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Statement auf Instagram: Polizei ermittelt: Marteria und Casper reagieren auf Unglück bei Konzert

Bei einem Konzert in Essen wurden 28 Menschen verletzt, einige davon schwer. 17 Stunden nach dem Unglück äußern sich Marteria und Casper nun dazu. Und jetzt ermittelt auch die Polizei.

Bei Caspers und Marterias Open-Air Konzert am Samstag in Essen wurden 28 Menschen verletzt, zwei davon schwer. Wie die Polizei berichtet, befindet sich niemand mehr in Lebensgefahr. Eine der LED-Leinwände stürzte aufgrund eines Unwetters in die Menge. Doch auf eine Reaktion der beiden Rapper warteten die Fans lange: Erst 17 Stunden nach dem Unglück äußerten sie sich auf Instagram – mit einem identischen Post.

"Wie ihr sicher alle aus den Medien erfahren habt oder vor Ort wart, mussten wir das Casper- und Marteria-Konzert in Essen gestern abbrechen. Es kam auch zu Verletzten. Mehrere Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wir sind tief betroffen und wünschen allen Verletzten schnelle Genesung, wir denken an euch! Wir danken allen Fans vor Ort für ihr Verständnis für den Abbruch und ihre Hilfsbereitschaft. Wir hoffen, dass ihr alle gut nach Hause gekommen seid," schreiben sie unter ein Bild der verlassenen Bühne.

Die Musiker beteuern, nach einer Möglichkeit zu suchen, das Konzert nachzuholen, an erster Stelle stehe aber die Gesundheit der Verletzten.

Reaktionen auf das späte Statement

Die Reaktionen unter dem Post sind meist positiv: Die Instagram-Nutzer bedanken sich bei der Crew und allen anderen Konzertteilnehmern, die ruhig geblieben sind. „Es wurde komplett richtig gehandelt“, schreibt ein Fan. Besonders die Organisation des Abbruchs und die schnelle Hilfe der Sanitäter wird gelobt. Doch einige der Fans sind frustriert, dass Marteria und Casper so lange mit einem Statement gewartet haben.

Der WDR-Moderator Tobias Häusler zeigt sich beispielsweise in den sozialen Medien enttäuscht: Die beiden hätten sich mit einer Reaktion zu lange Zeit gelassen, schreibt er. "Ihr wart wohl machtlos. Ihr konntet persönlich nichts am Regen, am Sturm, am Gewitter oder nichts an der Aufhängung der LED-Wand ändern. Ihr konntet aber im Anschluss etwas: Euer Bedauern ausdrücken, dass so etwas passiert ist und 'Gute Besserung' wünschen…" Obwohl ihm bewusst sei, dass die Rapper den Text wohl auch aus rechtlichen Gründen abgleichen mussten, hätte er sich ein früheres Statement gewünscht. "Vielleicht seid Ihr wirklich geschockt und überfordert, aber von einer Multimillionen-Unternehmung mit der Verantwortung für so viele Menschen erwarte ich, dass einer dort im Laden klar bleibt im Kopf und juristisch für Euch schneller ermittelt, wie Ihr jetzt reagieren könnt." Unter seinem Post pflichten ihm einige, die auch auf dem Konzert waren, bei. Viele hatten nachts noch vergeblich auf eine Reaktion der Rapper gewartet.

Wer trägt die Schuld?

Noch vor Marteria und Casper nahm das Seaside Beach, der Veranstaltungsort, auf Facebook Stellung: "Diese plötzliche Wettersituation war nicht vorherzusehen. Wir haben ständig mit den Behörden, dem Veranstalter und den Einsatzkräften die Situation im Blick gehabt. Die Sicherheit unserer Gäste hat höchste Priorität", schreiben sie.

Gegenüber ntv äußerte sich heute ein Wetterexperte, der davon überzeugt ist, dieses Unglück hätte vermieden werden können. "Es ist oft richtig schwer, Gewitter vorherzusagen, aber die Gewitter am Samstag konnte man sogar zeitlich begrenzen“, so Bernd Fuchs. Weiter sagt Fuchs, man hätte das Konzert einfach nur kurz unterbrechen müssen und keiner wäre im Krankenhaus gelandet. Laut "RP-Online" bestreitet die Feuerwehr, eine Freigabe für das Konzert erteilt zu haben. Die Kriminalpolizei Essen ermittelt nach eigenen Angaben nun die Unfallursache und will herausfinden, ob der Veranstalter richtig mit der Situation umgegangen ist.

Quellen: Instagram, "RP-Online", Polizei Essen , "ntv", "dpa", "Der Westen"

ivy
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