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Männer in der Krise: Arm, aber spornosexuell

Wenn Sie das nächste Mal einen Mann sehen, der unter großem Aufwand versucht, so auszusehen wie David Beckham oder Cristiano Ronaldo, können Sie ihm einen Namen geben: spornosexuell. Aber er kann nichts dafür.

Cristiano Ronaldo

Der Spornosexuelle wäre gern so "muskulös, glatt und übersexualisiert" wie Cristiano Ronaldo, besagt eine Studie

Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Folgen der Finanzkrise Männern äußerlich anzusehen sind. Und einen Namen hat die Körperreaktion auch: Spornosexualität.

Es gebe immer mehr Männer, die nach der Finanzkrise keine anspruchsvollen Jobs mehr finden können. Was zur Folge habe, dass die üblichen Statussymbole zur Steigerung der Attraktivität wegfallen: Vorzeige-Auto, -Yacht, -Haus, -Urlaub. Um wenigstens erfolgreich auszusehen, versuchten viele betroffene Männer deshalb, ihre Körper nach dem Vorbild von Sport- und/oder Pornostars zu trimmen. Das zitiert die britische Zeitung "The Daily Mail" aus einer neu veröffentlichten Gender-Studie. Und kombiniert man den neuen Körperkult mit den neuen Technologien, erklärt sich auch die Häufung von "Sporno"-Selfies, die die sozialen Medien fluten.

Muskulös, glatt und über-sexualisiert

Als Körpervorbilder gelten angeblich David Beckham (der auch schon den Neologismus "metrosexuell" bebildern durfte), Cristiano Ronaldo und auch Justin Bieber. Der Look wird beschrieben mit "muskulös, glatt und übersexualisiert".

Die in Großbritannien durchgeführte Studie vom Jamie Hakim mit dem Titel "Der Spornosexuelle: Die emotionalen Widersprüche der männlichen Körperarbeit in der neoliberalen digitalen Kultur" beschreibt den Zusammenhang zwischen Sparsamkeit und einem neuen Körperbewusstsein anhand der Zunahme von Männern, die seit der Krise 2008 ihre Bilder verbreiten. Letzteres dürfte allerdings auch auf die damals zunehmende Popularität der sozialen Medien zurückzuführen sein.

Großer Aufwand, geringer Ertrag

Einer der interessantesten Aspekte der Entwicklung sei, so Hakim, die Machtverschiebung bei diesem Teil der Gesellschaft, der sich bisher vor allem über die Kopfarbeit definiert habe. Der Fokus auf den Körper sei dagegen bisher Frauen, Homosexuellen und Männern der Arbeiterklasse zugeordnet gewesen.

Am Ende seiner Untersuchung kommt Hakim allerdings zu einem für die als "spornosexuell" Beschriebenen ernüchternden Ergebnis: Es koste großen Aufwand, den Look zu erhalten, aber der Ertrag sei gering - abgesehen von denen, die als Fitnesslehrer oder Models arbeiten.

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