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News des Tages Wegen Corona-Fällen: Grundschule und Hort in Magdeburg schließen

Zwei Mädchen laufen an einer Garderobe voller Kinderjacken vorbei
In einem Hort in Magdeburg gibt es unter Kindern und Personal mehrere Coronafälle (Symbolbild)
© Sebastian Gollnow / DPA
Bremer Abgeordnete verzichten 2020 auf Diätenerhöhung +++ Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in USA +++ Amazon setzt Polizei-Kooperation bei Gesichtserkennung aus +++ Die News des Tages im stern-Ticker.

Alle Entwicklungen in den Vereinigten Staaten finden Sie in unserem Ticker zu den Unruhen in den USA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Magdeburg: Mehrere Corona-Fälle in Hort und Grundschule (18.31 Uhr)
  • Babysitterin tötet Baby mit Methadon - lange Haft (16.29 Uhr)
  • Bremer Abgeordnete verzichten 2020 auf Diätenerhöhung  (13.43 Uhr)
  • Bisheriger AfD-Landeschef Kalbitz klagt gegen Rauswurf aus Partei (11.37 Uhr)
  • 29-Jähriger lässt offenbar Schäferhund auf Rettungskräfte los (9.51 Uhr)

Die Nachrichten des Tages:

+++ 18.31 Uhr: Grundschule und Hort in Magdeburg schließen wegen Corona +++

In Magdeburg müssen eine Grundschule und ein Hort wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. "Insgesamt wurden sechs erwachsene Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet und zehn Kinder als Kontaktpersonen untersucht", teilte die Stadt am Abend mit. Da auch viele Pädagoginnen und Pädagogen Kontaktpersonen sind, werden die Einrichtungen von Freitag bis voraussichtlich zum 26. Juni geschlossen.

Ein Kind sei positiv getestet worden. Dessen Mutter habe am Montag eine Elternversammlung besucht, auf der 15 andere Eltern und eine Reihe von Lehrern anwesend gewesen seien. Der Amtsarzt empfiehlt allen Kinder der Einrichtung, sich in freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben. Der Mediziner betonte: "Alle Kontaktpersonen können ermittelt werden."

+++ 18.08 Uhr: SPD-Chefin Esken relativiert Rassismus-Vorwurf an die Polizei +++

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat nach ihren Äußerungen über latenten Rassismus bei Sicherheitsbehörden betont, dass sie die Polizei nicht unter Generalverdacht habe stellen wollen. Eines ist klar, Polizisten wollen keine Rassisten in ihren Reihen", sagte Esken am Donnerstag nach einem Besuch der niedersächsischen Polizeiakademie in Nienburg. Bei der Polizei handele es sich um eine Berufsgruppe, in der es keine schwarzen Schafe geben dürfe. Sie sei sich sicher, dass der überwiegende Teil der Polizisten das genauso sehe. Wenn es um Rassismus und die Polizei gehe, liege das Problem nicht in der Struktur, sondern bei einzelnen Fällen.

Esken hatte die Polizeiakademie auf Einladung von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) besucht, nachdem ihre Äußerungen für Aufregung und Widerspruch auch aus der eigenen Partei gesorgt hatten. Esken hatte in einem Interview gesagt: "Auch in Deutschland gibt es latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte, die durch Maßnahmen der Inneren Führung erkannt und bekämpft werden müssen."

+++ 18.01 Uhr: Bulgarien erlebt zweite Corona-Welle +++

In Bulgarien breitet sich das Coronavirus in einer zweiten Welle aus. Das zunächst kaum von der Pandemie getroffene Balkanland verzeichnete am Donnerstag mit 104 Covid-19-Neuerkrankungen binnen 24 Stunden einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Krise. Eine ursprünglich bis 14. Juni verhängte epidemische Ausnahmesituation" soll bis Ende des Monats verlängert werden. Der bisherige Rekord mit 90 Coronavirus-Neuinfektionen an einem Tag war am 24. April gemessen worden.

Bulgarien befinde sich wohl in einer zweiten Welle der Krankheit, sagte der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Krisenstabs in Sofia, Angel Kuntschew, am Donnerstag im privaten Fernsehsender bTV. Das Virus breite sich jetzt aber vor allem lokal in Netzwerken, sogenannten Clustern, aus. Die Situation könne unter Kontrolle gebracht werden, meinte er.

+++ 17.51 Uhr: Maas ruft zu Kampf gegen Rassismus auf +++

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat zum Kampf gegen Rassismus aufgerufen. Vor dem Hintergrund der Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano vor 20 Jahren in Dessau schrieb Maas auf Twitter: "Rassismus ist Gift für jede Gesellschaft, Rassismus tötet. Kämpfen wir gemeinsam gegen dieses Gift - weltweit.". In Dessau-Roßlau wurde mit einem stillen Gedenken und Blumen an einer Stele des Mosambikaners und allen Opfern rechter Gewalt gedacht. Daran nahm auch der im Senegal geborene SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby teil.

Der Familienvater Adriano war am 11. Juni 2000 im Dessauer Stadtpark in Sachsen-Anhalt von drei Neonazis brutal zusammengeschlagen worden. Er starb drei Tage später an seinen schweren Verletzungen. Adriano hinterließ eine Frau und drei Kinder. Die Täter wurden vom Oberlandesgericht Naumburg wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Fremdenhass zu Haftstrafen verurteilt - lebenslange Haft für den 23-Jährigen, je neun Jahre Jugendhaft für die beiden damals 16-Jährigen.

+++ 17.22 Uhr: Kremlkritiker Chodorkowski legt sich mit russischem Geheimdienst an +++

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach Einschätzung des Kremlkritikers Michail Chodorkowski in den vergangenen Jahren seinen Einfluss auf Politik und Wirtschaft massiv ausgebaut. Geheimdienst-Mitarbeiter nutzten häufig den direkten Zugang zu Kremlchef Wladimir Putin, um wirtschaftliche und persönliche Interessen durchzusetzen, hieß es in einem Bericht eines Rechercheteams rund um Chodorkowski am Donnerstag. Gleichzeitig werde der FSB erheblich von großen Konzernen wie den Energieriesen Rosneft und Gazprom beeinflusst. Das sogenannte Dossier-Team deckt mittels investigativer Recherchen immer wieder Korruptionsfälle in den Machtstrukturen auf.

Der FSB mit Hauptsitz in Moskau ist nach dem Zerfall der Sowjetunion aus dem berüchtigten Geheimdienst KGB hervorgegangen. Seine offiziellen Aufgaben sind vor allem der Grenzschutz, die Inlandsspionage und Terrorbekämpfung in Russland. Putin war vor seiner Zeit als Ministerpräsident ab 1998 FSB-Chef.

+++ 16.33 Uhr: Türkischer Mitarbeiter des US-Konsulats muss lange in Haft +++

Ein türkischer Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul ist wegen Terrorvorwürfen zu acht Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht in Istanbul sprach ihn für "Unterstützung einer bewaffneten Terrororganisation" schuldig, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Von den Vorwürfen der Spionage und des versuchten Regierungsumsturzes wurde der Angeklagte demnach freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung für Mitgliedschaft in einer Terrororganisation gefordert, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen.

Der US-Konsulatsmitarbeiter war im Oktober 2017 verhaftet worden, wegen angeblicher Verbindungen zu dem in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Seine von Ankara als Fetö bezeichnete Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation. Die Festnahme von Konsulatsangestellten hatte 2017 die Beziehungen zwischen Washington und Ankara belastet.

+++ 16.31 Uhr: Bootsunglück vor Tunesien: Zahl der Toten steigt auf 45 +++

Nach dem jüngsten Bootsunglück vor der Küste Tunesiens haben Mitarbeiter des Roten Halbmonds weitere Leichen aus dem Meer geborgen. Die Zahl der Migranten, die bei der Überfahrt ums Leben kamen, sei auf 45 gestiegen, teilte der Generaldirektor der Hilfsorganisation in der Provinz Sfax, Anas Al-Hakim mit. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder.

Die Suche nach weiteren Vermissten im Meer vor der Stadt Sfax laufe noch, sagte Al-Hakim. Nach Angaben der tunesischen Küstenwache von Dienstag waren mehr als 50 Menschen auf dem Boot, das am vergangenen Samstag in Richtung Italien ablegte und gesunken war. Die meisten der Opfer stammten den Behörden zufolge aus Ländern südlich der Sahara.

+++ 16.29 Uhr: Mehrjährige Haftstrafe für Babysitterin wegen Tods von Baby durch Methadon +++

Im Prozess um den Vergiftungstod eines Säuglings in Berlin ist eine Babysitterin zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach die 39-Jährige der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Nach Überzeugung des Gerichts hatte die Angeklagte dem zehn Wochen alten Baby im Februar 2019 die Ersatzdroge Methadon verabreicht und auch deren Gefährlichkeit erkannt. Deshalb sei sie für den Tod des Kinds verantwortlich. Das Gericht stützte sich demnach auf eine Reihe von Indizien, etwa auf Äußerungen, in denen die Angeklagte Täterwissen offenbart habe. Als Motiv gehen die Richter davon aus, dass die Frau vor dem Antritt ihrer Nachtschicht bei einem Zwillingspärchen erschöpft gewesen sei.

+++ 16.18 Uhr: Ermittlungen gegen Polizisten in Leipzig wegen gestohlener Fahrräder +++

In Leipzig wird gegen Polizisten im Zusammenhang mit gestohlenen Fahrrädern ermittelt. Im Juli 2019 sei bekannt geworden, dass sich eine Beamtin der zentralen Ermittlungsstelle für Fahrradkriminalität bei der Polizeidirektion Leipzig der Untreue beziehungsweise Vorteilsgewährung verdächtig gemacht habe, erklärte eine Polizeisprecherin. Die Polizistin war als Asservatenbeauftragte bei der Polizeidirektion tätig. Das Landeskriminalamt übernahm demnach die Ermittlungen. Ein Anfangsverdacht bestehe auch gegen weitere Polizeibeamte in Leipzig.

+++ 15.55 Uhr: Trump würdigt Schutz des Weißen Hauses vor "Anarchisten" +++

US-Präsident Donald Trump hat die Arbeit der Sicherheitskräfte während der Proteste rund ums Weiße Haus in Washington in den vergangenen Wochen gelobt. "Unsere großartigen Truppen der Nationalgarde, die sich um die Gegend um das Weiße Haus kümmerten, konnten kaum glauben, wie einfach es war", schrieb Trump auf Twitter. "Demonstranten, Agitatoren, Anarchisten (ANTIFA) und Andere" seien von der Nationalgarde, der Polizei und dem Secret Service in Schach gehalten worden.

+++ 15.45 Uhr: Corona-Situation in Deutschland trotz einzelner Ausbrüche ruhig +++

Nach 21 positiven Corona-Tests bei Erntehelfern auf einem Spargelhof im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg hat das dortige Gesundheitsamt 500 Mitarbeiter des Betriebs getestet. Unter ihnen gebe es weitere Corona-Fälle, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag mit. Die Rate der positiven Corona-Testergebnisse in Deutschland war laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) (10.06.) in der vergangenen Woche so niedrig wie noch nie seit Anfang März: Nur 0,1 Prozent der durchgeführten Tests wiesen eine Infektion nach. Anfang April (Kalenderwoche 14) hatte die Rate der positiven Testergebnisse noch bei 9 Prozent gelegen. 122 von 412 Landkreisen meldeten in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen an das RKI. Vergleichsweise hohe Neuinfektionsraten gibt es demnach etwa in Bremerhaven, Coburg, Sonneberg, Cuxhaven, Göttingen und Hersfeld-Rotenburg. 

+++ 15.34 Uhr: Missbrauch: Justizministerin nun doch für härtere Strafen +++

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht spricht sich nun doch für härtere Strafen bei Kindesmissbrauch und Kinderpornografie aus. "Taten wie der schreckliche Fall in Münster sind schwere Verbrechen. Hier gelten die höchsten Strafen, die das deutsche Recht kennt", sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie wolle härtere Strafen auch für die Fälle sexuellen Missbrauchs, die nicht mit körperlicher Gewalt und Misshandlungen einhergingen. "Das sind zum Beispiel Berührungen von Kindern in sexueller Weise. Im Gesetz muss ganz klar zum Ausdruck kommen, dass es sich hierbei ohne Wenn und Aber um Verbrechen handelt", sagte Lambrecht. Verbrechen müssen laut Strafgesetzbuch mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden, für Vergehen kann es geringere Freiheitsstrafen oder Geldstrafen geben. Die Union hatte in den vergangenen Tagen Druck gemacht und eine Strafrechtsänderung dahingehend gefordert, dass Kindesmissbrauch in jedem Fall als Verbrechen eingestuft wird und auch Strafen in Zusammenhang mit Kinderpornografie erhöht werden. Lambrecht hatte die Forderungen zunächst zurückgewiesen und viel Kritik geerntet.

+++ 15.18 Uhr: 1,54 Millionen neue Arbeitslose in den USA wegen Corona +++

In den USA verlieren trotz der Wiederöffnung der Wirtschaft inmitten der Coronavirus-Krise nach wie vor zahlreiche Menschen ihren Job. In der vergangenen Woche meldeten sich 1,54 Millionen Menschen neu arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit haben seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 44,2 Millionen Menschen neu Arbeitslosenhilfe beantragt. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen und Monaten ging die Zahl der Arbeitslosenmeldungen zurück: In der Vorwoche hatten knapp 1,9 Millionen Menschen ihren Job verloren, in der Woche davor rund 2,1 Millionen Menschen. Ende März hatte sich binnen einer Woche die Rekordzahl von 6,87 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.

+++ 15.10 Uhr: Ermittlungen gegen Bürgermeister nach Öl-Unglück in Sibirien +++

Nach dem verheerenden Öl-Unglück in Sibirien wird gegen den Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Norilsk wegen Fahrlässigkeit ermittelt. Bürgermeister Rinat Achmetschin sei seiner Verpflichtung, den Öl-Teppich einzudämmen, nicht nachgekommen, erklärte das russische Ermittlungskomitee. Nachdem er vom Auslaufen des Öls aus einem Kraftwerks-Tank erfahren habe, habe Achmetschin "nicht die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um auf die Notfallsituation zu reagieren und mit den Konsequenzen umzugehen". So habe der Bürgermeister nicht die nötigen Umweltschutz-Maßnahmen ergriffen und das Auslaufen des Öls nicht kontrolliert. Ebensowenig habe er den örtlichen Einsatz koordiniert. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 55-jährigen Bürgermeister bis zu sechs Monate Haft.

+++ 14.58 Uhr: US-Armee verlegt 600 Soldaten für Großmanöver nach Deutschland +++

Ungeachtet der Debatte über einen Truppenabzug wollen die USA in den kommenden Wochen zusätzlich 600 Soldaten nach Deutschland verlegen, um ein zeitweilig wegen Corona unterbrochenes Großmanöver fortzusetzen. Die Soldaten aus den USA sollen ab dem 10. Juli auf dem Truppenübungsplatz Bergen/Munster gemeinsam mit 400 bereits in Deutschland stationierten US-Militärangehörigen die Übung fortführen: Dies teilte das Bundesverteidigungsministerium nach AFP-Informationen den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestags mit.

+++ 13.43 Uhr: Bremer Abgeordnete verzichten 2020 auf Diätenerhöhung +++

Die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft haben den Weg frei gemacht für einen Verzicht auf eine Diätenerhöhung in diesem Jahr. Die notwendigen Gesetzesänderungen wurden in der Bürgerschaft beschlossen. Hintergrund der Entscheidung ist die Corona-Krise. Für die einmalige Aussetzung der Diätenerhöhung mussten die Verfassung und das Abgeordnetengesetz geändert werden. Auch die Bundestagsabgeordneten hatten im Mai auf eine Anhebung verzichtet. 

Die Anpassung regelt das bremische Abgeordnetengesetz in Paragraf 6. Danach wird die Aufwandsentschädigung zum 1. Juli jedes Jahres nach einem Berechnungsschlüssel an die Einkommens- und Kostenentwicklung angepasst. Dieses Jahr sollte es eine Erhöhung um 2,55 Prozent geben. Für einen Bürgerschaftsabgeordneten wären dies rund 117 Euro mehr im Monat gewesen.

+++ 13.29 Uhr: Brustimplantate-Skandal: EuGH entscheidet gegen deutsche Patientin +++

Auch zehn Jahre nach dem Skandal um minderwertige Brustimplantate aus Frankreich kommen deutsche Patientinnen mit der Forderung nach Schadenersatz oder Schmerzensgeld nicht vom Fleck. Der Europäische Gerichtshof entschied am Donnerstag, dass das EU-Recht keine Ansprüche an den Versicherer des französischen Herstellers PIP hergibt. PIP selbst ist längst pleite. Und die Rolle des TÜV Rheinland, der der Firma einst ein Qualitätssiegel gab, ist immer noch nicht juristisch geklärt. Der Streit wird für die Frauen zur Geduldsprobe.

+++ 13.15 Uhr: EU-Außengrenzöffnungen ab 1. Juli je nach Corona-Lage im Drittstaat +++

Die EU-Kommission hat sich für eine schrittweise Öffnung der EU-Außengrenzen ab dem 1. Juli in Abhängigkeit von der Corona-Lage im jeweiligen Drittstaat ausgesprochen. "Die Reisebeschränkungen sollten zunächst mit Ländern aufgehoben werden, deren epidemiologische Situation dem EU-Durchschnitt entspricht und in denen ausreichende Kapazitäten für den Umgang mit dem Virus vorhanden sind", erklärte die Brüsseler Behörde. Dafür in Frage kommen demnach zuerst die Länder des westlichen Balkans.

+++ 12.10 Uhr: Messerangriff an Grundschule - Lehrerin tödlich verletzt +++

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat in einer slowakischen Grundschule mehrere Menschen angegriffen. Wie die Polizei mitteilte, tötete der Unbekannte die stellvertretende Schulleiterin und verletzte mehrere weitere Personen schwer. Polizisten töteten den Angreifer daraufhin mit mehreren Schüssen. Sein Motiv war zunächst unklar. Der slowakische Polizeichef Milan Lucansky machte sich kurz vor Mittag auf den Weg an den Tatort in der Kleinstadt Vrutky nahe der tschechischen Grenze.

+++ 12.07 Uhr: 30 Vapiano-Restaurants in Deutschland sollen "spätestens ab August" wieder öffnen +++

Das Investorenkonsortium, das Anfang Juni 30 Vapiano-Restaurants in Deutschland, das Frankreich-Geschäft sowie das Franchisegeschäft übernommen hat, will "schnellstmöglich" wieder öffnen. Das sei "erste Priorität", sagte der künftige Deutschland-Geschäftsführer Delf Neumann der "Wirtschaftswoche". "Wir verhandeln derzeit mit den Vermietern unserer Vapiano-Standorte in Deutschland und hoffen, bis Ende des Monats Ergebnisse zu erzielen. Spätestens ab August sollen alle 30 Restaurants wieder geöffnet haben."

Vapiano hatte sich am 20. März für zahlungsunfähig erklärt und Anfang April Insolvenz beantragt. Ende April stellte Insolvenzverwalterin Ruth Rigol das Geschäft zum Verkauf. Die 2002 in Hamburg gegründete Kette war schon seit längerem angeschlagen und hatte in der Vergangenheit wiederholt hohe Verluste verbucht - vor allem wegen hoher Expansionskosten. Vor der Insolvenz betrieben das Unternehmen und seine Franchisepartner insgesamt 235 Restaurants in 33 Ländern.

+++ 11.58 Uhr: 15-Jähriger fährt mit Familienauto - drei Jugendliche schwer verletzt +++

Bei einer nächtlichen Spritztour mit dem Familienauto hat sich ein 15-Jähriger in Nordrhein-Westfalen mit dem Wagen überschlagen. Er und seine beiden jeweils 16 Jahre alten Mitfahrer wurden bei dem Unfall in Goch nahe der niederländischen Grenze schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen war das Auto in der Nacht zu Donnerstag in einer Kurve nach links von der Straße abgekommen, gegen einen Baum geprallt und hatte sich dann überschlagen.

Das Fahrzeug blieb auf dem Dach liegen. Die Jugendlichen konnten demnach noch selbst aussteigen, bevor das Auto Feuer fing. Ein 35-jähriger Anwohner löschte den Brand.

+++ 11.39 Uhr: NRW-Innenminister Reul weist Rassismusverdacht gegen Polizei zurück +++

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat den Rassismus-Verdacht gegen die Polizei in Deutschland zurückgewiesen. "Polizisten pauschal unter Rassismus-Verdacht zu stellen, finde ich nicht in Ordnung", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er reagierte auf Äußerungen der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, die gesagt hatte: "Auch in Deutschland gibt es latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte, die durch Maßnahmen der Inneren Führung erkannt und bekämpft werden müssen." 

+++ 11:37 Uhr: Bisheriger AfD-Landeschef Kalbitz klagt gegen Rauswurf aus Partei +++

Der bisherige Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz geht gegen die Annullierung seiner Parteimitgliedschaft mit einer Zivilklage vor. Er habe einen Eilantrag beim Berliner Landgericht eingereicht, sagte Kalbitz der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin sehr zuversichtlich." Zuvor berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) darüber. Der AfD-Bundesvorstand hatte die Mitgliedschaft von Kalbitz im Mai mit Mehrheit für nichtig erklärt. Als Gründe führte er an, Kalbitz habe beim Parteieintritt frühere Mitgliedschaften in der inzwischen verbotenen rechtsextremen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ) und bei den Republikanern nicht angegeben. Der Beschluss löste einen Machtkampf aus. Kalbitz geht dagegen auch beim Bundesschiedsgericht der AfD vor.

+++ 11.24 Uhr: Franzosen benennen Käse-Kreation nach Ausgangssperre +++

Ein Käserei-Ehepaar aus Ostfrankreich hat während der Coronavirus-Ausgangssperre per Zufall einen neuen Weichkäse entwickelt, um unverkaufte Produkte zu retten. Um den Munster nicht wegwerfen zu müssen, entschieden Laura und Lionel Vaxelaire aus der Gemeinde Saulxures-sur-Moselotte in den Vogesen, den Käse einfach unangetastet im Keller liegen zu lassen, wie der Radiosender France Bleu auf seiner Homepage berichtete. Das Ergebnis, ein mit essbaren Schimmelkulturen überzogener Munster, überzeugte die Käseproduzenten und sie entschlossen sich, "Le Confiné" den Kunden anzubieten, sagte Vaxelaire. 

+++ 11.10 Uhr: Turkish Airlines nimmt Flugverkehr nach Deutschland wieder auf +++

Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY) hat nach mehr als zwei Monaten Pause wegen der Coronakrise ihren internationalen Flugverkehr wieder aufgenommen. Die ersten internationalen Flüge vom Flughafen Istanbul starteten am Donnerstagmorgen mit den Zielen London und Düsseldorf, sagte ein THY-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Tochterfirma Anadolu Jet standen unter anderem Verbindungen von Ankara und Istanbul nach Berlin und Frankfurt auf dem Flugplan.

+++ 10.52 Uhr: Deutsche Patientin scheitert mit Klage wegen schadhafter Brustimplantate vor EuGH +++

Im Skandal um mangelhafte Silikon-Brustimplantate des französischen Herstellers PIP ist eine deutsche Patientin mit einer Schadenersatzklage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gescheitert. Das Gericht entschied, dass eine Versicherung den Haftpflichtschutz auf betroffene Frauen in Frankreich beschränken kann.

Der deutschen Patientin waren im Jahr 2006 die mangelhaften Implantate eingesetzt worden. Sie klagte später vor deutschen Gerichten gegen die französische Versicherung der PIP auf Schadenersatz. Das Versicherungsunternehmen berief sich jedoch darauf, dass der Versicherungsschutz vertraglich auf Frankreich beschränkt sei. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main legte den Fall später dem EuGH vor. Dieser entschied nun im Sinne der Versicherung.

+++ 10.41 Uhr: Wegen gefährdeter Stellen: Linke kritisiert Staatshilfe für Lufthansa +++

Nach Meldungen über Tausende Stellen, die bei der Lufthansa auf der Kippe stehen, hat die Linke die geplanten Staatshilfen für das Unternehmen scharf kritisiert. Diese seien ein einziger Skandal, schrieb Parteichef Bernd Riexinger bei Twitter. "9 Milliarden für ein Unternehmen, das 4 Milliarden wert ist und Verzicht auf jede Mitsprache. Wenn die Lufthansa 22 000 Arbeitsplätze streichen sollte, ist die Bundesregierung verantwortlich!"

+++ 10.17 Uhr: 22.000 Vollzeitstellen bei der Lufthansa auf der Kippe +++

Bei der schwer angeschlagenen Lufthansa stehen 22.000 Vollzeitstellen auf der Kippe, die Hälfte davon in Deutschland. Eine "signifikante Senkung der Personalkosten" sei nötig, erklärte die Lufthansa nach einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern. Betriebsbedingte Kündigungen will die Fluggesellschaft durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen aber möglichst vermeiden.

Die Lufthansa ist von der Coronakrise schwer getroffen; Konzernchef Carsten Spohr rechnet erst in mehreren Jahren mit einer Normalisierung des Angebots und hat bereits eine tiefgreifende Umstrukturierung angekündigt. "Wir gehen davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise rund 100 Flugzeuge weniger zählen wird", erklärte der Konzern - entsprechend weniger Piloten und Flugbegleiter werden gebraucht. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften. 

+++ 9.51 Uhr: 29-Jähriger lässt Schäferhund auf Rettungskräfte los +++

Mit dem Kommando "Fass" soll ein 29-Jähriger in Gelsenkirchen seinen Schäferhund auf Rettungskräfte losgelassen haben. Die Einsatzkräfte waren am Mittwoch zu einem Streit zwischen dem Mann und seiner Freundin gerufen worden, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen hatte die Frau im Streit gegen eine Glastür geschlagen und sich dabei an der Hand verletzt.

Der 29-Jährige habe sich aber dagegen gewehrt, dass seine Freundin von den Rettungskräften behandelt wird, teilte die Polizei weiter mit. Als er seinen Hund losließ, flüchteten die Einsatzkräfte mit der Frau aus der Wohnung. Den 29-Jährigen, der gegenüber der Polizei abstritt dem Tier einen Befehl gegeben zu haben, erwartet eine Anzeige und eine Überprüfung seiner Eignung als Hundehalter.

+++ 8.32 Uhr: Datensicherheitsexperten warnen vor betrügerischen Corona-Warn-Apps +++

Datensicherheitsexperten warnen vor betrügerischen Corona-Warn-Apps, die täuschend echt aussehen, aber Nutzerdaten ausspähen. Weltweit gebe es derzeit mindestens ein Dutzend solcher Apps, teilten die Experten des kalifornischen Unternehmens Anomali mit. Einmal installiert, sind die Apps Einfallstor für Schadsoftware oder greifen die Daten der Nutzer ab. Anomali erklärte, offenbar würden die betrügerischen Apps nicht über die offiziellen Kanäle wie den Google-Play-Store verbreitet, sondern über andere Apps oder Internetseiten. Die Betrüger nutzten dabei den "bekannten und Angst machenden" Namen des Virus. Viele Länder entwickeln derzeit Corona-Warn-Apps; in Deutschland soll die App in der kommenden Woche starten.

+++ 8.06 Uhr: CDU-Generalsekretär: keine leichten Fälle bei Kinderpornografie +++

Im Streit der Koalition um das Strafmaß bei Kindesmissbrauch hat CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak die Unionsforderung nach höheren Strafen erneuert. "Es gibt bei Kinderpornografie aus meiner Sicht keine besonders leichten Fälle", sagte er im Deutschlandfunk. Der Besitz und das Handeltreiben von kinderpornografischen Inhalten sei stets ein Verbrechen, auch wenn nur eine Datei verkauft oder heruntergeladen werde. Ziemiak sagte aber auch - etwa über den Fall, dass ein 14-Jähriger eine 13-Jährige küsst: "Es gibt im deutschen Recht die Möglichkeit, solche krassen Fälle auszuschließen." Er halte es für völlig unrealistisch, dass Richter einen solchen Fall nicht erkennen würden. Die CDU-Spitze fordert, dass Kindesmissbrauch in jedem Fall als Verbrechen und nicht mehr nur als Vergehen geahndet werde, damit in jedem Fall eine Mindeststrafe von einem Jahr drohe.

+++ 8.01 Uhr: "Vom Winde verweht" nun Bestseller bei Amazon +++

Der Filmklassiker "Vom Winde verweht" hat nach einer Absage vom US-Streaminganbieter HBO max überraschend Zulauf bekommen. In den Amazon-Verkaufscharts sei das Südstaatendrama nun zum Bestseller geworden, berichten "Variety" und andere US-Medien. Einen Tag zuvor hatte HBO max den Film vorerst aus dem Programm gestrichen. Das zu Warner Media gehörende Unternehmen wolle dem Film Erklärungen zu dessen rassistischen Vorurteilen und der problematischen Darstellung von Sklaverei zur Seite stellen, erklärte ein Sprecher gestern. "Er wird mit einer Erläuterung seines historischen Kontexts und einer Distanzierung von den rassistischen Darstellungen ins Programm wiederaufgenommen werden", hieß es laut "Hollywood Reporter" in einem Statement des Unternehmens.

+++ 6.17 Uhr: US-Behörden sagen Coachella-Festival wegen Coronavirus ab +++

Das legendäre Coachella-Festival in Kalifornien soll wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr ganz ausfallen. Die zuständige Gesundheitsbehörde im Bezirk Riverside County teilte mit, dass das Festival vor 2021 nicht abgehalten werden könne. Die Konzert-Veranstalter äußerten sich zunächst nicht. Das anfangs für Mitte April geplante Coachella-Konzert in Südkalifornien war im März auf zwei aufeinanderfolgende Wochenenden in den Oktober verschoben worden. Mit dem Aufschub würde man den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde folgen, hieß es damals.

+++ 5.44 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in USA +++

Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich in den USA seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Landesweit starben bisher knapp 113.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Hinter den USA liegt Brasilien mit rund 772.000 Infizierten, gefolgt von Russland mit knapp einer halben Million infizierter Menschen. Die zweithöchste Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus meldete zuletzt Großbritannien mit knapp 41.000, dahinter liegt Brasilien mit rund 40 000.

+++ 5.27 Uhr: Blutwerte erlauben laut Studie Prognose über Covid-19-Verlauf +++

Bei einer Covid-19-Erkrankung lässt sich anscheinend anhand von zwei Typen von Abwehrzellen im Blut vorhersagen, ob ein Patient einen schweren Verlauf oder nur milde Symptome entwickelt. Dies ergibt eine Studie an 40 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan. Bei einem der beiden Immunzell-Typen handelt es sich um sogenannte Killer-T-Zellen mit einem bestimmten Oberflächenmarker. Sie töten virusinfizierte Körperzellen ab und unterbrechen damit die Vermehrung des Coronavirus. Der andere Zelltyp sind sogenannte Neutrophile. "Die sind eigentlich dafür da, Bakterien abzuwehren. Sie können aber auch T-Zellen in ihrer Funktion unterdrücken." Demnach wurden in Blutproben mit vielen Neutrophilen nur wenige Killer-T-Zellen gefunden.

+++ 5.20 Uhr: Pelosi will Statuen von Südstaaten-Anführern aus Kongress entfernen lassen +++                 

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat die Entfernung von Denkmälern von Führungsfiguren der US-Südstaaten aus dem Sitz des Kongresses gefordert. Mit diesen elf Statuen werde "dem Hass gehuldigt", schrieb die Anführerin der oppositionellen Demokraten an einen parteiübergreifenden Ausschuss. Die mit diesen Denkmälern geehrten Männer seien für "Grausamkeit und Barbarei" eingetreten. Im Washingtoner Kapitol stehen Denkmäler von Persönlichkeiten, die im 19. Jahrhundert für den Erhalt der Sklaverei eingetreten waren und deswegen die Südstaaten vom Norden der USA abspalten wollten. Diese Bestrebungen führten zum Bürgerkrieg, in dem die Südstaaten unterlagen.

+++ 5.08 Uhr: Lambrecht plant Dialog zum Schutz vor Kindesmissbrauch +++

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will zum Schutz vor Kindesmissbrauch einen Dialog ins Leben rufen. "Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". An dem Dialog beteiligt sein sollen neben Politikern auch Polizei, Justiz, Jugendämter und Gerichte. Sie fordert zudem, dass soziale Medien Kinderpornografie nicht mehr nur löschten, sondern auch dem Bundeskriminalamt melden. "Die Täter handeln immer perfider", sagte Lambrecht der Zeitung. "Deshalb verschärfen wir gegenwärtig die Ermittlungsmöglichkeiten gegen Kinderpornografie in sozialen Netzwerken."

+++ 4.54 Uhr: Dutzende Affen entkommen aus Gehege in Japan +++

In Japan sind Dutzende Affen aus einem Tierparkgehege ausgebüxt. Wie örtliche Medien berichten, waren rund 70 Affen der heimischen Primatenart Japanmakak aus einem Zuchtgehege des Takagoyama Natural Zoos in Tokios Nachbarprovinz Chiba entkommen. Es werde vermutet, dass jemand ein Loch in den Zaun geschnitten hat, durch das die Primaten ins Freie gelangten. Zusammen mit der Polizei hoffe man jetzt, dass die Tiere zur gewohnten Essenszeit mit Futter angelockt und wieder einfangen werden können. Bereits im vergangenen Herbst waren Makaken aus dem Zoo geflohen, als das Gehege in einem Taifun beschädigt worden war. In Freiheit lebende Affen richten in Japan immer wieder Schäden in der Landwirtschaft an.

+++ 4.14 Uhr: Schweizer Polizei leitet Ermittlungen gegen Achtjährigen wegen Spielgelds ein +++

Schweizer Polizisten haben ein Ermittlungsverfahren gegen einen Achtjährigen und dessen Familie eingeleitet, nachdem dieser in einem Dorfladen mit Spielgeld bezahlen wollte. Laut Medienberichten ist der Junge nun dank der übereifrigen Polizisten und Ladenbetreiber bis Mai 2032 in den Polizeiakten vermerkt, obwohl er letztlich nicht angeklagt wurde. Die Polizei hatte ihn zudem erkennungsdienstlich behandelt und das Haus der Familie durchsucht. Bei dem Spielgeld handelte es sich laut einem Bericht der "Basler Zeitung" um offensichtlich unechte Scheine, die der Junge bei einem Karnevalsumzug aufgesammelt hatte. Die Beamten gingen davon aus, dass es sich um Falschgeld handelte.

+++ 4.13 Uhr: Von der Mutter verstoßen: Spaniens erstes weißes Löwenjunges geboren

In einem spanischen Zoo ist ein weißes Löwenbaby nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen worden. Der Zoodirektor Juan Luis Malpartida teilte mit, die Mutter habe das erste weiße Löwenjunge, das in einem spanischen Zoo auf die Welt kam, nach einer sehr schweren Geburt nicht angenommen. Das Junge mit dem Namen "Weißer König" sei am 31. Mai zur Welt gekommen. Nach der Geburt habe sich die Mutter drei Tage lang nicht um ihr Junges gekümmert, sagte Malpartida. Daher sei der kleine Löwe schließlich dehydriert und unterkühlt aus dem Gehege genommen worden. Mittlerweile sei das Junge aber wieder bei Kräften. Am Mittwoch habe er es erstmals mit erhobenem Kopf beim Versuch zu rennen beobachtet. Der Mutter gehe es ebenfalls gut.

+++ 3:57 Uhr: US-Fußball kippt Protestverbot bei der Hymne: Knien wieder erlaubt +++

Mitglieder der US-Fußball-Nationalmannschaften dürfen während der Hymne wieder friedlich protestieren und sich beispielsweise hinknien. Der Fußballverband der USA kippte ein entsprechendes Verbot und entschuldigte sich insbesondere bei seinen schwarzen Spielerinnen und Spielern. "Es ist klar geworden, dass diese Regel falsch war und von der wichtigen Botschaft, dass schwarze Leben wichtig sind, abgelenkt hat", heißt es in einer Stellungnahme.

+++ 3.53 Uhr. Weiterer Fall des Todes von Schwarzem in US-Polizeigewahrsam wird untersucht

Im US-Bundesstaat Washington soll der Fall eines Afroamerikaners neu untersucht werden, der Anfang März im Polizeigewahrsam gestorben war. Dies kündigte Gouverneur Jay Inslee an, nachdem ein neues Video des Vorfalls aufgetaucht war. Darin ist nach Angaben eines Anwalts der Hinterbliebenen zu hören, wie der 33-jährige Manuel Ellis bei seiner Festnahme in der Stadt Tacoma mehrfach sagt: "Ich kann nicht atmen." Die bisherigen gerichtsmedizinischen Untersuchungen zu Ellis' Tod ergaben, dass er an Atemstillstand aufgrund physischer Gewalteinwirkung starb. Die Einnahme von Methamphetamin und eine Herzkrankheit könnten demnach auch zu seinem Tod beigetragen haben.

+++ 1.55 Uhr: Wal nahe Montréal wahrscheinlich durch Kollision mit Schiff getötet +++

Der nahe der kanadischen Metropole Montréal gestorbene Buckelwal ist wahrscheinlich durch die Kollision mit einem Schiff ums Leben gekommen. Dies ergaben erste Untersuchungen des Wal-Kadavers, wie der dabei federführende Veterinär Stéphane Lair mitteilte. Auf dem Körper des Tieres seien Blutungen gefunden worden, die stark auf den Zusammenprall mit einem Schiff hindeuteten. Ein umfassender Bericht zum Tod des jungen Wals, der sich hunderte Kilometer von seinem natürlichen Lebensraum entfernt und viele Bewohner von Montréal begeistert hatte, soll in ein bis zwei Monaten vorliegen.

+++ 1.19 Uhr: Weltärzte-Chef: WHO braucht mehr Geld für Corona-Kampf in Afrika +++

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sorgt sich um den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika. Die Lage auf der Südhalbkugel sei "dramatisch", vielen Ländern dort fehlten für die Gesundheitsversorgung und für Impfungen breiter Bevölkerungsteile schlicht die Mittel, sagte Montgomery der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Hier muss die Weltgesundheitsorganisation dringend einspringen." Montgomery forderte, dass die Mitgliedsstaaten der WHO daher mehr Geld zur Verfügung stellen müssten. "Denn wenn der Kampf gegen Corona im Süden Afrikas verloren geht, geht er für den ganzen Globus verloren."

+++ 1.10 Uhr: Disney will Vergnügungsparks in Kalifornien im Juli wiedereröffnen +++

Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney hat konkrete Pläne für die Wiedereröffnung seiner pandemiebedingt geschlossenen Vergnügungsparks in Kalifornien präsentiert. Ab 9. Juli soll das Disneyland Resort schrittweise und unter strikten Sicherheitsauflagen wieder aufgemacht werden, teilte der Konzern mit. Den Anfang soll demnach die Shoppingmeile Downtown Disney District machen, ab 17. Juli sollen dann die großen Themenparks und Hotels folgen. Die Pläne brauchen allerdings noch grünes Licht von den zuständigen Behörden, wie das Unternehmen betonte. Zuvor war bereits die Wiedereröffnung des Disney World Resorts in Florida am 11. Juli genehmigt worden.

+++ 1.05 Uhr: Arbeiter auf WM-Baustelle in Katar über Monate nicht bezahlt +++

Ausländische Arbeiter auf einer Baustelle der Fußball-WM 2022 in Katar sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International über Monate nicht bezahlt worden. Sie seien bei einer katarischen Firma angestellt, die für Fassadenarbeiten im Stadion Al-Bayt im Norden des Emirats unter Vertrag genommen worden sei, teilte Amnesty International mit. Die rund 100 Arbeiter erhielten demnach bis zu sieben Monate lang keinen Lohn. Katar wird immer wieder vorgeworfen, dass dort ausländische Arbeiter ausgebeutet werden.

+++ 0.42 Uhr: 34 tote Migranten vor tunesischer Küste aus Mittelmeer geborgen +++

Beim Untergang eines Flüchtlingsboots vor der Küste Tunesiens sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Nahe der Kerkenna-Inseln wurden weitere zwölf Leichen geborgen, wie ein Gerichtssprecher in der Hafenstadt Sfax mitteilte. Bereits am Dienstag waren 22 Leichen gefunden worden. Bei den Opfern handelt es sich den Angaben zufolge um 23 Frauen, neun Männer und zwei Kinder im Alter von etwa drei Jahren. An Bord des Bootes sollen sich nach Angaben anderer Migranten insgesamt 53 Menschen befunden haben. Es war demnach in der Nacht zum vergangenen Freitag von der tunesischen Küste aus in Richtung Italien aufgebrochen.

+++ 0.23 Uhr: Trump will Wahlkampf wieder aufnehmen +++

Erstmals seit mehr als drei Monaten will US-Präsident Donald Trump voraussichtlich am Freitag kommender Woche wieder eine Wahlkampfveranstaltung abhalten - trotz der andauernden Corona-Pandemie. Trump kündigte bei einem Treffen mit Unterstützern aus der afroamerikanischen Gemeinschaft im Weißen Haus an, die erste Kundgebung werde es voraussichtlich am Freitagabend in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma geben. Weitere Veranstaltungen seien in Florida, Texas und Arizona geplant. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte mit Blick auf die Pandemie, man werde für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen. Trump hatte zuletzt eine Wahlkampfveranstaltung am 2. März in Charlotte in North Carolina abgehalten. Danach hatte die Corona-Krise Kundgebungen unmöglich gemacht.

+++ 0.05 Uhr: Amazon setzt Polizei-Kooperation bei Gesichtserkennung aus +++

Der US-Internetriese Amazon will der Polizei seine Gesichtserkennungssoftware für ein Jahr nicht mehr zur Verfügung stellen. Der Konzern habe sich für stärkere Regulierung seitens der Regierung für eine ethische Nutzung dieser Technologien eingesetzt, teilte Amazon vor dem Hintergrund der jüngsten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt mit. Inzwischen scheine es so, als ob der US-Kongress diese Herausforderung angenommen habe. Das einjährige Moratorium solle der Politik ausreichend Zeit geben, angemessene Regeln zu erlassen. Amazon steht wegen der umstrittenen Nutzung seiner Dienste durch Justizbehörden stark in der Kritik.

nik DPA AFP

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