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Kleider, die Geschichte schrieben Ministerin in Lack und Leder: Als Dorothee Bär Darth Vader Konkurrenz machte

Dorothee Bär beim Deutschen Computerspielpreis
Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, und ihr Parteikollege Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer beim Deutschen Computerspielpreis
© Gerald Matzka / DPA
Sie ist CSU-Politikerin und Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär hat aber auch ein Faible für die Farbe Pink und gewagte Kleidung. Zu sehen bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises im Jahr 2019.

Mit Latexkleidung hat die CSU keine gute Erfahrung gemacht. Im Frühjahr 2007 druckte die Zeitschrift "Park Avenue" einen Artikel mit dem Titel "Sankt Pauli". Es war ein Porträt der damaligen Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Die CSU-Politikerin posierte auf Fotos mit schwarzen Latexhandschuhen und aufgemalter Gesichtsmaske. Ein Skandal für die konservative CSU. Pauli klagte nach Erscheinen der Geschichte auf Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte, sie habe die Veröffentlichung der Bilder nicht autorisiert. Der Streit endete mit einem Vergleich zwischen Politikerin und "Park Avenue" – und dem Austritt Paulis aus der CSU.

Rund zwölf Jahre später zeigte sich wieder eine CSU-Politikerin in der Öffentlichkeit. Diese Mal allerdings mit voller Überzeugung und ohne Scheu posierend für die Kameras. Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, erschien im April 2019 zur Verleihung des Deutschen Computerspielpreis in einer Robe, die selbst Darth Vader in den Schatten stellte. Die 42-Jährige trug eine Kreation der österreichische Designerin Marina Hoermanseder. Die ist bekannt für hautenge Lack- und Ledermodelle, die sonst bevorzugt Stars wie Lady Gaga oder Rihanna auf der Bühne präsentieren.

CSU-Ministerin Dorothee Bär liebt die Farbe Pink

Aber eine CSU-Ministerin in pinker Corsage und schimmerndem Schnallenrock, das ganze schulterfrei und in minimaler Länge – das sorgte natürlich für Gesprächsstoff. Bär selbst erklärte die Wahl des ungewöhnlichen Outfits so: "Ich hab mir gedacht: Was ist die Berliner Variante für das Dirndl? Und dann bin ich auf das hier gekommen." Dass sie eine Vorliebe für die Farbe Pink hat, wie sie auf ihrem Instagram-Profil schreibt, dürfte die Auswahl beschleunigt haben.

Designerin Hoermanseder zeigt auf ihrer Internetseite stolz ein Foto der Ministerin im Outfit aus der Frühjahr-Sommer-Kollektion. Günstig sind ihre Kreationen nicht. Eine Corsage kostet etwa 1200 Euro, der Schnallenrock schlägt mit 1500 Euro zu Buche. Ob Bär das Outfit für den Auftritt nur geliehen oder erworben und nun dauerhaft im Schrank hängen hat, ist nicht bekannt.

Dass es für so viel Wirbel sorgte, habe sie allerdings überrascht. Sie dachte, zwischen all den Avataren und Cosplayern gar nicht weiter aufzufallen, so die Ministerin. Und Modemacherin Hoermanseder gestand: "Ich glaub, ich hab nicht mit ganz so viel Trubel gerechnet, aber ich hab mich sehr gefreut. Wir hatten beide nicht unbedingt damit gerechnet, wieviel Wind so ein Outfit machen kann."

Zu Beginn des Jahres besuchte Dorothee Bär die Show von Marina Hoermanseder auf der Berliner Fashion Week und schwärmte von den "kleinen Schwarzen mit den großen Schleifen". Das seien Entwürfe, die sie auch als Politikerin tragen könne. Vielleicht war der Auftritt beim Computerspielpreis nicht Bärs letzter in Lack und Leder.

jum

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