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Party in Kalifornien: Das hippste Festival der Welt? So ist das Coachella wirklich

Ah - das Coachella Festival. Party! Promis! Glitzer! Oder etwa nicht? Unsere Autorin war vor ein paar Jahren dort und verrät dir drei Dinge über das Hipster-Event, die Influencer gern verschweigen.

Coachella

Unsere Autorin beim Coachella 2014. Komplett nüchtern, aber gut hydriert.

Wir müssen da unbedingt hin! Promis, Palmen und Konzerte - das Coachella Festival sah aus dem schnöden Deutschland immer spektakulärer aus als der Rest. Vor vier Jahren buchten eine Freundin und ich einen Trip nach Kalifornien, um uns endlich auch unter die feiernden Hipster zu mischen. Heute hat das Festival vor allem den Ruf, als Instagram-Kulisse für Influencer herzuhalten - tatsächlich ist allein die Landschaft mit Palmen und Bergen im Hintergrund traumhaft. Und auch das Konzert von Pharrell Williams damals, bei dem plötzlich unter anderem Jay-Z und Busta Rhymes mit auf der Bühne standen, war wirklich toll. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die anders laufen als die Instagram-Influencer suggerieren. Hier kommt die Wahrheit über das Coachella:

Feiern beim Coachella? Klar - aber nüchtern

In Deutschland steht man bei Festivals schon nachmittags leicht angeschwipst mit einem Bier in der Hand vor seiner Lieblingsband - auf dem Coachella ist das unmöglich. Alkohol wird nur in speziellen Bereichen verkauft, die allesamt weit von den Bühnen entfernt sind. Ein zusätzliches Bändchen, das beweist, das du über 21 bist, brauchst du außerdem auch. Wir haben uns nur ein Mal in eine der überfüllten Bars gedrängt und einen Longdrink bestellt. Wirklich entspannt war das nicht - vor allem, wenn du weißt, dass du draußen das nächste Konzert verpasst.

Das mit dem Alkohol war uns aber eh schnell egal, denn: Es ist so VERDAMMT heiß dort! Das Coachella findet in der Colorado-Wüste statt, dementsprechend sind die Temperaturen. Eigentlich muss man den ganzen Tag darauf achten, keinen Hitzeschlag zu bekommen. Zum Glück gibt's überall gratis Wasserstellen - so gut hydriert wie an diesem Wochenende war ich nie wieder.

Coachella

Promis vor und auf der Bühne, im Hintergrund Berge und Palmen - das gibt's tatsächlich nur beim Coachella.

Nur Promis und Hipster?

Es gibt tatsächlich kaum einen US-Promi, der sich nicht auf dem Coachella blicken lässt. Von Justin Bieber bis zu den Victoria's-Sceret-Models wollen alle beim kalifornischen Hipster-Fest mitmischen. Aber sieht man die auch in der Menge? Eher nicht. Die meisten Promis sind in VIP-Areas untergebracht, mit privatem Zugang zu den Bühnen. Eine Freundin hat einen Sitcom-Nebendarsteller erkannt, ein Freund einen Basketball-Spieler - da läuft man samstags in Berlin Mitte mehr Prominenz übern Weg.

Auch die Hipster- und Influencer-Dichte ist nicht so hoch wie angenommen. Klar: Viele waren bunt und im Hippie-Stil angezogen - aber es gab dazwischen auch die typischen Shorts-und-Shirt-Verfechter. Wir hatten Glitzer im Gepäck (hey - das war 2014 noch cool!) aber ganz ehrlich: Bei der Hitze hielt kein Make-up länger als bis zur nächsten Tanzeinlage.

Coachella Camping

Glamour? Fehlanzeige! Trotzdem bleibt der morgendliche Blick aus dem Zelt unvergesslich.

Glamour-Camping? Denkste!

Was ist teurer als ein Coachella-Ticket? Ein Coachella-Ticket mit Camping! Da wir für die normalen Karten schon um die 300 Euro hingeblättert hatten und die Camping-Optionen auch immer schnell ausverkauft sind, mussten wir uns anderweitig um eine Unterkunft kümmern. Die Preise für Hotels in der Gegend steigen natürlich an den Festival-Wochenenden - ganz zu schweigen von den Luxus-Camping-Angeboten: Dieses Jahr kostet das "Safari Tent" stolze 8500 Dollar. Dafür ist man dann auch in der VIP-Area unterwegs, wird mit dem Golf-Cart aufs Gelände gefahren und sieht wahrscheinlich Leanordo DiCaprio aus nächster Nähe beim Knutschen mit einem blonden Model. Na, wer will?

Wir landeten damals auf einem schlichten Campingplatz in der Nähe des Joshua-Tree-Nationalparks, etwa eine halbe Autostunde vom Coachella entfernt. Die Landschaft war großartig, das Bad sauber und es gab sogar einen Pool. Um uns herum grillten mexikanische Großfamilien Würstchen, wir plantschten bis zum Nachmittag im kalten Wasser. Erst dann setzten wir uns ins Auto Richtung Festival. Glamourös? Nein. Entspannt? Sehr.

Das Coachella-Festival lohnt sich also definitiv - aber ein Mal im Leben reicht.