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Billionaire: Playboys Kaufladen

Endlich kümmert sich jemand um die Millionäre: Flavio Briatore will mit der Marke Billionaire ein Lifestyle-Segment für Superreiche schaffen - und beginnt mit einem Modeshop.

Die Eingangstür klemmt. Im Kamin steht ein Fernseher mit Kaminfeuer-Video. Das Shopdesign besteht aus mehr Blattgold als die Eremitage und mehr Vorhang als eine Stadttheaterbühne. Zu kaufen gibt es Mäntel aus Ponyfell mit Giraffendruck, goldene Lurexschuhe und Hemden mit Rüschenbrust und quadratischen Swarovski-Knöpfen. Man denkt: die Kostümkammer einer Achtziger-Jahre-Band; man denkt: die Jahreshauptversammlung der Moskauer Zuhälter. Bis man die Preise erfährt. 9500 Euro für den Mantel, 1000 für die Schuhe, 1250 für das Hemd. Nun war es schon immer wahnsinnig teuer, billig auszusehen, aber die Kühnheit der Preisgestaltung ist selbst für Londoner Verhältnisse spektakulär.

In einem Ledersessel vor dem Kaminfeuer-Video sitzt der Mann, der mit diesen Klamotten Geld machen will und, wenn alles so läuft wie bisher in seinem Leben, auch machen wird. "Billionaire Couture" ist das jüngste Unternehmen von Flavio Briatore, Playboy, Partyhengst, Paparazzi-Liebling. Der Laden im schicken Shoppingviertel Chelsea ist der erste, in dem "das bestgehütete Geheimnis der internationalen Elite" verkauft wird, der nächste soll bald in New York eröffnet werden, und Briatore ist überzeugt, dass auch der Rest der Welt nur auf sein Label gewartet hat. "Es gibt nur zwei Sorten teure Männermode", erklärt er mit einem Akzent so dick wie toskanische Bohnensuppe, "einmal Designermode, aber die ist zu übertrieben, zu over the top, zu weiblich, zu ..." Er zeichnet eine Girlande in die Luft. Zu schwul? - "... das haben Sie gesagt. Und dann die klassischen Herrenausstatter, die einfach zu langweilig sind. Ich will ja keine Namen nennen, aber ... Brioni, Zegna." Er seufzt. "Es ist schwer, etwas Maskulines zu finden, das trotzdem Flair hat."

Für das Flair ist der Designer Angelo Galasso zuständig, ein kastanienfarben gebräunter Ex-Banker vom Typ Gentlemangauner, dem ein strassgesäumtes lila Einstecktuch aus der Brusttasche schäumt und dem fruchtdropsdicke Hemdenknöpfe den Bauch schmücken. Galasso hat schon mit seiner Marke "Interno 8" das Bedürfnis nach exquisiter Auffälligkeit befriedigt. "Männer wollen dieselben Möglichkeiten wie Frauen haben, um sich hervorzuheben. Man trifft sich doch immer wieder auf denselben Partys, man will nicht die gleichen Anzüge wie die anderen tragen."

Für die köstlichen "Wo hast du das denn her?"-Momente kann man sich bei "Billionaire Couture" die Hemden aus einem Stoff schneidern lassen, in den die Initialen des Besitzers in wiederkehrendem Muster eingewebt sind (2200 Euro), Schuhe aus Engelshaileder (1600 Euro) und Krokodilmäntel (50000 Euro) erstehen, Kobragürtel mit einem ausgestopften Schlangenkopf als Schnalle (1100 Euro) oder giftgrüne Cashmerepullover mit bubblegumfarbenen Kroko-Ellenbogenbesätzen (zu scheußlich, um nach dem Preis zu fragen).

Die Spezialität des Hauses ist der "watch cuff", eine Hemdenmanschette mit Guckloch, damit das teure Chronometer nicht unbeachtet darunter verschwinden muss. David Beckham ist Kunde, Paul McCartney hat hier ein Hemd und Veganer-Schuhe geordert, aus Cashmere und mit Gummisohle. Die Designphilosophie ist einfach: Man muss im dunkelsten Nachtclub auf 20 Meter Entfernung mit Sonnenbrille erkennen, dass etwas "Billionaire" ist. Deshalb sind auch die schlichteren Teile mit unverwechselbaren Details ausgestattet: Jedes Jackett hat eine doppelte Brusttasche, diagonal zulaufende Knopflöcher und - liebevoller Touch - eine Innentasche, die einen First-Class-Boardingpass in voller Länge aufnimmt.

Wer kauft so was? "Oh, Russen, Amerikaner, Japaner ... Wir haben kürzlich das Geschäft für einen Reeder geschlossen, der in drei Stunden für 90 000 Pfund eingekauft hat." Galasso senkt diskret die Stimme: "Größe 62." Überhaupt geben Männer, sagt er, viel mehr und viel leichter Geld aus als Frauen. "Die fragen nie nach Sonderangeboten. Das wäre ihnen peinlich."

Bei "Billionaire Couture" mag es vordergründig um Kleidung gehen, aber was hier eigentlich verkauft wird, ist Eau de Flavio. In einer Umfrage eines italienischen Wirtschaftsmagazins sagten kürzlich 67 Prozent der befragten Männer: Flavio Briatore ist der Mann, der ich am liebsten wäre. Es ist, als ob er zehn Jahrgänge Männerzeitschriften studiert und alles geordert hätte, was drin gestanden hat: einen Formel-1-Rennstall, Model-Freundinnen in Heavy Rotation, Privatjet und 65-Meter-Yacht mit Champagnerkeller, ein paar Nightclubs und ein Luxusrestaurant, ein Penthouse in London und ein Elf-Zimmer-Anwesen in Kenia mit vier Pools und 50 Angestellten. Flavio Briatore ist hochdestilliertes Testosteron, VSOP, und sein Leben findet hinter einem einzigen samtbezogenen Absperrseil statt. Kann man sich einen besseren Werbeträger wünschen?

Kein Wunder, dass das Geschäft aussieht wie ein Fanshop. Über dem Kamin hängen an die 20 Fotos - Flavio mit Silberpokal, Flavio mit spritzender Champagnerflasche, Flavio ganz versonnen. Mitten zwischen den Jacketts hängen zwei mit "FB" am Ärmel, gebrauchte Stücke von Flavio, sagt Signore Galasso. Und man kann sie kaufen? "Aber ja, die Leute lieben es, Flavios Sachen zu kaufen." Sogar seine leicht abgewetzten Samtpuschen, Größe 43, die auf einem Podest stehen. Ganz neu ist die Idee nicht: Auch seine 40-Millionen-Dollar-Yacht "Force Blue" und seinen kenianischen Palast "Lion in the Sun" stellt Briatore gegen ein geringes Entgelt Interessenten zur Verfügung, die sich für ein paar Wochen in seinen Lifestyle einkaufen wollen. Ein Bombengeschäft, keine Frage. Er muss nur ein paar Tage im Jahr auf der Yacht verbringen, Naomi Campbell muss sich ein bisschen topless auf dem Vorderdeck rekeln, ein paar Paparazzi müssen ihre Teleobjektive gerade halten, und schon rollt der Rubel. Auch seinen "Billionaire Club" auf Sardinien hat er mit dieser Methode groß gemacht. "Die Leute haben sich noch nie beschwert, dass bei uns eine Flasche Champagner 1000 Euro kostet. Sie beschweren sich nur, wenn sie nicht reinkommen."

Betrachtet er sich selbst als eine Luxusmarke? Er lächelt, zuckt die Schultern, redet von der Macht der Medien, dem globalen Hunger nach Träumen. Er ist smart. An seinem wahren Leben, das weiß er genau, ist kein Mensch interessiert. "Mir hat noch nie ein Paparazzo aufgelauert, wenn ich morgens um sechs in die Renault-Fabrik gefahren bin oder um sieben ins Büro." Träume haben eine größere Gewinnmarge.

"Es gibt nur zwei Sorten Leute im Leben", sagt er nach dem dritten Espresso. "Leute, die gern kaufen, und Leute, die gern verkaufen. Ich bin ein Verkäufer." Er ist der beste: "Flavio könnte Eskimos Eiswürfel verkaufen", hat sein Ex-Chef Luciano Benetton mal gesagt. Mit sieben hat er bereits auf dem Pausenhof Wetten auf den Giro d'Italia organisiert, mit 20 Geld an der Mailänder Börse gemacht, dann illegale Pokerspiele organisiert. 1977 zog er nach New York, um das US-Geschäft von Benetton aufzubauen. In fünf Jahren hatte er das Filialnetz von null auf 750 ausgebaut, ohne jede Ahnung vom Modegeschäft. Ohne jede Ahnung von Autos ("Ich kann nicht mal einen Reifen wechseln") übernahm er Benettons Formel-1-Team, kaufte einen jungen, unbekannten Fahrer namens Michael Schumacher ein und trieb ihn zu zwei Weltmeisterschaften. 2001 übernahm er Renault, kaufte er einen jungen, unbekannten Fahrer namens Fernando Alonso und peitschte auch den zur Weltmeisterschaft. Wie macht er das? "Ich weiß nicht. Ich fühle, wenn etwas Erfolg haben wird."

Und jetzt eben "Billionaire". Der Plan ist, aus dem Label eine Lifestyle-Marke für Männer zu machen. Erst der Nachtclub, dann die Mode, dann die Kosmetik ("Wir werden den besten Rasierschaum der Erde haben! Der Preis interessiert mich nicht!"), dann die Welt. Es gibt Millionen von Millionären auf der Welt, sagt Briatore, und niemand kümmert sich richtig um sie.

Er führt ein Leben, von dem alle träumen, sagt er - sogar er selbst. "Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele Abende ich einfach nur allein zu Hause sitze und vor dem Fernseher esse. Aber wer will das wissen?" Und wer will wissen, was wirklich mit all den Mädchen ist, die sich vor den Kameras als Flavios Neue vorstellen und deren Namen er meist noch nie gehört hat. Er hat nur fünf Freunde, sagt er. "Leute halten mich für arrogant. Ich brauche viel Zeit, bis ich jemandem nahe bin. Und ich habe nicht viel Zeit."

Später steht er hinten im Laden, zieht sich "Billionaire"-Hemd und "Billionaire"-Jackett aus, die er nur fürs Interview getragen hat, und streift einen alten Cashmerepulli über. Die Show ist vorbei, nun kann er wieder arbeiten gehen.

Meike Winnemuth / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(