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New York Fashion Week: "Verrückt, was hier los ist!"

Die Champions sind in der Stadt! Mit einer Parade feierte New York seine Super Bowl-Sieger, die New York Giants. Und dann wurde an diesem Super Dienstag ja auch noch gewählt. Da geriet die Fashion Week fast zur Nebensache.

Von Ulrike von Bülow, New York

Die Stadt war blau an diesem Super Dientag. Blau ist die Farbe der New York Giants, die am Sonntag die 42. Super Bowl gewonnen hatten. Mehr geht ja nicht im American Football. Und am Vormittag fand nun die große Parade der Helden statt. Tausende von Fans säumten den Broadway in Lower Manhattan und bejubelten die Champions. Und fast alle trugen blau, blaue Trikots, blaue Schirmmützen, nur der Schauspieler Ethan Hawke nicht.

Hawke, schwarzer Mantel, schwarze Schiebermütze, drängelte sich kurz vor dem Finale der Parade zu einer Absperrung am Rathaus durch. "Hi, ich bin Ethan Hawke", sagte er zu einem Polizisten, "und ich muss da rüber." Da rüber hieß: Zur etwa 80 Meter entfernten Bühne, auf der die Giants gleich ankommen sollten, und wer das Geschehen aus dieser Entfernung beobachten musste, war ziemlich neidisch auf Ethan Hawke, der noch murmelte: "Verrückt, was hier los ist" - und dann einfach durchgelassen wurde zu den Helden.

"Schaut euch die Parade an - und vergesst nicht zu wählen", schrieb die "New York Times" an diesem Super Dienstag, an dem es in New York ja auch noch darum ging, die Präsidentschaftskandidaten zu küren. Und da war natürlich interessant, was sich bei den Blauen tun würde, den Demokraten. Bei Hillary Clinton, der Senatorin von New York, die ja derzeit ihre persönliche Super Bowl mit Barack Obama ausspielt.

War sonst noch was? Ach ja, Fashion Week, und da war die Farbe des Tages auch vertreten. "Diesel" setzte zwar vor allem auf schwarz und grau, auf Sackartige Mäntel, in die auch die extrabreiten Verteidiger der New York Giants passen würden, und auf Hosen mit beutelartigen Beinen, die am Knöchel zusammengeschnürt werden, aber es waren natürlich auch Models in Blue Jeans unterwegs. Und bei "Marc by Marc" zeigte Marc Jacobs viel Gestreiftes und Kariertes, hier und da in blau. Und er zeigte blaue Stiefeletten für die Dame und einen glänzend blauen Anzug für den Herren, den die Giants gut zum Champions-Dinner tragen könnten, jedenfalls die zarteren von ihnen. Und "G-Star" bot als Highlight der Show einen Giganten aus Hollywood auf, Dennis Hopper nämlich, der während der Show auf der Bühne einen kleinen Monolog hielt - in einem Blaumann, einem Overall, in dem er aussah wie ein Edel-Klempner.

Später dann, auf der Aftershowparty von G-Star im Dachgarten des Gramercy Park Hotels, sah der Edel-Klempner wieder aus wie Dennis Hopper: Hopper trug eine braune Schiebermütze und ein graues Jackett. Er blieb nicht lange - die Super Hillary-Hochrechnungen bekam er hier nicht mehr mit: 57 Prozent in New York, wer bitte ist dieser Obama? Ein Fernseher lief, und jeder schaute hin, als Hillary gegen 10.50 Uhr zu ihrer Siegesrede antrat. Sie trug nicht Blau, sie trug Orange, hmm. Aber dann kam die Schauspielerin Heather Graham ins Gramercy Park Hotel: In einem blauen Mantel, den sie ablegte zum Tanzen - darunter trug sie einen blauen Jeansrock.