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So fühlt sich Leukämie an: Bewegende Jodel-Geschichte: Krebskranke 19-Jährige postet bis zu ihrem Tod

Sie ist erst 19, als sie erfährt, dass sie Leukämie hat. Spontan teilt das Mädchen auf Jodel ihr Schicksal mit - und schreibt monatelang weiter. Es entsteht ein Protokoll ihres Sterbens, das viele Menschen zutiefst berührt.

Viele Jodel-Nutzer sind nach dem Tod der Jodlerin aufgewühlt

Viele Jodel-Nutzer sind nach dem Tod der Jodlerin aufgewühlt

Ihr erster Beitrag ist erst sieben Monate her, doch seitdem ist viel passiert: Eine Teenagerin aus Paderborn erzählte in der Jodel-App von ihrer Krebs-Diagnose - und berührte damit hunderte Nutzer zutiefst. Wochenlang schrieben ihr fremde Menschen, sprachen ihr Mut und Mitgefühl zu und boten Hilfe an. Die Jodlerin berichtete im Gegenzug emotional und offen von ihrem Schicksal. Vor acht Tagen starb die 19-Jährige, doch ihre Worte haben etwas bewegt. Viele Nutzer kommentieren, dass sie sich ihretwegen als Stammzellspender registrieren ließen, und so womöglich irgendwann einmal Leben retten.

Da die Jodlerin anonym bleiben wollte, ist ihre Geschichte schwer nachprüfbar, auf der offiziellen Facebook-Seite der Studenten-App wurde ihr Beitrag jedoch geteilt. Die Worte der jungen Frau zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich schwer krank ist. Sie machen Leukämie konkret und greifbar - und das tut weh. Viele Jodler litten mit ihr mit, tauschten sich über Monate hinweg über die Krankheit aus. Und weinen jetzt über ihren Tod.

"Am liebsten würde ich alles hinschmeißen"

Anfangs war die Jodlerin kämpferisch gestimmt. "Ihr bringt mich echt zum weinen. Danke für diese lieben Worte von euch! Ich will noch eine Liste erstellen mit Dingen, die ich machen will, wenn ich gesund bin. Ich bin echt gerührt von euren Worten!", schrieb sie vor einem halben Jahr noch. Doch schnell wurde klar: Die Ärzte machen ihr keine großen Hoffnungen.

Ihre Beiträge zeigen, wie scheiße es ist, wenn man schwer krank ist und eigentlich noch so viel vorhat. "Mir geht es heute nicht ganz so gut. Bin wieder in der Klinik und würde am liebsten alles hinschmeißen und nach Hause zurück", schrieb sie zum Beispiel. Oder: "Ich gebe mein Bestes, stoße aber an meine Grenzen. Ich habe teilweise Panikattacken vor dem Einschlafen, weil ich Angst habe nicht mehr aufzuwachen. Ich hoffe einfach auf das Beste, dass ich überlebe." Dann gab es wieder Phasen, in denen sie eine Jodel-Fuck-Cancer-Party plante und ihr Schicksal mit Humor nahm: "Wenigstens kann ich in der Klinik den ganzen Tag Jogginghose tragen."

Ihretwegen werden viele Stammzellen-Spender

Die Jodler-Community war dabei, als die Haare einer Glatze wichen und auch, als sie die wohl schwerste Entscheidung traf: den Abbruch der Chemotherapie. "Ich werde die Zeit, die mir bleibt, nutzen und mein Leben leben. Und keine Angst, dass habe ich mir wirklich gut überlegt." Immer wieder gab sie ihren Internet-Freunden mit: "Lebt euer Leben, genießt jeden Tag!"

Auch nach ihrem Tod kommentieren noch immer zahlreiche Menschen ihren Beitrag. "Habe den Jodel eben erst entdeckt und all meine Probleme lösen sich in Luft auf", heißt es dann etwa. Oder: "Dieser Jodel hat übrigens meine komplette Familie dazu gebracht, sich typisieren zu lassen!" Dabei hatte die krebskranke Jodlerin Sorge, sterben zu müssen, ohne auf der Welt etwas bewegt zu haben. Hunderte Jodel-Nutzer widersprechen ihr entschieden und sagen: Danke für deine Worte!

sst
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