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Im Westen nichts Neues: Wenn aus Sexpuppen Familie wird

Was die Einsamkeit zutage bringt, kann immer wieder verblüffen. In China hat ein Vater eine neunköpfige Familie geschaffen - sieben Mitglieder bestehen aus Silikon. 

Sanft betupft er ihr Gesicht mit Babypuder auf einem Wattepad und kämmt ihr die lange, blonde Perücke. Er müsse sich um seine Schwester kümmern, sagt der 18-Jährige Yangyang aus China. So weit, so verständlich. Nur dass die "Schwester" eine lebensgroße Puppe ist, ein Geschenk seines Vaters. 

Orgasmen auf Knopfdruck?

Sexpuppen sind längst nichts Neues mehr. Wurden sie ursprünglich noch als aufblasbare Gummipuppen angeboten, sind sie seit den späteren 90er Jahren auch als sogenannte Real Dolls zu ersteigern. Diese bestehen aus Silikon und sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass in den Fabriken sogar an Fake-Orgasmen gearbeitet wird. Man munkelt übrigens, dass die erste Sexpuppe 1941 unter Heinrich Himmler in Auftrag gegeben wurde. Dass die Jungs im Dritten Reich sexuell vereinsamten klingt jetzt auch nicht so abwegig. 




Aber zurück zu Yangyang und seinem Vater. Der hat seinem Sohn nämlich nicht nur seine "Schwester", sondern auch sich selbst insgesamt sechs solcher Puppen gekauft, nachdem er seine Frau an die Spielsucht verlor. Fast 15.000 Dollar soll er dafür ausgegeben haben. Das seltsame daran: Die beiden Männer behandeln sie wie eine Familie. Dabei seien seine Puppen nie für den intendierten Gebrauch genutzt worden. Außer vielleicht die seines Sohnes, die er ihm zu seinem Geburtstag geschenkt habe, sagt Yangyang Senior.

Weird mit 'nem Touch awkward

"Ich bin bereit, ihn die Puppe als Sexspielzeug nutzen zu lassen. Ich will nicht, dass er für seine sexuellen Bedürfnisse wahllos nach irgendwelchen Frauen schaut", so der Vater, dessen Name unbekannt bleiben soll. Was dem Ganzen einen finalen Touch awkwardness dazu gibt, ist die Tatsache, dass sie bei dieser Puppe von seiner "Schwester" sprechen. 


Vielleicht begnügt sich Yangyang aber auch mit dem anderen Hobby, das er sich durch die Puppe angeeignet hat: Zahlreiche Fotos der Puppe in verschiedenen Kostümen vor idyllischen Naturlandschaften kursieren im Netz und sogar für ein Musikvideo durfte die Silikonfrau herhalten. Und dieses katapultiert die Geschichte auf der Weirdness-Skala nach ganz oben. 

Sexpuppe nicht für Sex gekauft

Der eher seltsame Umgang mit den Puppen wird gerade im asiatischen Raum derzeit stets populärer. Immer öfter werden Puppen als ein Art Lückenfüller im Leben einsamer - vorrangig männlicher - Menschen eingesetzt.

Und das keineswegs unbedingt als Sexobjekt. Die meisten Puppenbesitzer hegen gar keinen Anspruch auf Sex. Die Puppe dient ihnen bloß als Gesellschaft, gerade in China, in der die Frauenrate enorm gering ist, klagen Männer immer häufiger über Einsamkeit. Außerdem sei es einfacher, mit ihnen umzugehen, als mit echten Frauen. "Das Gute an den Puppen ist, dass sie dich nicht betrügen werden", meint Yangyang. Puppen hätten zwar ihre Fehler, das haben Menschen aber auch.