HAUTE COUTURE Torrente und ein Hauch von Spitze


Nach dem Eröffnungsdefilee von Yohji Yamamoto am Sonntag startete mit dem Modehaus Torrente nun der offizielle Teil der viertägigen Haute-Couture-Schauen.

Mit einer Hommage an die 30er Jahre hat das Modehaus Torrente am Montag die Pariser Haute-Couture-Schauen eröffnet. Designerin Rose Mett zeigte Hosenanzüge aus Spitze, Abendkleider mit Lochstickerei und schwingende Röcke - kurz oder knöchellang. Vier Tage lang wollen mehr als 20 Modeschöpfer ihre Entwürfe für den Herbst/Winter 2002/3 präsentieren.

Auf dem offiziellen Veranstaltungskalender der für Haute Couture zuständigen Handelskammer stehen insgesamt 26 Defiles, darunter elf von Vollmitgliedern wie Dior, Chanel, Gaultier oder Ungaro. Am Rande zeigen außerdem zahlreiche Nachwuchs-Designer ihre Kollektionen.

Letzte Kollektion von Oscar de La Renta

Nach dem Rücktritt von Yves Saint Laurent im Januar steht dabei wieder ein Abschied bevor: Balmain-Designer Oscar de La Renta zeigt seine letzte Pariser Kollektion. Er will sich künftig auf seine Arbeit in den USA konzentrieren.

Elegante Entwürfe von Rose Mett

Rose Metts Entwürfe bestachen durch Eleganz. Die Modeschöpferin - eine der wenigen Frauen im Pariser Haute-Couture-Zirkel - erinnerte sich wieder an den klassischen Faltenrock. So zeigte sie zum Beispiel ein lilafarbenes Jerseykleid mit asymmetrischen Saum und kurzen Falten auf der einen Seite. Einen hellbraunen Minirock - ebenfalls mit Falten nur auf einer Seite - kombinierte sie mit einem kurzärmeligen Pelz-Shirt.

Spitze und Stickerei

Bei ihrer Abendmode dominierten Spitze und Stickerei. So zeigte Rose Mett ein Kleid mit applizierten schwarzen, Patchwork-?Fetzen? aus Samt, Spitze und Seide. Aufgestickte Perlen und Pailletten rundeten das Bild ab. Ein langes eng geschnittenes Abendkleid war dicht mit goldenen Blättern bestickt, dazwischen prangten Blüten aus zartem Chiffon. Einen blauen Hosenanzug aus Guipure schmückten große Blumen aus Leder. Das Brautkleid, mit dem traditionell ein Defile beendet wird, führte dieses Mal die Ballerina Marie-Agnes Gillot von der Pariser Oper vor. In einem schlichten weißen Kleid mit schulterfreiem Oberteil interpretierte sie auf dem Laufsteg das »Ave Maria«.

Yamamoto »ersetzt« Yves Saint Laurent

Die Schau eröffnete bereits am Sonntagabend Yohji Yamamoto, der seine Kollektion erstmals im Rahmen der großen Maßschneider vorstellte. Der leere Platz, den Yves Saint Laurent mit seinem Abschied im Januar auf dem Kalender der Pariser Haute Couture hinterlassen hatte, ist somit wieder besetzt.

Im Gegensatz zu den Couturiers, die ihre individuell gefertigten Modelle für den kommenden Herbst/Winter präsentieren, zeigte der japanische Designer jedoch bereits seine Prêt-á-Porter (hochwertige Konfektion) Frühjahr/Sommer 2003.

Yamamoto wirkte stilbildend

Yamamoto gehört zu den wichtigsten Modemachern. Seine asymmetrischen Schnitte, die klaren Schnitte und die Dominanz der Farbe Schwarz beeinflussten das Stilbild der vergangenen zwei Jahrzehnte. Den Schritt, sich mit den großen Schneiderkünstlern zu messen, werten Fachleute als längst überfällig, auch wenn der Japaner kein Maßatelier unterhält.

Schluppenblusen und Tusche-Drucke

Unter den Klängen des »Bolèro« vom Maurice Ravel variierte die Show Yamamotos zwischen weiten Trapezformen und - als Kontrast - Körpernähe bei Hosen und Tops. Die Schluppenblusen mit ihren langen Schals wirken wie eine Hommage an Yves Saint Laurent. Schwarz-Weiß- Kontraste unterstreichen den Lagen-Look einiger Röcke. Am Dekolleté entfernen sich die Kleider steif vom Körper und betonen die oft architektonischen Schnitte. Japanische Tusche-Drucke und als Träger verwendete Silberketten setzen schließlich die dekorativen Akzente.


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