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Hier sind kleine Vergehen teuer: Bußgeld im Ausland: 10.000 Dollar Strafe für das falsche WLAN

Andere Länder, andere Sitten: Für vermeintliche Kavaliersdelikte muss man in manchen Ländern ordentlich blechen. Wir haben für euch einen Bußgeld-Katalog zusammengestellt, damit ihr bei der nächsten Reise garantiert keine Extra-Ausgaben fürchten müsst.

Touristen im Urlaub

Von wegen Spaß im Urlaub: Bereits bei kleinen Vergehen drohen Touristen im Ausland happige Geldbußen (Symbolbild)

Getty Images

Der Tourismus weltweit boomt. Entsprechend spüren immer mehr Länder und Metropolen die Folgen des Massentourismus. Kürzlich hat deshalb Amsterdam den Touristen, die sich daneben benehmen den Kampf angesagt. Dort muss man jetzt unter anderem 140 Euro Strafe zahlen, wenn man auf offener Straße Alkohol trinkt. Doch es gibt noch viele weitere Destinationen, die beim Fehlverhalten von Touristen keinen Spaß verstehen. Mallorcas Partyhochburg Magaluf zum Beispiel. Zu lange sind dort vor allem britische Touristen komplett eskaliert. Deshalb wurden mittlerweile sogar Hinweisschilder aufgestellt, auf denen angegeben ist, was die jeweilige Ordnungswidrigkeit kostet.

Wer sein alkoholisches Getränk auf der Straße zu sich nimmt, muss 500 Euro zahlen. Fürs Verunreinigen der Straße werden 200 Euro fällig. Wer auf die glorreiche Idee kommt, nackt herumzulaufen, muss 400 Euro abdrücken. Und alle, die "schreien, kämpfen oder andere Personen belästigen", sind danach ebenfalls rund 400 Euro ärmer.

Krass: 10.000 Dollar für das falsche WLAN?!

Weltweit bekannt für seine drakonischen Strafen ist der südostasiatische Staat Singapur. Dort werden Dinge bestraft, die bei uns eher belächelt werden. Wie unter anderem das Onlineportal "News.at" berichtet, muss man bis zu 10.000 Dollar Geldstrafe zahlen oder gar bis zu drei Jahre ins Gefängnis, wenn man ein fremdes Wi-Fi-Netz benutzt, selbst dann, wenn dieses nicht passwortgeschützt ist. Auch Fußballspieler hätten in Singapur schlechte Karten: Während bei uns auf dem Feld normalerweise ordentlich herumgespuckt wird, sollte man das in Singapur unbedingt unterlassen. Wer an öffentlichen Orten, also zum Beispiel auf Märkten oder Schulen, spuckt und dabei erwischt wird, muss anschließend eine Geldstrafe von 1.000 Dollar zahlen. Und während es bei uns in jedem Kiosk Kaugummi zu kaufen gibt, gilt seit 1992 ein absolutes Kaugummiverbot in Singapur. Ausnahmen gibt es nur für medizinisch oder zahnhygienisch erforderliche Produkte. Kaugummis sind verboten, weil sie zur Verschmutzung von Straßen und der öffentlichen Verkehrsmittel beigetragen haben. Wer in Singapur ein Kaugummi verkauft, muss unfassbare 100.000 Dollar zahlen.

Aber auch in Urlaubsdestinationen in unserer Nähe können saftige Geldstrafen fällig werden. In vielen Ländern gilt: Andenken mitnehmen verboten! Das Wort "Andenken" ist allerdings sehr weit ausgelegt. So hat die sardische Regierung kürzlich das Mitnehmen von Sand unter Strafe gestellt. Das hat das Auswärtige Amt bekannt gegeben. Wer damit erwischt wird, muss zwischen 500 und 3000 Euro Strafe zahlen. An einigen Strandabschnitten der Insel wurden Warnschilder aufgestellt. Darauf steht "Sand stehlen verboten". Diese Geldstrafe ist jedoch nichts im Vergleich zu dem, was Touristen in der Türkei erwartet, wenn sie Kultur- und Naturgüter  - zum Beispiel alte Münzen oder Steine - erwerben oder ausführen wollen: Bis zu zehn Jahre Knast können die Folge sein.

Zärtlichkeiten unerwünscht

Doch nicht nur die Mitnahme von Souvenirs aus dem Urlaub birgt Gefahren. Vermeintlich harmlose Liebesbeweise auf offener Straße können andernorts rigoros bestraft werden: Während Paare, egal ob hetero- oder homosexuell,  sich bei uns in Deutschland problemlos im Arm halten oder küssen dürfen, sieht das in Indien, Uganda und Indonesien ganz anders aus. Wer dort als Homosexueller öffentlich Zärtlichkeiten austauscht, muss mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe oder gar mit der Todesstrafe rechnen.

Und auch in Sachen Drogen verstehen manche gar keinen Spaß: Während in vielen US-Bundesstaaten der Konsum von Cannabis mittlerweile legalisiert wurde, sollte man sich dagegen in anderen Ländern davor hüten, auch nur die geringsten Mengen Rauschgift bei sich zu haben. Unter anderem Jordanien, Marokko und die Philippinen ahnden das nämlich mit mehreren Jahren Gefängnis. Fürs Drogen-Dealen kann man unter anderem in Singapur sogar die Todesstrafe bekommen, wie aus den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts hervorgeht.

Deshalb: Ganz egal, wohin euer nächster Urlaub geht - informiert euch vorher, was in der jeweiligen Destination erlaubt und verboten ist. Dann steht einem Traumurlaub nichts mehr im Weg.

lui