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CBD-Trend: Eis mit Beruhigungs-Faktor? Ben&Jerry’s will Sorte mit Cannabis-Wirkstoff herausbringen

Es ist der Trend der letzten Monate: CBD-Öle. In Deutschland sind die Produkte, deren Wirkstoff aus der Hanfpflanze gewonnen wird, umstritten. Doch in den USA wird gerade darüber diskutiert, den Wirkstoff auch für Lebensmittel zuzulassen.

Wenn man sich abends auf der Couch oder im Kino mal richtig etwas gönnen will, dann gibt es bei vielen ein Ben&Jerry’s-Eis. Der US-Eis-Produzent ist für seine süßen und oftmals ausgefallenen Foodkreationen bekannt – die aber eben auch ihren Preis haben. Sorten wie Half-Baked mit Keksteig oder Salzbrezeln zu Karamell: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und dabei ist die Marke, die zum niederländisch-britischen Konzern Unilever gehört, bei Trends immer vorn mit dabei. So gibt es viele Sorten mittlerweile vegan oder fettreduziert. Und auch beim neusten Trend springt Ben&Jerry’s nun auf: Das Unternehmen kündigte in den USA ein Eis mit CBD an.

"Wir tun das für unsere Fans", sagte Ben&Jerry’s CEO Matthew McCarthy in einem Statement auf der Website des Unternehmens. Cannabidiol, kurz CBD, ist ein Extrakt aus der Hanfpflanze der bei Stress, Angstzuständen, Migräne oder auch Entzündungen zum Einsatz kommen kann und oftmals als CBD-Öl angeboten wird. Doch auch wenn der Eishersteller schon eine mögliche Verpackung auf Instagram präsentierte – ein bisschen werden die Fans in den USA  noch warten müssen. Denn die zuständige Behörde, die "Food and Drug Administration" (FDA), verbietet es derzeit noch, CBD in Essen und Getränken zu verwenden. Eine erste Anhörung mit Experten zu einer möglichen Legalisierung von CBD fand jedoch am 31. Mai statt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt CBD als allgemein gut verträglich ein und geht davon aus, dass es keine Suchtwirkung hat. Jedoch könnten nach ihrer Einschätzung Nebenwirkungen möglich sein, die in Kombination mit anderen Medikamenten auftreten.

Medizinische Wirkung ohne Sucht

In vielen europäischen Ländern sind CBD-Produkte schon frei verkäuflich, in Deutschland ist die Gesetzeslage aber streng: Cannabis-Produkte mit einem THC-Gehalt von über 0,2 Prozent sind illegal. Dieser Grenzwert muss also eingehalten werden – auch wenn Cannabidiol nicht süchtig macht, da es im Gegensatz zu medizinischem Cannabis kaum psychoaktives THC enthält.

Ben&Jerry’s glaubt auf jeden Fall an den CBD-Trend und fordert seine Kunden auf der Website sogar auf, sich an die FDA zu wenden, um das Interesse an CBD-Produkten deutlich zu machen. Als Ausgleich verspricht die Marke, nur nachhaltig produziertes CBD aus Kanada zu verwenden. Laut Berichten zufolge ist der Eishersteller nicht der einzige, der versucht, dem CBD-Trend zu folgen. Auch große US-amerikanische Supermarktketten wie Wallmart und Target planen angeblich Getränke und Lebensmittel mit CBD, berichtet "wallstreet-online". Wann und ob es CBD-Eis auch irgendwann auf dem deutschen Markt geben wird, ist bisher aber noch nicht bekannt.

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lau