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Sapienza Universität in Rom: Studenten posten Fotos von muskulösem Mathe-Prof - das Netz kennt seine skurrile Vergangenheit

Da staunten die Studenten nicht schlecht: Ihr Mathe-Prof kann nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit nackten Körpern umgehen. Denn Ruggero Freddi war ein bekannter Porno-Star, bevor er an der Uni lehrte.

Ruggero Freddis erster Arbeitstag als Assistenzprofessor an der prestigeträchtigen Sapienza Universität in Rom wird sowohl ihm als auch seinen Studenten im Gedächtnis bleiben. "Mathematik Analysis 1". Ein trockenes Thema. Es war heiß im Hörsaal. So heiß, dass Ruggero Freddi seinen Pullover auszog. "Ich zog mich aus und hörte nur einen Chor bewundernder Rufe", erinnert sich Freddi gegenüber der spanischen Tageszeitung "La Verdad". "Ich konnte nicht verbergen, dass ich einfach einen extrem definierten Körper habe." Damals habe er sich geschmeichelt gefühlt, heute wisse er, dass er aufpassen muss, um im akademischen Betrieb ernst genommen zu werden. Er habe daraus gelernt, sagt er. Seither trage er immer ein Sakko.

Doch seine Studenten vergaßen seinen Körper nicht so schnell, posteten Fotos ihres muskulösen Professors in den sozialen Netzwerken. Es wurde viel kommentiert. Irgendwann erkannte ihn jemand. Der Mathe-Prof sah dem Pornodarsteller Carlo Masi zu verwechseln ähnlich. Der italienischen Tageszeitung "La Republica" sagte er: "Und so kam mein früheres Leben als Porno-Star zur Sprache. Um ehrlich zu sein, habe ich es auch nicht wirklich verheimlicht." "Naked Muscles: The New Breed", "Big N' Plenty" oder "Dual: Taking It Like a Man" heißen die Filmchen. Sechs Jahre lang drehte Ruggero Freddi alias Carlo Masi in den USA Schwulenpornos.

Freddi macht aus seiner Vergangenheit kein Geheimnis

Im konservativen Italien schlug die Nachricht vom Porno-Professor Ende 2017 hohe Wellen. Ein Pornostar als Universitätsdozent? Ist das moralisch überhaupt vertretbar? Die Gesellschaft war gespalten, denn in dem Land sind Pornografie und Homosexualität in weiten Kreisen Tabuthemen. Freddi nutze die Aufmerksamkeit, um sich für die LGBT-Rechte wie die gleichgeschlechtliche Ehe stark zu machen, war Gast in Talkshows, gab Interviews.

Und der 41-Jährige geht noch immer sehr offen mit seinem Körper um, posiert mit entblößtem Oberkörper auf Facebook, lädt Filmchen hoch, in denen er stolz seine Muskeln zeigt.


Erst nur Softporno, dann auch Hardcore

Pornos habe er schon immer gut gefunden. Besonders die der Produktionsfirma COLT. Sie sei nicht nur ein Pionier des Schwulenpornos, sondern stünde auch für die sexuelle Befreiung. "Ihre Scouts fanden ein paar Fotos von mir im Netz und kontaktierten mich", erzählt er in einer Interview mit "Vice". "Ich hatte eben mein Studium abgeschlossen und wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen wollte."

Zunächst habe er nur Softcore-Filmchen gedreht. Ein bisschen Vorspiel, ein bisschen Fummeln, keine direkten Aufnahmen von erregierten Penissen. Für Hardcore-Pornos sei er noch nicht bereit gewesen. Doch das änderte sich bald. Ein gutes Dutzend Filme entstanden in dieser Zeit.

Mathe und Porno - Ruggero Freddi ist auf beides stolz

Mit 34 Jahren sei dann Schluss gewesen. Es sei Zeit gewesen, eine neue Etappe in seinem Leben zu beginnen. Und mit 34 Jahren habe man dazu noch die Chance, sagt er "La Verdad". Eine Weile versuchte er noch in der Unterhaltungsbranche Fuß zu fassen, nahm kleinere Rollen im Fernsehen oder auf der Theaterbühne an, aber so richtig befriedigten ihn die Jobs nicht. Warum also nicht doch eine akademische Laufbahn. Schließlich hatte er Mathematik studiert. Freddi promovierte, arbeitet nun als Mathe-Dozent. 

Doch so offen er mit seiner Porno-Vergangenheit umgeht – mit seinen Studenten rede er nur über Mathematik. Allerdings würde er sich an der Universität für LGBT-Themen und HIV-Aufklärung einsetzen, sagte er "Vice". Inzwischen sei er glücklich und stolz auf beide Karrieren, denn sie würden seine Persönlichkeit widerspiegeln.

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tyr