Jane Lapotaire hat das britische Theater über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt wie kaum eine andere. Am 5. März ist die Schauspielerin im Alter von 81 Jahren gestorben, wie "The Guardian" nun berichtet. Mit ihrer Verkörperung der französischen Chansonsängerin Édith Piaf schrieb Lapotaire Theatergeschichte: Für diese Rolle räumte sie sowohl den Tony Award als auch den Olivier Award ab.
Eine Karriere auf den größten britischen Bühnen
Lapotaire war auf nahezu allen bedeutenden Bühnen des Landes zu Hause. Sie spielte beim Bristol Old Vic, am National Theatre unter der Leitung seines Gründers Laurence Olivier, bei der Royal Shakespeare Company - und gründete 1970 das Young Vic mit. Noch im vergangenen Jahr wurde Lapotaire mit dem Titel CBE (Commander of the British Empire) geehrt; die Auszeichnung fand am 17. Februar auf Schloss Windsor statt.
Hirnblutung mitten auf Tournee
Im Jahr 2000 war sie gerade als Maria Callas in Terrence McNallys "Master Class" auf Tour, als sie während einer Pause in Paris einen Hirnschlag erlitt. Es folgten Intensivstation und zwei lebenswichtige Operationen. Lapotaire verarbeitete diese Zeit in ihren Memoiren "Time Out of Mind", das 2003 erschien und auf ihre erste Autobiografie "Everybody's Daughter, Nobody's Child" von 1989 folgte.
2004 kämpfte sich Lapotaire erfolgreich auf die Bühne zurück. Doch erst 2013 stieß sie erneut zur Royal Shakespeare Company - diesmal als Herzogin von Gloucester in "Richard II.", der vielbeachteten Produktion mit David Tennant in der Titelrolle. Ein Jahr später war sie im "Downton Abbey"-Weihnachtsspecial als russische Aristokratin zu sehen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie 2019 erneut, als sie in zwei Episoden der Netflix-Serie "The Crown" Prinzessin Alice von Griechenland, die Mutter von Prinz Philip, verkörperte. Es folgten letzte noch Rollen in der Verfilmung von Daphne du Mauriers "Rebecca" sowie in der Paramount+-Miniserie "The Burning Girls".