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MODEWOCHE: Boss in New York

Auf der New Yorker Fashion Week haben junge und etablierte Modemacher Trends für den kommenden Herbst vorgestellt - so auch der deutsche Designer Hugo Boss.

Die New Yorker Modewoche geht mit den Präsentationen von Kenneth Cole, Donna Karan und Calvin Klein zu Ende. In rund 80 Modeschauen hatten eine Woche lang etablierte und junge Designer Trends für den kommenden Herbst im Bryant Park an der 42nd Street vorgestellt.

Effektvoll: Damen- und Herrenmode in Synergie

Unter großem Publikumsinteresse waren die Schauen des Österreichers Helmut Lang und der deutschen Marke Hugo Boss am Donnerstag über die Laufstege gegangen. Boss hatte zum ersten Mal die Damen- und Herrenkollektion gemeinsam gezeigt, um von der »Dynamik und den Synergieeffekten« zwischen den Geschlechtern zu profitieren, sagte Kreativdirektor Lothar Reiff. Auf dem von unzähligen Lichtern besetzten Laufsteg beherrschten Winterweiß, dunkle Töne und Burgunderrot das Bild. Bei den Herren fielen schmal geschnittene Mäntel in Leder oder schwer wirkender Wolle auf, Höhepunkte bei den Damen waren halbdurchsichtige Abendkleider mit schwingendem bodenlangen Rockteil.

Mode im Zeichen der Zeit

Auch wenn die Modewoche »Fall 2002« diesmal den politischen Zeichen der Zeit folgte und weniger Partys und Glanz angesagt waren: Top-Models wie Naomi Campbell und Kate Moss sorgten trotzdem für kribbelnde Erwartungshaltung in den Zelten am Bryant Park an der 42nd Street. Hollywood-Schauspielerin Susan Sarandon oder Kim Cattrall - Samantha aus »Sex And The City«, Baseball-Star Derek Jeter von den New York Yankees oder der frühere New Yorker Bürgermeister David Dinkins im Publikum gaben den Schauen das entsprechende Flair.

Stars aus Fashion und Pop

Die New Yorker Modewoche schöpft ihre besondere Energie aus dem Nebeneinander von etablierten Modemachern und absoluten Neulingen. Das galt auch diesmal: Da zeigten Tommy Hilfiger, Oscar de la Renta und Donna Karan ihre Entwürfe neben denen von Pop-Star Chris Kirkpatrick von 'NSync, einem absoluten Neuling in der Branche, oder Hip-Hop-Mogul Sean »P.Diddy« Combs, der seine Linie »Sean John« in diesem Jahr extra nicht in Paris vorführte, um stattdessen in seiner Heimatstadt New York ein Zeichen zu setzen.

Uniform-Stil und politische Botschaften

Auffallend für die Herbstsaison waren die reichlich verwendeten Elemente von Uniformen, sowohl bei den Herren als auch bei den Damen. Vielleicht hatten sich einige Designer von der patriotischen Stimmung in Amerika anstecken lassen. Tommy Hilfiger kleidet die Männer in Mäntel mit breiten Revers aus herben Twill- und Wollstoffen, die Damen können bei Marc Jacobs die Version in einem verwaschenem Pink haben. Fast beschwörend und sehr selbstkritisch kam die Botschaft von Kenneth Cole daher, der seine Präsentation mit Botschaften aus seiner aktuellen Werbe-Kampagne begleitete: »Am 12. September wurden wir daran erinnert: Das Leben ist keine Kostümprobe.«

Blumen und Bolero

Trotzdem war auch Platz für spielerische Elemente, vor allem für viele Flatterblusen und Röcke - im Stil der Flower-Power-Generation. Cynthia Steffe verwendete sie eher zurückhaltend, in edlem Flamenco-Stil mit sehr viel durchsichtigen Stoffen, während Anna Sui Muster bunt zusammenwürfelt. Auch Marc Jacobs favorisierte den Retro-Schick und kombinierte extrem verschiedene Materialien zu überraschenden Effekten.