Uniformen Kartoffelsäcke ade


In blauen Designer-Uniformen sind jetzt Hamburgs Polizisten unterwegs. Als erstes Bundesland mottet der Stadt-Staat die grün-gelbe Dienstkleidung ein

"Kartoffelsäcke", hatte er die bisherige Dienstkleidung der Polizisten bezeichnet. Ex-Innensenator Ronald Schill erklärte spinatgrün und safrangelb für out. Er beauftragte das Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor, eine neue Polizeiuniform zu entwerfen - aber, bitte schön, in einer anderen Farbe und etwas modischer. Das Designer-Team um Luigi Colani entwarf eine 18-teilige Kollektion in blau. Damit ist Hamburg das erste deutsche Bundesland, das blaue Uniformen einführt.

Schill musste seinen Posten räumen, die neue Uniform blieb. Ab sofort testen 110 Hamburger Polizisten den blauen Dienstanzug am Schreibtisch und auf der Straße. Nach acht Wochen sollen sie die Alltagstauglichkeit und Funktionalität bewerten. Polo-Shirts, ein Regenmantel und eine dreiteilige Outdoor-Jacke gehören seit neusten in den Kleiderschrank jedes Polizisten. Auch für die weiblichen Beamten ist gesorgt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Frauen im Dienst Männerkleidung tragen mussten. Eine Damenkollektion kleidet Polizistinnen in femininere und engere Schnitte.

Im Januar 2004 ist die Erprobungsphase der Uniformen abgeschlossen. Dann soll die Produktion der neuen Kleidungsstücke europaweit ausgeschrieben werden. Die Polizeibehörde hofft, dass sie ihre 6100 Beamten ab Mitte des Jahres nach und nach mit der neuen Dienstkleidung ausstatten kann. Angaben über die Kosten konnte die Behörde jedoch nicht machen. Ein Sponsor würde derzeit die Kosten für die Erprobung tragen. Nach Information der Pressestelle der Hamburger Polizei habe es auch Gespräche mit anderen Bundesländern gegeben. Vor allem Niedersachsen hätte Interesse an den blauen Uniformen gezeigt.

Irena Güttel

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