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"Golden Globes 2018" Mit diesen zwei Worten stahl Natalie Portman allen die Show

Natalie Portman und Ron Howard
Gemeinsam mit Ron Howard verkündete Natalie Portman den Gewinner der Kategorie "Beste Regie"
© Paul Drinkwater/NBCUniversal via Getty Images
Neues Jahr, neues Glück, dachte sich Hollywood wohl und stellte die Golden Globes ganz ins Zeichen der Gleichberechtigung. Doch einer reichten schöne Worte nicht – Natalie Portman. 

Erwartbar, aber wichtig: Die Golden Globes am Sonntagabend standen ganz im Zeichen der Frauen. Bei der ersten wirklich großen Hollywood-Party nach  dem Harvey-Weinstein-Skandal und #metoo war alles, was Rang und Namen hat, bemüht, ein Zeichen gegen das Patriarchat zu setzen. Viele der Schauspielerinnen trugen Schwarz, um auf die Aktion "Time's Up" gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Oprah Winfrey gab eine eindrucksvolle Rede und wird mit Sätzen wie "Zu lange wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren. Aber deren Zeit ist um!" wohl noch lange von sich reden machen. 

Natalie Portman bringt alle zum Grübeln

Eine, die häufig nicht viel reden muss, ist Natalie Portman. Bei der Verkündung der Nominierten in der Kategorie "Beste Regie" brauchte es nur zwei kleine Worte, um einen ganzen Raum zum Schweigen zu bringen: "And here are the all male Nominees" ("Hier sind die - rein männlichen - Nominierten"). MIC DROP! 

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Was hinter dem Ellenbogen in Richtung Filmindustrie-Rippen steht, ist offensichtlich. Auch in diesem Jahr waren alle Nominierten in der Prestige-Kategorie Männer. Trotz erfolgreichen Filmen von weiblichen Regisseurinnen wie "Wonder Woman" (Patty Jenkins), "Lady Bird" (Greta Gerwig) und "Die Verführten" (Sofia Coppola). Hollywood kann noch so viel über Gleichberechtigung sprechen – wenn darauf keine Taten folgen, war alles für die Katz. 

Der Moment im Video

So reagierte das Golden Globes-Publikum

Portmans wohl bedachte Wortwahl hinterließ auch beim Publikum Spuren. Wo die Nominierten einer Kategorie normalerweise frenetisch bejubelt werden, besonders wenn es sich um Steven Spielberg und Konsorten handelt, reagierten die Promis zurückhaltend. Die nominierten Regisseure selbst blickten ein wenig bedröppelt drein, als wollten sie sagen: Wieso Golden Globes, wieso habt ihr nicht wenigstens eine einzige Frau nominiert, damit ich mich einfach freuen kann, hier zu sein? Ja, Golden Globes, wieso eigentlich nicht? Hm? 

Gewinner Guillermo del Toro: "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers" 

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Ridley Scott: "Alles Geld der Welt" 

Steven Spielberg: "Die Verlegerin" 

Martin McDonagh: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" 

Christopher Nolan: "Dunkirk" 

Tatsächlich würde niemand unterstellen, dass Film-Größen wie Steven Spielberg es nur an die Spitze geschafft haben, weil sie Männer sind. Niemand will ihr Talent oder ihre Erfahrung in Frage stellen. Und doch bekommt der Preis dadurch, dass eine weibliche Regisseurin nicht einmal in Erwägung gezogen wird, einen faden Beigeschmack. 

Bleibt nur zu hoffen, dass die Oscar-Academy zugehört hat und es ein bisschen besser macht. Denn ansonsten wird Shade-Queen Natalie bereit stehen, davon könnt ihr ausgehen. 

So reagierte das Netz auf das Natalie-Gate


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