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London Fashion Week: Pelz statt Haut und Knochen

Auf der London Fashion Week verzichtete der britische Star-Designer Julien Macdonald bei seiner Präsentation auf Magermodels. Statt dessen schickte er Super-Model Naomi Campbell auf den Laufsteg - dennoch hagelte es auch für ihn Proteste.

Der britische Star-Designer Julien Macdonald (34) hat auf der Londoner Modewoche ein Zeichen gegen zu dünne Models gesetzt. Bei seiner Modepräsentation verzichtete der Waliser auf ultradünne Frauen und schickte Model Naomi Campbell auf den Laufsteg. Unterdessen kritisierte die Tierschutzorganisation PETA die häufige Verwendung von Pelzen in Macdonalds Kreationen.

Campbell, die in ihrer langjährigen Karriere nie wegen Gewichtsproblemen aufgefallen ist, hatte sich zuvor in die Debatte um Mager-Models eingeschaltet. Sie sagte, Magersucht sei ebenso wie die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen eine Krankheit. Die 36-Jährige eröffnete Macdonalds Schau, die zu den Höhepunkten der Londoner "Fashion Week" zählt, in einem schwarzen, mittellangen Mantel mit Pelzkragen über schwarzen Leggings.

Schwarz und weiß waren die dominierenden Farben bei Macdonalds Präsentation, nur gelegentlich waren auch grau, dunkelgrün, kupferrot und braun zu sehen. Pelz war das am häufigsten verwendete Material, das der Designer bei fast jedem Kleidungsstück benutzte.

PETA ruft zum Boykott auf

Vertreter von PETA riefen zum Boykott von Macdonalds Kleidung auf. "Jedes Jahr werden unzählige Tiere für Juliens Kollektion getötet - im Namen von Habgier und Eitelkeit", hieß es darin.

Die Kreationen des britischen Modemachers waren deutlich vom Stil der zwanziger und achtziger Jahre inspiriert. Der Star-Designer präsentierte Kostüme mit dreiviertellangen Ärmeln, schwarze Stirnbänder, züchtige, knie-lange Faltenröcke und mit Pailletten verzierte Minikleider in schwarz und gold.

Macdonalds zählt zu den bekanntesten Modemachern Großbritanniens. Mit der Abschlussschau nach seinem Mode-Studium am Londoner Royal College of Art machte er Karl Lagerfeld auf sich aufmerksam. Er arbeitete anschließend für Chanel und Givenchy. Stars wie Jennifer Lopez und Paris Hilton haben seine Mode getragen.

DPA / DPA