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Beck's Fashion Defilee: In Kammermusik gekleidet

Ganz schön elitär: kaum Zuschauer, kaum Kleider, ausgesuchte Mode zu klassischer Musik im weißen Raum. Ausgerechnet einer Biermarke gelingt, was auf der Modewoche seinesgleichen sucht: ein Défilé von fünf jungen Design-Talenten der Hauptstadt.

Von Viola Keeve

Auch so kann man Mode präsentieren: leise, reduziert, als Konzertereignis in sehr privatem Rahmen, als hohe Kunst eben. Nur 60 Gäste waren zum "Beck´s Fashion Défilé" in der Auguststraße 67 geladen, darunter Dozenten wie Silvia Kadolsky, Leiterin der Elite-Schneiderschule Esmod, und ihr Mann Klaus Metz. Und weil "Défilé" eigentlich "feierliches Vorbeischreiten an hochgestellten Persönlichkeiten" bedeutet, brauchte es einen passenden akustischen Rahmen: Drei Kammermusiker des Mai-Ensembles spielten Werke von Ludwig van Beethoven, den Beatles, Franz Schubert und Astor Piazzolla. Dazu zeigten etwas blutarme Models jeweils fünf Modelle der neuen Sommerkollektionen der Berliner Designer Pulver, q.e.d., Miroike, Kristin Hensel und C. Neeon, alle keine Geheimtipps, sondern längst mehrfach ausgezeichnet.

Denn mit dem endgültigen Abzug der Streetwear-Messe "Bread & butter" nach Barcelona, verändert sich auch die Modewoche in Berlin, vieles wird jetzt professioneller, schicker, exklusiver. "Da müssen wir uns anpassen", sagt Michael Hoffmann von Beck´s. Seit die "Bread & butter" 2003 nach Berlin kam, fördert der Bierriese konsequent Nachwuchsdesigner, natürlich nicht uneigennützig: Die Brauerei wollte damit ihr neues Mildbier "Beck´s Gold" in der Lifestyle-Szene etablieren. Ihre jährliche "Fashion Experience" im Januar im E-Werk ist ein lautes, cooles Club-Ereignis, eine echte Talentbühne für den Nachwuchs mit fachkundiger Experten-Jury.

Ob es den jungen Designern passt oder nicht. Dass in Deutschland eben vor allem Champagner-, Bier- und Autofirmen den Nachwuchs fördern, bleibt eine Tatsache. Davon profitieren beide Seiten. Denn mit seinem ersten "Fashion-Défilé" hat der Mädchenbier-Hersteller erneut im Kreis der Modefachleute ein Zeichen gesetzt, ein ernst zu nehmender Mäzen zu sein, der dezent im Hintergrund bleibt, kein schlechter Marketing-Schachzug. Und wenn im nächsten Jahr noch der Grill für das anschließende Barbecue im grünen Innenhof der Kunstwerke heiß genug ist - und vor allem mehr Kleider eines Labels zu sehen sind als nur fünf rare Stücke, wird wohl auch das nächste Flanieren des Nachwuchs vor Stoff- und Schnittkundigen ein Erfolg. Zumindest kann sich die Brauerei sicher sein, dass ihr die alten Schützlinge, die sie auf ihrer "Fashion Experience" einmal ausgezeichnet hat, die Treue halten. C.Neeon zum Beispiel sollen ihre Teilnahme am New Generation Award der Mercedes-Benz Fashion Week abgesagt haben, weil sie keine Kollektion für Karstadt entwerfen wollten und zeigten ihre Mode lieber beim Goldbier-Brauer in den Kunstwerken.

Die Ätherischen: Pulver

"Utopia" heißt die neue Sommermode von Elisabeth Schotte, Franziska Schreiber, Therese Pfeil und Franziska Piefke, die seit 2003 unter dem Namen "Pulver" poetisch-puristische, elegante Mode entwerfen. Diesmal haben sie sich von den utopischen Ideen der Renaissance anregen lassen, von Paradiesdarstellungen von Hieronymus Bosch und Lucas Cranach, dem Älteren. Das Thema ihrer neuen Kollektion ist der Traum vom ewigen Leben, von den unvergänglichen Schönheit und Jugend, das Dauerthema der Mode schlechthin. Ihre Gold bedruckten, zarten Shorts und leichten Chiffonkleider in Jadegrün und Blauschwarz, mit PVC und Leder besetzt, wirken als wären sie dem Gemälde von Lucas Cranach "Der Jungbrunnen" (1546) entstiegen und in einem Labor der Nasa umgenäht worden. Wer jedenfalls in der Torstraße 199 im Showroom vorbeischaut und mehr nur als fünf Modelle sieht, wird feststellen, dass die Kollektion nicht nur aus einem albernen Alufolienhelm und schlichten, dunklen Minikleidern besteht, auch kein konzeptloses Sammelsurium ist, wie es auf dem "Beck´s Fashion Défilé" zu Beethovens Klängen zuerst schien, sondern wie gewohnt durchdacht, klug und in sich stimmig ist. www.pulver-studio.de

Die Durchstarterinnen: C. Neeon

Doreen Schulz und Clara Leskovar haben so ziemlich alles gewonnen, was sich in der Modebranche gewinnen lässt: 2004 den Fashion Channel der Galerie Lafayette, 2005 den renommierten Hyére-Modepreis. 2006 zeigten sie auf der Londoner Fashion Week. Ihre Spezialität sind geometrische Muster und asymmetrische Silhouetten. Zu Astor Piazolla zeigten sie ihre Sommerkollektion "Love you delicious", eigentlich ein merkwürdiger Ausdruck, der von einem Bonbonpapier aus Shanghai stammt. Übersetzen, glauben C. Neeon, lässt er sich nicht. Zur Kollektion gehören ein hautenger Kapuzen-Zweiteiler in Weiß, Grün, Rot, Grau, Blau und Schwarz und ein graublaues Mini-Strickkleid mit weißer Kordel. Alle Models trugen rote Velours-Pumps. C-Neeons Mode ist dezenter als sonst, knallt aber immer noch, übersehen werden ist nicht das Ziel der Designerinnen, die 2003 die Kunsthochschule Weißensee verlassen haben. www.cneeon.de

Die Verspielten: Miroike

Miroike stehen für klassische Eleganz mit Augenzwinkern, machen Mode im Stil des französischen Kinos der Fünfziger. 2004 wurde das Label von den Designern Ramiro Calderón Alvarado und Ulrike Seidel in Berlin gegründet. Beide graduierten an der Universität der Künste von Berlin in der Modeklasse Vivienne Westwood. Sie spielen gern mit Materialien und zeigten beim "Beck´s Fashion Défilé" ein taillenbetontes cognacfarbenes Blusenkleid mit lila Blüten aus Spitze, ein weites, graues "Fromme-Helene"-Kleid mit durchschimmernden Silberfäden und ein weißes Streifenkleid mit Fliegerbrille und kurzen Hosenträgern. www.miroike.com

Die Sachliche: Kristin Hensel

Reduktion und Klarheit sind charakteristisch für ihr Label, das Kristin Hensel 2004 gegründet hat. Sie studierte Modedesign an der Hochschule für Kunst & Design Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Im Oktober 2005 stellte sie im Rahmen der Pariser Modewoche im New-Designer-Salon "Rendez-Vous Femme" aus. Zu Franz Schubert zeigte sie beim "Beck´s Fashion Défilé" Sportmode im Stil der Zwanziger in die Achtziger katapultiert: grüne Tenniskleider im Charleston-Look mit weißen Handschuhschals und Nike-Stiefeln und weiße Jerseykleider mit goldenen Ösen und goldenem Handschuhschals. www.kristinhensel.com

Die Männerversteher: q.e.d.

Quod erad demonstrandum haben sie sich genannt, "was zu beweisen war", dass nämlich Frauen auch tragbare, im Detail raffinierte, ungewöhnliche Männermode machen können. Jasmin Moallim, Julia Böge und Simona Gabrieli gründen im August 2006 das Label q.e.d. (q.uod e.rat d.emonstrandum). Alle drei kommen von der Esmod Berlin und zeigten diesmal beim "Beck´s Fashion Défilé" Männermode in Schwarz, Weiß und Grau: Großvater-Weste, grauweiß gestreiftes Hemd und silbergrauen Trenchcoat, von blassen, zarten Models getragen zu Streicherklängen von John Lennon und Paul McCartney.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(