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Großbritannien: Paar sucht Videofilmer für Hochzeit - aber nicht für die Feier

Vertrauenswürdiger Filmemacher gesucht. Einer, der die Kamera auch mal ein bisschen länger draufhält. Wofür? Um die Hochzeitsnacht eines Paares in Großbritannien für die Ewigkeit festzuhalten. Nein, wirklich.

Hochzeitsnacht

Der Hochzeitstag soll für immer unvergesslich bleiben - die Hochzeitsnacht aber auch, sagt sich ein Paar in Großbritannien

Der Hochzeitstag soll der schönste Tag im Leben eines jeden Paares werden. Freunde und Familie kommen, um gemeinsam mit Braut und Bräutigam zu feiern, es werden romantische Reden gehalten, man tanzt – hach, schön! Immer mit dabei sind natürlich auch Fotografen, die all die schönen Momente festhalten sollen. Einige Paare gehen sogar noch einen Schritt weiter und leisten sich einen Videographen, der jedes kleinste Detail für die Ewigkeit aufnimmt. 

Und dann gibt es da noch das Paar aus Großbritannien, das zur Zeit einen vertrauenswürdigen Filmemacher sucht, der die Kamera noch ein bisschen länger draufhält – und die Hochzeitsnacht filmt. "Mein Verlobter und ich glauben beide, dass der Hochzeitstag nicht nur der eine Tag sein sollte, und dass die Hochzeitsnacht genauso wichtig ist", heißt es auf der Seite "bark.com", auf der Menschen Aufträge aller Art stellen können. Sie seien sich von Anfang an einig gewesen, dass sie diesen besonderen Abend filmisch würden festhalten wollen. "Leider haben wir noch niemanden gefunden, der sich darauf einlassen wollte und bei dem wir uns gleichzeitig wohl gefühlt haben."

Hochzeitsnacht auf Band für rund 2000 Pfund

Man habe etwa 2000 Pfund für diese besondere Erinnerung beiseite gelegt. "Wir wollen nicht, dass dieses Tape von irgendwem anders gesehen wird, als von mir und meinem Verlobten, weshalb wir jemanden finden müssen, dem wir zu 100 Prozent vertrauen können." 

Angesichts der Tatsache, dass das Paar für die Arbeitszeit etwa zwei Stunden (zwischen ein Uhr und drei Uhr morgens) einplant, können sich 2000 Pfund natürlich sehen lassen. Möglicherweise ein Grund dafür, dass sich unter dem Inserat, das anonym veröffentlich wurde, zahlreiche Angebote von Profis – unter anderem aus der Porno-Industrie –, aber auch Laien tummeln.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Zukünftigen tatsächlich auch das sehen werden, was sie sich erhoffen. Erinnert ihr euch noch an diese Szene in "Friends"? In der Rachel und Ross sich aus Versehen beim Sex gefilmt haben und sich das Video später angucken? Und ganz und gar nicht froh über die Ergebnisse sind? Weil das Ganze eben doch weniger elegant und mehr ergebnisorientiert anmutet? Wäre auf jeden Fall ECHT schade um die 2000 Pfund …

jgs
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?