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Meinung

"Cats" : Der neue "Cats"-Trailer ist der Beweis, dass Musicals nicht verfilmt werden sollten

Der erste Trailer zur Musicalverfilmung von "Cats" wurde veröffentlicht – und verdeutlicht einmal mehr, warum Musicals einfach nicht verfilmt werden sollten. 

Taylor Swift liegt im "Cats"-Film als rot getigerte Katze in einer Hängematte

Wenn es noch einen Beweis brauchte, dass Musicals nicht verfilmt werden sollten, dann ist es der neue Trailer des Musicals "Cats": Als hätten Helene Fischer und Til Schweiger mit Andrew Llyod Webber gekokst und dann versucht, ein Taylor-Swift-Liebeskummer-Musikvideo mit Katzen nachzudrehen. Katzen sind ja ohnehin etwas unsympathische Tiere und die Besetzung von "Cats" macht es nicht gerade besser. Ausgerechnet Taylor Swift spielt eine der Hauptrollen und sieht dabei aus, als würde sie im Morphsuit zu einer Halloweenparty gehen – und insgeheim hoffen, eigentlich gar nicht gruselig, sondern supersexy auszusehen mit ihren Katzenohren. 

Top-Schauspielerin Judi Dench, die sich leider auch für "Cats" hergibt, sieht hingegen aus, als hätte sie ein Mittel genommen, das ihr Haare am ganzen Körper wachsen lässt. Was von den Produzenten vermutlich als außergewöhnlicher Effekt gedacht war, verstört. Menschen in Tierkostümen sind schon in Musicals gewöhnungsbedürftig, in verfilmten Musicals aber verlieren sie jeglichen Sinn. Die aufwendigen Animationen machen das leider auch nicht besser.

Das Musical verliert durch die Verfilmung jeden Zauber, den es vielleicht einmal hatte 

Klar, vermutlich hatten die Produzenten nur Gutes im Sinn: Das erfolgreichste Musical aller Zeiten noch einmal zu modernisieren und richtig groß rauszubringen. Modernisieren ist ja auch oft, aber eben nicht immer eine gute Idee. Das "Cats"-Musical von 1986 verliert durch die Verfilmung jeden Zauber, den es vielleicht einmal hatte. Denn der Reiz eines Musicals oder eines Theaterstücks liegt doch gerade im Live-Erlebnis, das einem durch die originalgetreue Verfilmung von irre aussehenden Katzenmenschen leider genommen wird. 

Wenn man begabte Menschen auf der Bühne vor sich hat, sieht man gerne mal großzügig darüber hinweg, dass Katzenohren und aufgemalte Schnurrbarthaare bei Menschen eher lächerlich wirken – in Filmen sind wir mittlerweile anderes gewohnt. Das zeigen auch die zahlreichen Reaktionen der Twitter-Nutzer, die alles andere als begeistert von der Verfilmung sind. Vielleicht hätten die Produzenten es tatsächlich lieber mit animierten und realistisch aussehenden Katzen statt mit einer Taylor Swift im Morphsuit probieren sollen – so wie bei der Neuverfilmung vom "König der Löwen", die beweist, dass die Modernisierung eines Klassikers durchaus tausende Menschen begeistern kann. 

Dass Filme von Menschen in Tierkostümen hingegen nur funktionieren, wenn es sich dabei um die festgehaltene Schulaufführung eines sechsjährigen Kindes handelt, zeigt der Trailer ganz eindeutig. Ganz abgesehen davon: Müssen wir denn alle Musicals immer wieder verfilmen und alle Filme immer wieder zum Musical machen? Das eine wird durch das andere zerstört und "im eeeeewigen Kreis dreht sich unser Leeeeben". Entschuldigung. Zu viele Musicals tun einfach nicht gut!