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Kinofilm über Fußball-Legende: Bert Trautmann – der Torwart, der ein Finale mit gebrochenem Genick zu Ende spielte

Der deutsche Torwart Bert Trautmann war Nazi-Fallschirmjäger und Kriegsgefangener, bevor er bei Manchester City zur Ikone wurde. Jetzt kommt ein Film über sein Leben auf die große Leinwand.

Trautmann

Bert Trautmann beim Handshake mit Prinz Philip vor dem FA-Cup-Finale 1956 zwischen Manchester City und Birmingham City

Picture Alliance

Ein deutscher Kriegsgefangener wird in England beim Arbeiterklub Manchester City zu einem der besten Fußball-Torhüter der Welt: Eigentlich ist es erstaunlich, dass bisher noch keiner auf die Idee gekommen ist, diese unglaubliche Geschichte zu verfilmen. Vor allem, weil die Geschichte vom Leben des Bert Trautmann hierzulande nur eingefleischten Fußballfans bekannt ist.

Jetzt hat Regisseur Marcus H. Rosenmüller aus der dankbaren Vorlage den Film "Trautmann" mit David Kross in der Hauptrolle gemacht. Es erzählt damit nicht nur eine Sportlerkarriere, sondern auch eine Geschichte über die Kraft des Sports bei der Überwindung von Hass und Vorurteilen.

Schon die Eckdaten von Trautmanns Biografie sind außergewöhnlich: Der blonde Bremer, 1923 geboren, war Hitlerjunge und meldete sich als 17-Jähriger zur Luftwaffe. Im zweiten Weltkrieg kämpfte er an der Ostfront, ehe er 1944 von britischen Soldaten in Kriegsgefangenschaft genommen wurde. Er wurde nach England verschifft, wo er später nach seiner Freilassung als Gastarbeiter blieb.

Schon im Lager war sein Talent als Torwart entdeckt worden, und später gelang ihm, mit Umweg über einen Provinzverein in St. Helens, tatsächlich der Sprung zu Manchester City. Dort begegnete man ihm zunächst sehr reserviert: Fans nannten den Deutschen despektierlich "Traut the Kraut", viele forderten seinen Rauswurf.

Die Antwort gab Trautmann auf dem Platz. Es dauerte nicht lange, bis er als einer der besten Keeper auf der Insel galt. Er habe den Menschen einfach zeigen wollen, dass er "ein guter Torhüter und ein guter Deutscher" war, so Trautmann später. So wurde "Kraut" von der Beleidigung zum Kosenamen, der Deutsche wurde zur Kultfigur.

Insgesamt 545 Spiele absolvierte er für die Citizens, aber Zeit seines Lebens angesprochen wurde er vor allem auf eines: Das FA-Cup-Finale 1956 gegen Birmingham, das City letztlich 3:1 gewann. Nach einem Zusammenprall hatte Trautmann die letzten 16 Minuten mit gebrochenem Genick gespielt und den Sieg mit spektakulären Paraden festgehalten.

Bert Trautmann ist in England längst Legende

Ein Ereignis, das sich ins kollektive englische Fußballgedächtnis gebrannt hat. "Wo immer ich hinkam, wurde ich auf mein Genick angesprochen", merkte Trautmann noch 2010 im Interview mit dem "Guardian" an. Dabei habe er doch noch über 500 weitere Spiele gemacht. Und auch deshalb kürten die City-Fans ihn 2007 in einer Umfrage zum besten Spieler aller Zeiten.

Bert Trautmann starb 2013 im Alter von 89 Jahren in La Llosa, seinem spanischen Wohnort in der Nähe von Valencia. Für die Engländer ist er längst eine Legende. Und vielleicht sorgt Rosenmüllers Film dafür, dass auch die Deutschen einen ihrer großen Sportler endlich ein bisschen besser kennenlernen.

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tim