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An Geld mangelte es nicht: Avicii spendete anderen Millionen - doch an sich selbst dachte er nicht

Ausgebrannt, körperlich und seelisch angeschlagen zog sich Avicii 2016 vom Tourleben zurück. Dabei hätte er schon früher aussteigen können: An Geld mangelte es ihm nicht, wie zahlreiche großzügige Spenden an Charityorganisationen zeigen.

Avicii

Tim Bergling alias Avicii wurde nur 28 Jahre alt

Picture Alliance

Die wohl schockierendsten Momente in der Dokumentation "Avicii - True Stories", die momentan auf Netflix zu sehen ist, sind die, in denen der DJ offen über seinen Zustand spricht. Wenn er erzählt, dass er nicht weitermachen könne, dass er - körperlich und geistig - am Ende sei. Da hatte er bereits über 800 Gigs in acht Jahren hinter sich - samt Angstzuständen, Alkoholsucht, einer Blindarm- und einer Gallen-Blasen-OP. Tim Bergling, wie Avicii mit bürgerlichem Namen hieß, ging es nicht gut. Trotzdem drängte ihn sein Umfeld lange, weiterzumachen.

"Ich hab nicht damit gerechnet, dass die Leute Druck ausüben würden, damit ich weiter Gigs gebe", sagte Avicii. Doch der Widerstand war da - und zwar nicht zu knapp. Es sind Anschuldigungen, die vor allem nun nach seinem tragischen Tod am 20. April bitter wirken.

Geld spielte für Avicii keine Rolle

Dabei spielte Geld für den schwedischen DJ schon lange keine Rolle mehr: Sein Vermögen wird auf rund 70 Millionen Euro geschätzt, für einzelne Auftritte soll er bis zu einer halben Million Euro kassiert haben. Die Szene boomte - vor allem in den USA und an bekannten Party-Hot-Spots wie Ibiza."Ich hab festgestellt, als ich plöztzlich viel Geld verdiente, dass ich es gar nicht wirklich brauchte", sagte Avicii einmal. Deshalb war er großzügig mit seinem Vermögen: Schon 2012 spendete er eine Million Dollar aus den Gagen einer US-Tour an eine lokale Charity-Organsisation gegen Hunger. Im Jahr darauf spendete er die gleiche Summe an ein schwedisches Hungerhilfeprojekt für Afrika.

Dass es kostspielig wird, wenn ein Star wie er kurzfristig Konzerte absagt ist klar - doch finanziell leisten können hätte er es sich. Selbst wenn er nicht versichert gewesen wäre - was in diesen Bekanntheitsgraden extrem unwahrscheinlich ist - hätte Avicii genügend finanzielle Mittel gehabt, um den Schaden zu begleichen. Dass sein Rückzug aus dem stressigen Tourleben 2016 zu spät kam, wissen wir jetzt. Seine Musik und seine Großzügigkeit bleiben unvergessen.

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