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Selbstversuch: Was kann die Periodenunterwäsche Ooshi aus "Die Höhle der Löwen"? Ich habe sie getestet

Es wird blutig in "Die Höhle der Löwen": Das Berliner Start-up Ooshi verkauft nachhaltige Periodenunterwäsche und hofft im Finale der Vox-Show auf einen Deal. Wir haben die Höschen auf ihre Tauglichkeit getestet. 

Ooshi aus "Höhle der Löwen": Ich habe die Periodenunterwäsche getestet

Die Gründerinnen Kristine Zeller und Kati Ernst stellen in "Die Höhle der Löwen" ihre Periodenunterwäsche Ooshi vor

Seit fast fünf Jahren habe ich keinen Tampon mehr benutzt. Ich hatte mich damals nach einer Alternative umgeschaut, die nachhaltiger und für den Körper besser verträglich ist – und habe die Menstruationstasse gefunden. Eine Liebe, die bis heute anhält. Trotzdem schaue ich mich gerne nach neuen Periodenprodukten und Innovationen um. Zum Beispiel bin ich von konventionellen Slipeinlagen auf waschbare Stoffbinden für den zusätzlichen Schutz umgestiegen. Aber die können – wie alle Einlagen – natürlich verrutschen. Abhilfe soll da nun Periodenunterwäsche schaffen. 

Klingt erstmal nicht so komfortabel. Irgendwie so, als würde man den ganzen Tag mit einer blutigen Unterhose rumlaufen. Oder mit einer Windel. Dementsprechend skeptisch war ich, als ich das erste Mal einen Slip vom Berliner Start-up Ooshi (wird ausgesprochen wie Uhschi) in der Hand hatte. Doch ich wurde überrascht: Das schwarze Highwaist-Höschen sieht richtig stylisch aus, wie ein ganz normales. Es besteht aus recyceltem Polyamid und Elasthan, ist fair in Europa produziert und laut Aussage der Gründerinnen die einzige Periodenunterwäsche-Marke weltweit, die sich die antibakterielle Wirkung des saugfähigen Innenlebens hat zertifizieren lassen. Klingt super – aber lässt es sich auch super tragen?

Was kann das Produkt aus "Die Höhle der Löwen"?

Vor dem ersten Gebrauch habe ich etwas Bammel, denn seitdem ich die Pille nicht mehr nehme und mit einem Kupferperlenball verhüte, habe ich meine Periode ziemlich stark. Ohne Menstruationstasse würde ich mich den Versuch niemals trauen. Angeblich kann die Hose zwar durch ihr "Magic Membrane System" aus drei Lagen die selbe Menge wie zwei bis drei Tampons aufsaugen – das wird bei mir aber nicht reichen. Also nutze ich sie als zusätzlichen Schutz. Das tun übrigens 50 Prozent der Ooshi-Kundinnen, heißt es auf der Website. Den restlichen 50 Prozent reicht der Slip allein. Um böse Überraschungen zu vermeiden, warte ich trotzdem bis zum zweiten Tag meiner Periode, einem Samstag. Tasse rein, Höschen an und los.

"Los" heißt in meinem Fall: ab auf's Sofa. Aber selbst ohne viel Bewegung kann es sein, dass meine Menstruationstasse manchmal einfach überläuft, wenn sie voll ist. Und das sehr plötzlich. Umso besser also, dass ich durch die Periodenunterwäsche doppelt geschützt bin – oder? Nach ein paar Stunden habe ich das Gefühl, dass ich "auslaufe". Auf dem Klo merke ich, dass meine Hose im Schritt zwei Blutflecken hat, an den Seiten des Slips. Na toll. Tasse plus Ooshi und trotzdem darf ich mich jetzt umziehen. 

Zweiter Versuch für die Ooshi

Da ich nur ein Exemplar zu Hause habe und der Ooshi noch eine Chance geben will, wasche ich sie sehr gründlich aus und hänge sie zum Trocknen auf. Eigentlich soll man sie nach dem Gebrauch kalt auswaschen und dann in die Waschmaschine stecken – auf Instagram hatte ich bei ein paar Userinnen aber gesehen, dass sie ihren Periodenpanty auch zwei Tage hintereinander tragen konnten. So ein Slip mit einer dreilagigen Membran im Schritt saugt natürlich viel Flüssigkeit auf. Nicht nur Blut, sondern auch Wasser beim Waschen. Dementsprechend lange dauert das Trocknen. Deswegen kann ich sie erst am Montag wieder anziehen. Aber siehe da: Mit weniger Blut funktioniert die Ooshi ganz wunderbar. Die Lagen saugen das Blut schnell auf und geben ein trockenes Gefühl – sogar ohne Tasse. Das Material der Highwaist-Unterhose ist weich, mir persönlich jedoch ein bisschen zu "künstlich". Es gibt im Shop aber auch Baumwoll-Ooshis.

"Die Höhle der Löwen": Was kann die Periodenunterwäsche von Ooshi?

Das Modell "Highwaist Schwarz" von Ooshi, das auch unsere Autorin ausprobiert hat

Mein Modell kostet knapp 45 Euro – für eine Unterhose verdammt viel. Vor allem wenn man bedenkt, dass eine für eine ganze Periode nicht reicht. Empfohlen werden fünf Stück. Dafür sollen sie laut Ooshi aber zwei Jahre lang ihre volle bakterienhemmende Wirksamkeit behalten. Anschließend könne man sie als ganz normale Unterhose weiter benutzen. Das ist auf jeden Fall sehr viel nachhaltiger als konventionelle Binden oder Slipeinlagen.

In der finalen Folge von "Die Höhle der Löwen" hoffen die beiden Ooshi-Gründerinnen Kristine Zeller und Kati Ernst auf einen Deal – und wir, dass den Löwen das Thema nicht zu blutig ist. Die Periode verdient eindeutig mehr Aufmerksamkeit!