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Buffalo Schüler räumt nach Protesten Straße auf - und bekommt Auto und Stipendium spendiert

Sehen Sie im Video: Bei Protesten gegen Polizeigewalt – 75-Jähriger wird von Polizisten geschubst und schwer verletzt.




Ein brutaler Akt der Polizei in Buffalo, New York wird von Augenzeugen aufgenommen: 


Während einer Demonstration kommt ein 75-Jähriger Polizeibeamten entgegen. Dann wird der Mann geschubst und fällt zu Boden.  


Wie die Aufnahmen zeigen, gehen viele Polizisten wortlos weiter. Beobachter der Szene rufen den Beamten zu, dass der alte Mann blute. 


Der 75-Jährige wird anschließend ins Krankenhaus gebracht und ist laut offiziellen Angaben in einem stabilen, aber ernsten Zustand. 


Zwei Perspektiven zeigen den Vorfall vor dem Rathaus in Buffalo.  


Die Aufnahmen verbreiten sich rasant in den sozialen Netzwerken. 


Der Vorfall wird scharf kritisiert, als Demonstranten landesweit den zehnten Tag in Folge auf die Straße gehen, um gegen rassistische Polizeigewalt zu protestieren.  


In einem Statement erklärt Buffalos Bürgermeister Byron Brown: "Das Video hat mich zutiefst beunruhigt. Nach Tagen friedlicher Proteste und mehreren Treffen zwischen mir, der Polizeiführung und Mitgliedern der Gemeinde ist die heutige Veranstaltung entmutigend." 


Andrew Cuomo, der Gouverneur des US-Bundesstaats New York erklärte, dass das Vorgehen der Polizei "völlig ungerechtfertigt und absolut schändlich” sei. 


Die zwei Polizisten, die den Mann geschubst haben sollen, wurden vom Dienst suspendiert.  
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Um 2 Uhr morgens schnappte sich Antonio Gwynn Jr. einen Besen und fing an, eine Straße in seiner Nachbarschaft zu säubern. Nach den Protesten in Buffalo war sie voller Glas und Müll. Eine Gegenleistung erwartete er nicht. Doch in der Stadt war man von der Aktion begeistert. 

Als Antonio Gwynn Jr. die Schäden sah, die nach den Protesten in seiner Heimatstadt Buffalo, New York, zurückgeblieben waren, schnappte er sich einen Besen, kaufte Müllsäcke und begann selbst, die Straßen zu putzen. Um 2 Uhr morgens fing er am vergangenen Montag an. Als die Nachbarn später am Morgen anrückten, um die Schäden zu beseitigen, stellten sie fest, dass der 18-Jährige den größten Teil der Arbeit bereits erledigt hatte. 

Er habe in den lokalen Nachrichten gesehen, dass die Bailey Avenue in Buffalo mit Glas und Müll bedeckt sei, erzählte der Schüler dem TV-Sender CNN. Er wisse aber, dass die Leute die Straße morgens benutzen würden, um zur Arbeit zu fahren. Also habe er sich schon nachts an die Aufräumarbeiten gemacht. 

In der Stadt sprach sich Gwynns Aktion in Windeseile herum und stieß auf tiefe Dankbarkeit. Matt Block erfuhr davon aus den Nachrichten. Um sich erkenntlich zu zeigen, beschloss der 27-Jährige dem Schüler seinen roten Mustang zu schenken. Er habe zwar seit seiner Kindheit von solch einem Auto geträumt, aber ihn in letzter Zeit kaum noch benutzt, erzählte er CNN.

Wie sich herausstellte, hatte das Geschenk für Gwynn mehr Bedeutung, als Block sich jemals hatte vorstellen können. Die Mutter des Schülers, die 2018 verstarb, fuhr ihrerzeit ebenfalls einen roten Mustang. 

College in Buffalo schenkt Stipendium 

Der lokale Geschäftsmann Bob Briceland erfuhr von Blocks Geschenk und beschloss, Gwynn über seine Versicherungsagentur eine kostenlose Kfz-Versicherung für ein Jahr anzubieten. "Ich fühlte mich einfach gezwungen, ihm zu helfen. Wir müssen in unserer Stadt zusammenhalten und den Menschen zeigen, wie viele gute Leute hier leben", sagte Briceland dem lokalen TV-Sender WKBW.

Damit nahmen aber die Geschenke kein Ende. Nach der High School hatte Gwynn geplant, zur Handelsschule zu gehen und gleichzeitig fürs College zu sparen. Bei dem Medaille College in Buffalo erfuhr man von Gwynns Aufräumaktion und von seinem Plan - und spendierte ihm ein Stipendium. Im Herbst dieses Jahres will Gwynn nun ein Wirtschaftsstudium beginnen. Eines seiner vielen Karriereziele ist die Eröffnung eines Reinigungsunternehmens.

Für Gwynn ist dies das erste Mal, dass er solche Anerkennung für seine guten Taten bekommt. "Ich schätze alles, was jeder für mich tut", sagte er tiefbewegt. 

Quellen: CNNWKBW

ivi

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