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Wohndesign: Bauhaus für alle

Stahlrohr, Primärfarben und rechte Winkel: In der Zeit zwischen 1919 und 1933 entstanden nicht nur kostspielige Klassiker, sondern auch bezahlbare Stücke für den Alltag.

Von Cathrin Wißmann

Es mag an unseren überfrachteten Sinnen liegen, was heute den Blick auf ein Objekt im Bauhaus-Stil so wohltuend macht. Und Begehrlichkeiten weckt.

Originale wie der Sessel "Barcelona" von Mies van der Rohe oder der Beistelltisch "E.1027" von Eileen Gray sind, 90 Jahre nach Gründung der Schule durch Walter Gropius, nahezu unbezahlbar. Und die lizenzierten Nachbauten ziemlich teuer. Jetzt die gute Nachricht: Es sind Entwürfe zu haben aus der Kategorie realistisch. Immerhin lautete eine Parole der Bauhaus-Schule: "Volksbedarf statt Luxusbedarf."

Schnörkellos und funktional

Also machten sich die Designer an die Arbeit und entwarfen schnörkellose, funktionale Alltagsgegenstände – Möbel, Geschirr, Kinderspielzeug. Vorausschauend kooperierten einige mit der Industrie und ließen in Serie produzieren. Wer also das Teeservice von Jenaer Glas besitzt, darf sich glücklich schätzen, aus einem von Wilhelm Wagenfeld gestalteten Objekt einzuschenken.

Auch Mart Stams Freischwinger "S 43" von Thonet gilt als Glücksgriff. Die Blütezeit des Bauhauses waren die Jahre zwischen 1919 und 1933. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Bauhausschule in Deutschland geschlossen.

Dennoch verbreitete sich die Formsprache weltweit: reduziert, geistreich, rar. Zen, "made in Germany".

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