblich die Rückgabe der Skulpturen gefordert, deren Wert auf je zehn Millionen Euro geschätzt worden war. Es handelt sich um einen Hasen- und einen Rattenkopf, die 1860 bei der Plünderung des Sommerpalastes in Peking von französischen und britischen Truppen erbeutet worden waren. Saint Laurent und Bergé hatten die Figuren rechtmäßig erworben.

Ein französisches Gericht lehnte den Antrag Pekings auf einen Stopp der Auktion am Montag ab. Auch Bergé wies den Anspruch auf die bedeutenden Kunstwerke zurück. Er würde sie nur übergeben, wenn China Menschenrechte garantiere und Tibet die Freiheit schenke. Peking reagierte erbost.

Seit Auktionsbeginn am Montag purzelten im Pariser Grand Palais zahlreiche Rekorde: Ein Matisse-Gemälde wurde für 35,9 Millionen Euro ersteigert; ein Art-déco-Drachensessel von Eileen Gray erzielte den zweithöchsten Preis, der jemals für ein Möbelstück geboten wurde. Mehr als 1200 Bieter waren registriert, darunter das Who-is-who der internationalen Kunstszene und der Superreichen.

AP / AP