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Kolumne

Die NEON-Singles – Gemeinsam einsam: Fünf Dinge, die man nach einer Trennung einfach nicht hören will

In unserer neuen Kolumne "Gemeinsam einsam" schreiben die NEON-Singles über alle Tücken, die das ledige Leben so mit sich bringt. Heute: Liebeskummer ist immer blöd – und eure Fragen machen ihn nicht besser.

Liebeskummer: Trauriger Mann

Liebeskummer ist immer nervig – auch ohne blöde Fragen und unnötige Kommentare von anderen Menschen

Getty Images

Freunde, ich oute mich an dieser Stelle als frischer Single. Ich habe den Laufpass bekommen. Den Korb erhalten. Wurde gedumped – nach zwei Jahren. Wenig überraschend war die Trennung erst beschissen – und bedeutet jetzt vor allem, dass ich mich ganz schön umgewöhnen muss.

Ich muss wieder von vorne anfangen. Die Abende werden einsamer. Keiner schreibt oder sagt mir "Gute Nacht". Und ich habe deutlich weniger Sex. 

Wenn man in der kalten Jahreszeit verlassen wird, so wie ich, hilft das miese Wetter auch nicht wirklich. Was es aber noch schlimmer macht, sind Menschen, die offenbar nicht verstehen, wie es sich anfühlt, frisch getrennt zu sein. Verliert der Mensch das Mitgefühl, sobald er wieder in einer Beziehung ist?

Nach ein paar Wochen kann ich nun mit Sicherheit sagen, dass ich diese Sätze nicht mehr hören will.

Ich habe Liebeskummer, verdammt! 5 Dinge, die ich jetzt nicht hören will

1. "Es tut mir Leid"

Oh, du armes Ding. Es tut dir leid? Stell dir mal vor, wie es mir geht. Diesen Satz spricht fast jeder Mensch als allererstes aus. Ihr könnt sagen, ich mäkele nur herum. Die meinen das doch nur nett. Das ist doch höflich und passend. Aber wir müssen ernsthaft mehr darüber nachdenken, was wir anderen sagen. Der erste Gedanke sollte doch sein: "Wie geht es dir? Wie gehst du damit um?" Meiner Erfahrung nach, machen das eigentlich nur die besten Freunde richtig.

2. "Ist aber besser so, oder?"

Das kommt ganz darauf an, wer mit wem Schluss gemacht hat. In meinem Fall hat sich mein Leben nach der Trennung keinesfalls verbessert. Und als ich mal mit jemandem Schluss gemacht habe – auch wenn es die richtige Entscheidung war – habe ich keine Erleichterung gefühlt. Denn so oder so war ich ja aus gutem Grund in dieser Beziehung.

Diese Frage ist einfach blöd. Selbst wenn es stimmt, mischt man sich damit nur ein. Lass mich meine Beziehung betrauern, auch wenn du vielleicht glauben magst, dass es schlussendlich eine gute Entscheidung war. Ich bin vielleicht noch nicht bereit, dir zuzustimmen. Es ist ein negativer Kommentar verkleidet als eine nett gemeinte Frage.

3. "Wir wussten doch immer, dass das nicht ewig hält."

Ach, wusstet ihr das? Ich höre es jedenfalls zum ersten Mal. Seid ihr einfach so "gute" Freunde, dass ihr mich bisher in einer verfluchten Beziehung steckenbleiben ließt? Wie die Leute, die dabei zusehen, wie ein Kinderwagen ungebremst einen Berg runterrollt, aber nichts tun? Danke für eure Unterstützung.

4. "Lieber jetzt als später!"

Ich weiß ja nicht, ob ich das so unterschreiben kann. Immerhin sitze ich jetzt da und weine – passt das Timing dann wirklich so gut? Es ist nicht so, als würde ich jeden Abend mit einer ganzen Flasche Rotwein in der Badewanne liegen, während Sam Smith und Adele mein Spotify-Konto erobern – eine halbe Flasche reicht auch. Aber trotzdem wäre, was das Timing angeht, später tatsächlich besser gewesen.

Dann hätte ich vielleicht Zeit und Geld für einen Urlaub irgendwo im Warmen, um meinen Liebeskummer mit billigem Schnaps und heißen Dancefloors zu bekämpfen. Nicht bei Minusgraden im Winter.

5. "Das passt doch gut. Ich habe jemanden für dich."

Ja, es gibt ernsthaft Menschen, die so etwas sagen. Ob ich sie als Freunde bezeichnen würde, ist eine andere Frage. So ein Vorschlag kommt natürlich nicht als die erste Reaktion, aber eher am Ende eines "Wir haben uns getrennt"-Gesprächs. Als Ermutigung. Nach dem Motto: Es gibt noch viele andere für dich!

Das mag ja sein (und wenn, dann würde Sam Smith immer noch meinen Tag begleiten), aber für den Moment, bin ich noch in jemanden anderen verliebt. Ich muss erst damit klarkommen, dass diese Person keine größere Rolle mehr in meinem Leben spielen wird oder will, mich vielleicht gar nicht mag, wahrscheinlich früher als ich eine neue Beziehung finden wird… Und wie erzähle ich das eigentlich meiner Mutter? Habe ich weniger Sex schon erwähnt? Gibt es diesen Bordeaux im XXL-Sparpaket? Ich kann meine eigenen Gedanken nicht mehr hören. ALSO HALTET DOCH FÜR EINEN MOMENT ALLE MAL DIE KLAPPE.

Manchmal ist das Beste nach einer Trennung, einfach mal auszurasten. Anderen Menschen die schwere Last abzugeben. Die Lücke zu füllen. Sie müssen gar nichts sagen, nur still ihren Wein trinken und zuhören. Danke für eure Unterstützung.