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Designer: Fünf Mode-Meister

Sie sind die Köpfe hinter den Kleidern unserer Modeproduktion: zwei edelgraue Eminenzen, zwei Jungstars und eine Traumweckerin.

Von Jina Khayyer

Azzedine Alaïa - einem breiten Publikum sagt dieser Name nichts. Dabei bestimmt der Mann seit mehr als 20 Jahren die Mode. Alaïa gilt als der Erfinder des tragbaren Sex. In den 80er Jahren machte er Lederkorsagen salonfähig, getragen von Überfrauen wie Grace Jones und Naomi Campbell. Seitdem ist er seiner Handschrift treu geblieben - er schneidert stets eine zweite Haut aus Stoff.

Alaïa, als Sohn einer Bauernfamilie in Tunesien geboren, studierte dort Bildhauerei und kam in den 50er Jahren nach Paris, um die Académie des Beaux-Arts zu besuchen. Nebenbei arbeitete Alaïa als Haushälter und Hausschneider der Comtesse de Blégiers und lernte so die feine Pariser Gesellschaft kennen. Bald zählten Marlene Dietrich und Greta Garbo zu seinen Kundinnen. Anfang der 80er gründete Alaïa sein eigenes Atelier. Beim Entwerfen denke er an den Körper der Frau, sagt er, nicht an die Vergangenheit oder die Zukunft: "Die Jugend interpretiert die Mode, und die Jugend lebt in der Gegenwart."

Mit seine Foundation fördert er den Nachwuchs

Dem Designer gehört ein ganzer Häuserblock im Pariser Viertel Marais. Hier liegen sein Atelier, seine Privatgemächer und seine Foundation, mit der Alaïa junge Fotografen, Modedesigner und Industriedesigner fördert und ausstellt. Seine gesamte Belegschaft wird täglich von seinem Chefkoch verpflegt.

Vier Stunden - mehr Schlaf braucht Alaïa nicht. "Ich will nicht unnötig Zeit verschwenden. Wenn ich abschalten will, schaue ich lieber 'National Geographic' im Fernsehen." Seine Kollektionen präsentiert er jenseits des Modekalenders, wann er will, und er lädt auch nur ein, wen er will: "Ich mache Mode, weil ich Mode liebe, und nicht, um eine Show zu veranstalten."

Als Alaïa dieses Jahr von Nicolas Sarkozy der Orden der Ehrenlegion - Frankreichs höchste Auszeichnung - angeboten wurde, lehnte er ab. "Ich halte nicht viel von Auszeichnungen. Das ist nur Deko; ich mag keine Dekorationen. Außer wenn Frauen meine Kleider tragen - das ist eine wunderbare Dekoration."

Alber Elbaz

Er ist klein, rundlich und trägt eine Riesen-Fliege. Bevor YSL von Tom Ford versext wurde, arbeitete Alber Elbaz an der Seite von Monsieur Yves Saint Laurent. Seit 2001 ist Elbaz der künstlerische Direktor von Lanvin, einem der ältesten Pariser Modehäuser. Der 46-Jährige versöhnt das Moderne mit dem Femininen und lockert die strenge Schneiderkunst etwa mit unvollendeten Säumen auf. So bezaubernd, dass man sich gern die Nase am Schaufenster auf der Rue du Faubourg Saint-Honoré platt drückt.

Miuccia Prada

Viele Frauen träumen davon, etwas von Prada zu besitzen. Ein Parfüm, eine Handtasche, ein Kleid. Miuccia Prada, 59, gelingt es mit jeder Kollektion, Menschenscharen in ihre Boutiquen zu locken. In Tokio und Los Angeles sind diese von dem Architekten Rem Koolhaas gebaut. Hier zeigt sich am deutlichsten, wie traumgesteuert Frauen sind, wenn es um Prada geht.

Stefano Pilati

Der 43-jährige Mailänder stand oft im Schatten: von Miuccia Prada bei Miu Miu, von Tom Ford bei YSL. Nach dem Abgang von Ford wurde Pilati 2004 von Yves Saint Laurent persönlich zum Kreativdirektor ernannt. Seitdem präsentiert er das Label als kühn, selbstsicher und ultraschick. Die Kollektion für den kommenden Herbst wurde von einer Model-Armee mit rabenschwarzem Louise-Brooks-Bob präsentiert, in Robocop-Kleidern aus feiner Wolle, im Rollkragenpulli zu weit geschnittenen Zigarrenhosen. Darüber Wollmäntel, geschnitten wie Fracks.

Haider Ackermann

Sein Modestudium an der Akademie in Antwerpen musste Haider Ackermann, 37, aus Geldmangel abbrechen. Er landete als Toilettenwärter in einem Club. Dort begegnete er seinem Kommilitonen Raf Simons (heute Kreativdirektor bei Jil Sander). "Er stellte mich allen vor, die er kannte", sagt Ackermann. Das brachte ihn nach Paris, wo er seine erste Kollektion fertigstellte. Erste Show - voller Erfolg. Die weltweit führenden Boutiquen bestellten. Das ist fünf Jahre her, in denen Ackermann durch seine Silhouette so bedeutend geworden ist wie sein "Pate" Simons.

Azzedine Alaïa

Azzedine Alaïa - einem breiten Publikum sagt dieser Name nichts. Dabei bestimmt der Mann seit mehr als 20 Jahren die Mode. Alaïa gilt als der Erfinder des tragbaren Sex. In den 80er Jahren machte er Lederkorsagen salonfähig, getragen von Überfrauen wie Grace Jones und Naomi Campbell. Seitdem ist er seiner Handschrift treu geblieben - er schneidert stets eine zweite Haut aus Stoff.

Alaïa, als Sohn einer Bauernfamilie in Tunesien geboren, studierte dort Bildhauerei und kam in den 50er Jahren nach Paris, um die Académie des Beaux-Arts zu besuchen. Nebenbei arbeitete Alaïa als Haushälter und Hausschneider der Comtesse de Blégiers und lernte so die feine Pariser Gesellschaft kennen. Bald zählten Marlene Dietrich und Greta Garbo zu seinen Kundinnen. Anfang der 80er gründete Alaïa sein eigenes Atelier. Beim Entwerfen denke er an den Körper der Frau, sagt er, nicht an die Vergangenheit oder die Zukunft: "Die Jugend interpretiert die Mode, und die Jugend lebt in der Gegenwart."

Mit seine Foundation fördert er den Nachwuchs

Dem Designer gehört ein ganzer Häuserblock im Pariser Viertel Marais. Hier liegen sein Atelier, seine Privatgemächer und seine Foundation, mit der Alaïa junge Fotografen, Modedesigner und Industriedesigner fördert und ausstellt. Seine gesamte Belegschaft wird täglich von seinem Chefkoch verpflegt.

Vier Stunden - mehr Schlaf braucht Alaïa nicht. "Ich will nicht unnötig Zeit verschwenden. Wenn ich abschalten will, schaue ich lieber 'National Geographic' im Fernsehen." Seine Kollektionen präsentiert er jenseits des Modekalenders, wann er will, und er lädt auch nur ein, wen er will: "Ich mache Mode, weil ich Mode liebe, und nicht, um eine Show zu veranstalten."

Als Alaïa dieses Jahr von Nicolas Sarkozy der Orden der Ehrenlegion - Frankreichs höchste Auszeichnung - angeboten wurde, lehnte er ab. "Ich halte nicht viel von Auszeichnungen. Das ist nur Deko; ich mag keine Dekorationen. Außer wenn Frauen meine Kleider tragen - das ist eine wunderbare Dekoration."

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