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Ausstellung: "Entstehung eines Mythos"

Paris feiert Marlene Dietrich: Elf Jahre nach ihrem Tod widmet die französische Hauptstadt der Film-Diva eine Ausstelung und benennt einen Platz nach ihr.

Elf Jahre nach dem Tod Marlene Dietrichs feiert Paris die Diva mit zwei besonderen Ehrungen. Im Museum Galleria sind 250 Exponate der Marlene Dietrich Collection Berlin ausgestellt. Und: ein Platz in der Nähe ihrer letzten Wohnung trägt ihren Namen.

Privates und berufliches vereint

Mehr als 250 Exponate aus der Marlene Dietrich Collection Berlin präsentiert die erste große Marlene-Dietrich-Schau in Frankreich. Die Ausstellung unter dem Titel "Marlene Dietrich, Creation d'un Mythe" (Marlene Dietrich, Entstehung eines Mythos) ist von diesem Samstag an im Pariser Museum Galleria zu sehen. Bis zum 12. Oktober präsentiert die Schau über die Diva unter anderem rund 70 Kostüme aus der Glanzzeit ihres Film- und Showschaffens zwischen 1930 und 1970.

Die gezeigten Kleider stammen aus Marlenes Filmen, aber auch aus privatem Bestand von Modeschöpfern wie Chanel, Dior, Lelong oder Schiaparelli und Kostümbildnern wie Eddie Schmidt und Travis Banton entworfen. Zu sehen sind außerdem rund 120 Accessoires, 50 Fotos und Briefe aus der Sammlung des Berliner Filmmuseums, das Dietrichs Nachlass besitzt.

Lebens-Inszenierung

"Die Ausstellung soll die unvergleichliche Eleganz der Dietrich dokumentieren, die oft kopiert, jedoch nie erreicht wurde", sagte die Direktorin des Museums Galliera, Catherine Join-Diéterle. Marlene Dietrich habe sich derart mit ihren Rollen identifiziert, dass es zwischen ihrem Leben als Star und ihrem privaten Alltag praktisch keine Grenze mehr gegeben habe, meinte Join-Diéterle.

Die Dietrich inszenierte sich ihr Leben lang selbst und dabei spielte die Mode eine zentrale Rolle: In den 30er Jahren verkörperte der "Blaue Engel" die männermordende und unnahbare Femme fatale ebenso wie den androgynen, knabenhaften Typ. Nicht unbedingt ein Widerspruch, wie Catherine Join-Dieterle bemerkt: "Beide Rollen beruhen auf einer maskulinen Mentalität, die der Marlenes entsprach."

Tabubruch

1932 - drei Jahrzente bevor Yves Saint-Laurent das männliche Kleidungsstücke in die Frauenmode einführte - sorgte sie für einen kleinen Skandal, als sie im Smoking neben Maurice Chevalier und Gary Cooper posierte. "In jenen Jahren gab es Hotels in Paris, die Marlene in Männerhosen nicht durch den Haupteingang betreten durfte", erzählt Werner Sudendorf vom Filmmuseum Berlin, aus dessem Bestand die schillernden Exponate stammen. Noch in den 50er Jahren sei dem Star deshalb der Zugang ins Casino von Monte-Carlo verwehrt worden.

Bleibendes Denkmal

Die letzten 17 Jahre verbrachte Marlene Dietrich in der französischen Hauptstadt. Grund genug, ihr ein bleibendes Denkmal zu setzen. Ein Platz nahe der Avenue Montaigne im 16. Bezirk, wo Marlene Dietrich (1901-1992) zuletzt gewohnt hatte, trägtnun ihren Namen.

"Sie war Amerikanerin deutschen Ursprungs und außerdem Pariserin. Das gefällt mir", sagte Bürgermeister Bertrand Delanoë bei einer Feierstunde im Pariser Museum Galliera. Die in Berlin geborene Künstlerin sei Zeit ihres Lebens Kosmopolitin und damit "eine Frau des 21. Jahrhunderts gewesen", meinte Delanoë. Marlene Dietrich hatte Deutschland 1931 verlassen, um in Hollywood zu filmen. 1937 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. Sie kehrte erst 1945 nach Deutschland zurück.