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Meinung

Rage Against The Machine: Wir brauchen wieder mehr Wut in der Musik – und nirgendwo sonst!

Rage Against The Machine war eine der relevantesten Rockbands der 90er. Für das Wahljahr 2020 haben die systemkritischen Crossover-Pioniere jetzt ihr Comeback angekündigt – eine gute Nachricht, die ihren Nachfolgern allerdings ein Armutszeugnis ausstellt.

Rage Against The Machine

Früher war mehr Wut: Zack de la Rocha, Frontmann von Rage Against The Machine, bei Rock im Park 2008

Picture Alliance

Handeln wir zunächst die obligatorische Frage ab: Brauchen wir Rage Against The Machine im Jahr 2020 wirklich noch? Kurze und eindeutige Antwort: ja! Warum wir überhaupt fragen? Nun, gerade macht die Kunde die Runde, dass die Crossover-Pioniere aus Los Angeles im kommenden Jahr ihr Live-Comeback geben werden.

Zunächst war am 1. November, ziemlich genau 20 Jahre nach Veröffentlichung des dritten RATM-Albums "The Battle of Los Angeles", ein Instagram-Account mit dem Namen der Band aufgetaucht. Erster Post: ein Foto der aktuellen Demonstrationen in Chile sowie einige Termine, die sich wie ein Tourplan lesen und unter anderem zwei Dates im kalifornischen Indio Mitte April beinhalten, wo zu diesem Zeitpunkt das Coachella-Festival stattfindet.

Rage Against The Machine beim Coachella

Ein langjähriger Begleiter der Band bestätigte dem Magazin "Forbes", dass der neue Instagram-Account echt sei, wofür auch der inzwischen hinzufügte blaue Verifizierungshaken spricht. Unter den Fans regt sich im Netz neben jeder Menge Euphorie auch Kritik, dass die Band auf einem hyperkommerziellen Event wie dem Coachella auftreten soll – was sich natürlich als Vorwurf schön woke anhört, aber auch zu kurz gedacht ist: Denn wo, wenn nicht an der Pilgerstätte aller Influencer, könnte die antikapitalistische Haltung von RATM einen schöneren Kontrapunkt setzen?

Womit wir wieder bei unserer Eingangsfrage wären: Es kann kein Zufall sein, dass die Rückkehr in das US-Präsidentschaftswahljahr fällt und dass sich die ersten Konzerttermine auf grenznahe Orte im Südwesten der USA beschränken. Rage Against The Machine haben mit ihrem Debüt damals den Klassiker aller politischen Rockalben vorgelegt und aus ihrer Haltung auch später nie einen Hehl gemacht, wie zum Beispiel mit dem Musikvideo zu "Sleep Now In The Fire", als sie zusammen mit Regisseur Michael Moore die New Yorker Wall Street lahmlegten:

Wer sich die Songs der drei regulären Studioalben von Rage im Jahr 2019 anhört, wer sich die Bilder ihrer vor Energie berstenden Live-Shows via Youtube in Erinnerung ruft, der kommt um die Erkenntnis nicht umhin: Solche Bands werden heute nicht mehr gemacht, und wenn doch, agieren sie unter dem Radar. Wie das sein kann, wirft angesichts politisch extremer Zeiten Rätsel auf.

Wut spielt im Rock, zumindest im kommerziell erfolgreichen, längst nicht mehr die Rolle wie vor 20 Jahren. Ende der 90er hatten Rage Against The Machine, aber auch Bands wie Nirvana oder Pearl Jam, einer ganzen Generation von Wut-Brüdern wie den Nu-Metal-Epigonen Korn, Limp Bizkit, Papa Roach oder Linkin Park den Weg bis an die Spitze der Charts geebnet. Ikonen wie Eminem oder Kid Rock gaben dem White Trash, dem es in vielen Teilen der USA heute noch dreckiger geht als damals, laute und angemessen böse Stimmen – nicht selten inklusive knackiger politischer Botschaft.

Heute fehlt von streitbaren Acts, die sich mit Wonne angreifbar machen, in der Breite beinahe jede Spur. Also müssen Zack de la Rocha, Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk höchstpersönlich noch einmal in den Ring steigen. Was angesichts der Tatsache, dass alle Bandmitglieder inzwischen um die 50 Jahre alt sind, der heutigen Rock-Generation im Umkehrschluss ein veritables Armutszeugnis ausstellt.

In der Musik findet die Wut kaum noch statt

Wir sehen uns heute ständig mit irrationaler Wut konfrontiert: in den sozialen Netzwerken, in der politischen Debatte. Nur da, wo die Wut wirklich noch kathartische Wirkung entfalten und als nützlicher Katalysator funktionieren kann, nämlich in der Musik, findet sie kaum noch statt.

Deshalb werden wir Rage Against The Machine im Jahr 2020 immer noch brauchen. Weil wir wieder mehr Wut in der Musik brauchen – und viel weniger, am besten keine, im alltäglichen Miteinander. Die Wut im Rock'n'Roll war immer die Wut auf die Beschissenheit der Dinge, und diese Wut ist eigentlich ein Privileg der Jugend – weil sie im Alter schnell verbittert anmutet. Aber solange sich niemand meldet, um den Staffelstab von RATM übernehmen, müssen die Veteranen den Job selbst erledigen.

Dafür sollten wir ihnen dankbar sein. Denn wenn wir ehrlich sind, brauchen wir ihre Wut heute sogar noch dringender als damals.

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VERNUFT -- grundsätzlich als KRIMINELL definiert ??
Kinder und Hartz4-Empfänger werden „zur Vernunft“ diszipliniert. Persönliches Fortkommen, ohne Stillstand, ist das, was man vorgibt. Zweifel seien unvernünftiges Verhalten; Widerspruch, krankhaftes. Rationales oder pragmatisches Verhalten wird nur der „Führung“ (also dem Regierungs- und Verwaltungsapparat) zugebilligt. Nirgends ist ein demokratische Verhalten hinsichtlich der „Führung“ definiert. Demokratie bedeutet: man gibt der gewählten Führung den Auftrag, dem Volk (exakt dem Wohl des Einzelnen) zu dienen. Statt dessen werden Gruppeninteressen vertreten, die ein starkes Veto einlegen oder die Richtung (eigene Vernunft) straffrei umsetzen dürfen. Was ist Vernunft ? Wir kennen nur „unsinnige“ Gruppeninteressen, wie a) den Bau eines Schutzwalles gegen Imperialisten b) den Bau eines weltbedeutenden Drehkreuz-Flughafens (als Abschreckung der Konkurrenz) c) die Einführung von Hartz4 (Motto: nur Billig-Arbeit macht reich) d) eine Mobilität, wo Jedem erlaubt wird so schnell zu fahren, wie er sich es finanziell leisten kann e) ein gewinnorientiertes Verhalten, das „Schwache“ (entgegen der Gesetzeslage) „übertölpelt und ausraubt“; 1) Menschen werden kaufsüchtig / spielsüchtig / sexsüchtig gemacht, mit staatlicher Förderung >> Vogelfreiheit 2) der Enkeltrick ist eine Ableitung des kapitalistischen Systems >> SUB-Randgruppe gegen SUB-SUB-Randgruppe Vernunft heißt ursprünglich: „den eigenen Trieben Einhalt zu gebieten -- Anderen Freiheiten zu geben !!“ (Antikes Rechtsmotto) „Vernunft heißt, Anderen Frieden zu gewähren und Selbst im Gegenzug zu beziehen“ (Biblisches Gemeinwohl ) Warum geht das nicht in einer DEUTSCHEN Demokratie ? Fehlt den Deutschen die Einsicht ? Fehlt den Deutschen ein demokratisches Verständnis ? .. oder sogar Beides ? Oder kann sich in Deutschland nur jemand (verhaltensgestörtes Egozentrisches) politisch an die Spitze setzen, der BEIDES eben gerade nicht praktiziert und umsetzt, gegen die Schwächeren „vernünftig Handelnden“ ???? ... ähnlich, wie das bei kriminellen Banden die Regel ist ? Ist kriminelle Egozentrik nicht die beste Vernunft ? ... Resumee: das sollten die Kinder und Hartz4-Empfänger angeleitet werden, solches ebenfalls umsetzen ? ... sich nicht manipulirren / ausnutzen zu lassen, um nicht in einer Endlosschleife einer Opferrolle zu verharren ?