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Das Foodtribunal: Hype um Matcha-Tee: Wie gesund ist das japanische Wunder-Getränk wirklich?

Es soll Krebs vorbeugen, beim Abnehmen helfen und ganz besonders munter machen: Matcha, ein Getränk aus zerriebenen Teeblättern. Ob als Matcha-Latte oder im Tee – wir erklären woher das Hipster-Getränk kommt, wie es mit den Inhaltsstoffen aussieht und wie gesund es wirklich ist.

Von Katharina Meyer zu Eppendorf

Frau grießt Milch in eine Tee-Tasse

Ob Matcha-Latte, als Tee oder im Gebäck – was taugt Matcha wirklich? (Symbolbild)

Getty Images

Das Gewissen

Harald Lemke ist Philosoph und Ernährungsethiker:

Gegen Matcha ist ökologisch und ethisch nichts einzuwenden. Im Gegenteil, seine Zubereitung fördert sogar den bewussteren Umgang mit Nahrungsmitteln. Denn das japanische Getränk wird traditionell in einer Zeremonie zubereitet. Das ist nicht nur eine Kunst für sich – sondern auch eine Geduldsprobe. Schließlich braucht es viel Zeit, das Wasser richtig aufzugießen und den Tee mit einem Bambusbesen schaumig zu schlagen.

Die Gesundheit

Dr. Christina Steinbach ist Ernährungswissenschaftlerin:

Matcha ist eigentlich nur grüner Tee, und der gilt ohne Ausnahme als gesund. Weil Matcha durch die gemahlenen Blätter in konzentrierter Form serviert wird, verstärken sich die positiven Effekte: Die Gefäße werden wahrscheinlich gestärkt, die Fettverbrennung wird aktiviert. Um solche Effekte zu erzielen, muss man allerdings große Mengen Matcha zu sich nehmen. Das Koffein im Matcha-Tee ist in der Regel besser verträglich als das in Kaffee. Es wird erst später im Darm aufgenommen, sodass es nicht so schnell zu Herzrasen kommt. 

Der Geschmack

Sven Nöthel ist Küchenchef im Restaurant Am Kamin:

In der Küche ist Matcha wegen seines starken Eigengeschmacks noch ein Außenseiter. Er ist aber ein gutes Grundprodukt. An die vielen Bitteraromen gewöhnt man sich am besten, wenn man ihn mit Flüssigkeiten und Milchprodukten verarbeitet. Man kann mit Matcha Limonaden ansetzen, Kefir aromatisieren und auch viele Milchdesserts oder etwa Ziegenkäse verfeinern.

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON-Ausgabe 11/2017 erschienen.

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