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New York Fashion Week: Sparsame Aussichten

Weniger Visionäres, dafür viel Praktisches und Tragbares war auf den Laufstegen der New Yorker Modewoche zu sehen. Zum Abschluss des Spektakels zeigten Zac Posen, Ralph Lauren und Donna Karan ihre Entwürfe.

Die Stimmung ist nicht gut in New York. Wirtschaftsflaute, Wahlkampf und Super Bowl degradierten die Fashion Week in diesem Jahr zur Nebensache. Das Fachblatt "Women's Wear Daily" meinte gar das Wort "Rezession" als Grundtonlage dieser Schauen auszumachen. Die scheint sich auch in vielen der Entwürfe niedergeschlagen zu haben.

Die Designer von Calvin Klein bis zu Diesel hüllten ihre Models für die kommende Herbst- und Wintersaison in düstere Farben wie Schwarz, Graublau und Pflaume. Sie waren auch größtenteils recht sparsam beim Einsatz von Luxus: Nur hier und da eine Feder-Verzierung oder ein Pelzbesatz. Zurückhaltend wurden Perlen oder Metallfäden in Strickstoffe und Tweeds eingewebt. Statt aufwendigen Abendroben dominierte Tageskleidung wie Röcke und Zweiteiler. Für die Herren war der Look eher konservativ klassisch.

Die Taille darf wieder betont werden

Eines wurde bei den Präsentationen von etablierten und jungen Designern in den vergangene acht Tagen klar: Die Taille ist wieder da. Was in der vergangenen Saison unter Hängerchen und Baby-Doll- Kleidchen verschwand, ist nun deutlich sichtbar. Rüschen wichen klar geschnittenen Linien. Weibliche Silhouetten wurden durch die eng sitzenden Bleistiftröcke von Zac Posen betont, ebenso durch die fast "retro" wirkenden Kleider von Michael Kors. Tommy Hilfiger ließ sich ganz klar von den zeitlosen Designs der 60er Jahre inspirieren. Elegantes Understatement ist sein Motto.

Statt den eng anliegenden Röhrenhosen sind wieder bequemere - und für die meisten Modefans kleidsamere - Schnitte angesagt. Die Denimmarke Diesel geht mit ihrer neuen Kollektion "Black Gold" ganz klar in diese Richtung. Designer Wilbert Das und Renzo Rosso verbanden weiter geschnittene Hosenbeine mit einem sehr viel schmaleren Schnitt an den Knöcheln.

Doch auch die zahlreichen Stars kamen voll auf ihre Kosten, die sich bei Modemachern wie Badgley Mischka, Oscar de la Renta und Vera Wang Inspirationen für den großen Auftritt auf dem roten Teppich holen. Auch wenn die Golden Globes in diesem Jahr ausfielen und eine glamouröse Oscarfeier derzeit noch in den Sternen steht: Die nächste Gala kommt bestimmt. Und so saßen neben Stylisten, Einkäufern und Trendsuchern Julianne Moore und Maggie Gyllenhaal bei Hilfiger, Ex-Model Brooks Shields zeigte sich bei J. Mendel, Liz Talor war bei Calvin Klein geladen. Hilary Swank, Julia Stiles und Christian Slater posierten strahlend für die Modefotografen.

Carla S. Reissman/DPA / DPA