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Modewoche in Mailand: Magere Models, fette Gerüchte

In Mailand flanieren die Gerüchte: Kylie Minogue will nicht heiraten, Supermodel Bar Rafaeli steht eigentlich gar nicht so richtig auf ihren Freund Leonardo DiCaprio - und die Magermodels bekamen auch ihr Fett weg.

Dreimal Klatsch aus Mailand: Kylie Minogue wird nicht heiraten. Entgegen jüngsten Gerüchten wird die australische Pop-Ikone ihrem langjährigen Freund Olivier Martinez nicht das Ja-Wort geben. "Wir lieben uns", sagt die 38-Jährige, "aber in meinem Alter macht Heiraten irgendwie keinen Sinn." Erst vor einigen Wochen hatte die britische Boulevard-Zeitung "Daily Star" aus dem vermeintlichen Bräutigam herausgekitzelt, er werde im Dezember vor den Altar schreiten wollen.

Der italienische Nationalverteidiger Marco Materazzi hat den Franzosen Zinédine Zidane nicht wirklich schlimm beleidigt, jedenfalls nicht in einem Maße, das dumme Kopfstöße rechtfertigen würde. Soviel versichert jedenfalls Andrea Pirlo, kreatives Hirn der italienischen Nationalteams, und der muss es ja wissen.

Das israelische Supermodel Bar Rafaeli hält Jack Nicholson für den besten aller Schauspieler. In ihre Top-Five-Liste kommen außerdem Robert de Niro, Al Pacino und Russel Crowe und - mit Ach und Krach - auch noch Leonardo DiCaprio. Gut so, denn der ist schließlich ihr Freund. Allen weiblichen Bewunderern des amerikanischen Schauspielers hier ein Satz zum Trost: Die 21-Jährige sieht ihren Freund so gut wie nie, wie sie erzählt, soviel ist sie unterwegs.

Magermodels Thema Eins

All das konnte man erfragen und erfahren auf einer Party, die Domenico Dolce und Stefano Gabbana anlässlich der bevorstehenden Eröffnung ihres Restaurants "Gold" in Mailand gaben. Zu den weiteren Gästen zählten die Starfotografen Terry Richardson und Mario Testino, die Berlusconi-Kinder Eleonora und Luigi Berlusconi (niemand kann sich seine Eltern aussuchen) sowie Paris und Niki Hilton (niemand kann sich seine Kinder aussuchen). Die reichen und schlanken Schwestern ließen es sich schmecken, die leckere Schoko-Nachspeise allerdings ließen sie unangerührt auf den Tellern liegen.

Und damit zum Thema Nummer Eins der Modenschauen: Magermodels. Von denen gab es auch den letzten beiden Tagen wieder etliche zu sehen, die magersten liefen bei Jil Sander. Dort regieren der Belgier Raf Simons und seine sehr asketische Sicht auf die Mode. Während die Unternehmensgründerin Jil Sander perfekte Rüstungen und textilen Ego-Schutz für ihre Kundinnen schneiderte, macht der belgische Avantgardist es den Frauen schwerer. Große Volumen, scharfe Schnitte, ungewöhnliche und starke Farben - wer heute Jil Sander trägt, muss sich erst einmal in die Sachen hinein gewöhnen. Und ein paar Kilo abspecken.

Strammen Busen vortäuschen

Was die Internetseite erdic.it in den Mailänder U-Bahn-Waggons auf Plakaten propagiert ("Vergrößerung des Busens auf natürliche Weise", "Null Prozent Silikon"), kann man sich bei Dolce & Gabbana viel einfacher besorgen: Einen prächtigen Vorbau. Das Modeduo schickte Bustiers aus Plastik oder Leder auf den Laufsteg, die einen strammen Busen vortäuschen oder eine Pin-up-Figur verschaffen. Ihre Botschaft richtet sich gegen die Schönheitschirurgie: "Ruiniert nicht eure Körper", rufen sie auf, "für eine propere Form reicht ein gut geschnittenes Body."

Überhaupt verabschiedet sich die italienische Modeindustrie in diesen Monaten von Magerkost oder Anorexie. Die aktuellen Umsatzzahlen beweisen: Die mageren Jahre sind vorbei, die Umsätze der maßgeblichen italienischen Modefirmen sind im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen, ihre Gewinne sogar um sage und schreibe achtzig Prozent.

Die kurioseste Kollektionspräsentation ging übrigens Baden: Vivienne Westwood ließ ihre Bademodenlinie von leicht bekleideten Models im Schwimmbad des Hotels Grand Visconti Palace vorführen. Ein feuchter Spaß.

Den hatten im noblen Mailänder Geschäftsrestaurant Il Baretto offenbar auch Anna Wintour und Miuccia Prada. In Italien wird - wie man ja jetzt weiß - eigentlich jeder abgehört, aber worüber bei diesem trauten Stelldichein zwischen dem Teufel und Prada geplaudert wurde, ist leider nicht bekannt.

stern.de