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Schweiger, Mittermeier und Co. Diese Promis springen Xavier Naidoo zur Seite

Xavier Naidoo
Xavier Naidoo ist ein erfolgreicher Musiker. Sieben Mal erklimmt er mit seinen Soloalben den ersten Platz der deutschen Musikcharts. Der Musiker ist Träger der "Schillerplakette der Stadt Mannheim", die in seiner Heimat für "besondere Verdienste um das kulturelle Leben der Stadt" verliehen wird. Neben seiner Solokarriere ist Naidoo ein Gründungsmitglied der Musikgruppe "Söhne Mannheims". Im April 2017 veröffentlicht die Band ihr sechstes Studioalbum. Nicht nur Musiker, sondern auch Synchronsprecher: 2002 leiht Naidoo dem Erzähler Buscapé für den Film "City of God" seine Stimme. 2012 veröffentlicht Naidoo gemeinsam mit Rapper Kool Savas das Album "Gespaltene Persönlichkeit". Das Duo nennt sich "XAVAS" und gewinnt im selben Jahr den "Bundesvision Song Contest". Xavier Naidoo ist Mitglied des Vereins Brothers Keepers. Der Zusammenschluss deutscher Musiker setzt sich gegen rechtsextreme Gewalt ein. Die bekannteste Single des Musikprojektes ist der Song "Adriano (Letzte Warnung)" von 2001, der dem ermordeten Alberto Adriano gewidmet ist. Naidoo ist auch politisch aktiv: 2010 zeigt er den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler wegen Hochverrats an. 2011 verkündet er, dass der 2+4-Vertrag kein gültiger Friedensvertrag sei. Im Mai 2015 unterzeichnet der Mannheimer einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare gefordert wird. Im November 2015 kündigt der NDR an, dass Xavier Naidoo Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten solle. Nach heftigen Protesten wird der Vorschlag jedoch zurückgezogen. Der Sänger gerät aufgrund seiner Liedtexte immer wieder in die Kritik. Im April 2017 sorgt er mit verschwörungstheoretischen Texten im Song "Marionetten" für Aufsehen.
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Xavier Naidoo steht wegen seines neuen Songs mit den Söhnen Mannheims mal wieder in der Kritik. Der Sänger hat aber auch prominente Fürsprecher, die ihm öffentlich den Rücken stärken.

Xavier Naidoo und seine Band Söhne Mannheims sind für ihren neuen Song "Marionetten" von vielen Seiten kritisiert worden. Rechtspopulistisch, Pegida-nah, sogar antisemitisch sei der Text, heißt es aus Medien und Politik. Passagen wie "Teile eures Volkes nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter" und "Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid" stoßen vielen übel auf. Besonders am bekannten Frontmann Naidoo reiben sich die Kommentatoren. Dieser geriet in der Vergangenheit bereits öfter wegen umstrittener Aussagen in die Kritik. Doch er hat auch prominente Fürsprecher.

So postet etwa der Comedian Michael Mittermeier ein ausführliches Statement auf Facebook zur "Hexerjagd auf Xavier Naidoo". Er verstehe nicht, woher dieser "Hass und die extreme Hetze" herkomme. Der Songtext sei "schlimmstenfalls ein mittelmäßiger Kabarett-Text". Darauf könne niemand sein Urteil über den Menschen Naidoo bauen. "Ich teile nicht alle Verschwörungstheorien und Ansichten von Xavier, aber als Freund habe ich ihn als ewig Suchenden erlebt und selbst gesehen was er lebt, und darauf kommt es an", schreibt Mittermeier.

Auch Sänger Heinz-Rudolf Kunze springt Naidoo bei. Dieser sei eben kein besonders kompetenter politischer Sänger, sagte Kunze der "Leipziger Volkszeitung". "Sobald er sich in politisches Fahrwasser begibt, halte ich ihn für einen ziemlichen Wirrkopf, aber nicht für einen Neonazi." Er halte den Liedtext für einen "poetischen Ausrutscher", so Kunze. 

Til Schweiger verteidigt Xavier Naidoo

Schauspieler Til Schweiger setzt sich ebenfalls für den Sänger der Söhne Mannheims ein. Er setzt dazu aber kein eigenes Statement auf, sondern postet erst Naidoos persönliche Erklärung auf Facebook und teilt kurz darauf einen Artikel mit der Überschrift "Medienhetze gegen Systemkritik". Darin wird die mediale Aufregung um Naidoo, insbesondere die Verurteilung durch Journalisten scharf verurteilt. "Längerer Artikel - lohnt sich aber zu lesen!", schreibt Schweiger dazu.

Und auch Naidoos langjähriger Freund, der Rapper Kool Savas, stellt sich hinter den Sänger. "Ich höre in dem Song Gesellschafts- und Politkritik, die jeder Bürger dieses Landes äußern darf, denn auch das gehört zum Leben in einer Demokratie. (...) Dass man Teile des präsentierten Politikschauspiels mit einem Marionettentheater vergleicht, ist, in Zeiten von steigender Armut und Unzufriedenheit im Volk parallel zu Lobbyismus und Vetternwirtschaft zwischen Staatsvertretern und Großkonzernen ein gelungenes Bild", sagte er der "Bild". Auf Facebook teilte er dieses Foto und kommentierte: "Bevor Xavier ein Nazi wird, konvertiert Merkel zum Islam."

Mittermeier, Kunze, Schweiger und Kool Savas gehörten übrigens auch 2015 zu den "Menschen für Xavier Naidoo", die sich mit einer ganzseitigen Anzeige in der "FAZ" für den Künstler aussprachen. Vorausgegangen war Naidoos Nominierung für den ESC durch den NDR samt schnellem Rückzug des Senders, der sich "überrascht" von dem anschließenden Shitstorm gezeigt hatte.

  

fin

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